Wirtschaft



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09.07.2009
 

Neuer Name

TV-Sender Premiere heißt jetzt Sky

Vor einem Jahr stand Premiere kurz vor der Pleite - jetzt soll ein neuer Name mehr Erfolg bringen. Auf der Hauptversammlung hat sich das Unternehmen in Sky umbenannt. Derzeit fehlen dem Bezahlsender allerdings noch eine Million Kunden.

München - Die Entscheidung hätte kaum deutlicher sein können: Mit 99,7 Prozent stimmten die Premiere-Aktionäre auf der Hauptversammlung am Donnerstag für einen neuen Konzernnamen: Premiere heißt künftig Sky Deutschland, teilte der Bezahlsender mit. Das Programm unter dem neuen Namen läuft bereits seit dem 4. Juli - jetzt steht noch der Eintrag im Handelsregister an.

Das Logo des Bezahlsenders Sky: 99,7 Prozent der Aktionäre stimmten der Umbenennung zu
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DPA

Das Logo des Bezahlsenders Sky: 99,7 Prozent der Aktionäre stimmten der Umbenennung zu

Nach einer Fast-Pleite im vergangenen Jahr hofft Premiere nun auf einen Neuanfang. "Nach dem Start umfangreicher Maßnahmen in den Bereichen Programm, Vertrieb, Marketing und Kundenservice erwarten wir ab dem laufenden Quartal einen Anstieg der Abonnentenzahlen", sagte Vorstandschef Mark Williams. Genaue Angaben machte er allerdings nicht.

Zuletzt hatte Sky rund 2,4 Millionen Kunden. Um die Gewinnschwelle zu erreichen, sind 3 bis 3,4 Millionen nötig. Williams will den Sender bis 2011 in die schwarzen Zahlen führen. Für dieses und kommendes Jahr kündigt er aber noch Verluste an.

"Ich denke, die Umbenennung in Sky ist richtig. Der Name Premiere ist verbrannt", sagte Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). "Es gilt das Motto: neuer Name, neues Glück", erklärte auch Benedikt Huesmann von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Scharf kritisierten die Aktionäre allerdings die früheren Vorstandschefs Georg Kofler und Michael Börnicke. "Nach unserer Meinung kann den alten Vorständen keine Entlastung erteilt werden", sagte SdK-Vertreter Bauer. Die SdK hatte Mitte Mai Kofler und Börnicke angezeigt. Sie werfen den beiden Managern vor, sowohl beim Börsengang der Premiere AG 2005 als auch bei der Kapitalerhöhung 2007 unrichtige Angaben zur Klassifizierung, zur Zählweise und zur tatsächlichen Zahl der Abonnenten des Bezahlsenders gemacht zu haben. Außerdem beschuldigten die Aktionärsschützer Kofler und Börnicke des Insiderhandels.

Kofler hatte die Vorwürfe damals entschieden zurückgewiesen, Börnicke war nicht für eine Stellungnahme erreichbar gewesen. Nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr hatte Williams die Zählweise des alten Managements aufgegeben und zahlreiche Karteileichen aus den Beständen geworfen. Die Kundenzahl sank so um fast eine Million.

Rechtsvorstand Holger Enßlin sagte auf der Hauptversammlung, mögliche Verstöße ehemaliger Manager würden derzeit geprüft. Sollte sich ergeben, dass Grund für Vorwürfe bestehe, werde das Unternehmen tätig. Die Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrats für 2008 wurde deshalb erwartungsgemäß vertagt.

yes/dpa

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