Wirtschaft



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08.07.2009
 

Kapitalmarkt

Banken hinterlegen weniger Geld bei der EZB

Erst pumpt die Europäische Zentralbank Milliarden in den Markt, dann entzieht sie dem Finanzsystem wieder Liquidität. Die Banken reagieren drastisch: Ihre Einlagen bei der EZB sind über Nacht um 200 Milliarden Euro gesunken.

Frankfurt am Main - Die Banken legen massiv weniger Geld bei der Europäischen Zentralbank an. Von Dienstag auf Mittwoch seien nur noch 70,7 Milliarden Euro bei der Notenbank geparkt worden, teilte die EZB in Frankfurt mit. Am Vortag waren es noch 277,7 Milliarden Euro. Am 5. Juli war mit 315,9 Milliarden Euro sogar noch ein Rekordniveau verzeichnet worden.

EZB-Zentrale in Frankfurt: Geld wieder eingesammelt
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AP

EZB-Zentrale in Frankfurt: Geld wieder eingesammelt

Der Grund dürfte in erster Linie der kräftige Liquiditätsentzug der EZB vom Vortag sein. Am Dienstag hatte die Notenbank in einem Schnelltender dem Interbankenmarkt die Rekordsumme von rund 276 Milliarden Euro für einen Tag entzogen. Einen Grund für diese Aktion nannte die EZB nicht. Die hohe Summe spiegelt den derzeit großen Geldüberfluss im Bankensektor des Euro-Raums wieder.

Zuvor hatte die Zentralbank Milliarden in den Markt gepumpt. In der vergangenen Woche hatte sie den Geldhäusern 442 Milliarden Euro zum Zinssatz von einem Prozent zugeteilt. Auf diese Weise soll die Kreditvergabe an Unternehmen und Verbraucher gestützt werden, die wegen der Finanzkrise ins Stocken geraten ist.

Die Banken können sich bei der EZB frisches Geld besorgen, müssen dafür aber Zinsen zahlen und Sicherheiten hinterlegen. Bereits seit Sommer vergangenen Jahres hatten die EZB und andere Notenbanken immer wieder die Märkte mit Geld geflutet, weil der Geldhandel zwischen den Banken wegen des gegenseitigen Misstrauens zeitweise zum Erliegen gekommen war.

cha/dpa/Reuters/Dow Jones

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