Wirtschaft



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09.07.2009
 

Neuer Rekord

Zoll stellt 178 Millionen Fälschungen sicher

So viele Nachahmerprodukte hat der Zoll noch nie beschlagnahmt: Im vergangenen Jahr zogen die europäischen Behörden 178 Millionen Fälschungen aus dem Verkehr. Mehr als die Hälfte der Waren stammen aus China.

Brüssel - Es ist ein trauriger Rekord: Die europäischen Zollbehörden haben im vergangenen Jahr 178 Millionen gefälschte Produkte aus dem Verkehr gezogen - mehr als je zuvor. Über die Hälfte der Fälschungen stammten aus China. Von den sichergestellten Waren stellten 20 Millionen ein Sicherheitsrisiko dar. Darüber hinaus wurden 49.000 Warenlieferungen und Mitbringsel von Reisenden beschlagnahmt, auch dies ein neuer Rekord.

Gefälschte Rolex: Viele Fälschungen fliegen in den Niederlanden aufZur Großansicht
dpa/dpaweb

Gefälschte Rolex: Viele Fälschungen fliegen in den Niederlanden auf

Der deutsche Zoll beschlagnahmte 8495 Lieferungen, EU-weit liegt die Bundesrepublik damit hinter Frankreich auf dem zweiten Platz. Gemessen an der Stückzahl beschlagnahmter Waren stehen allerdings die Niederlande mit weitem Abstand an der Spitze: Mehr als 65 Millionen gefälschte Produkte wurden dort im vergangenen Jahr aus dem Verkehr gezogen, in Deutschland waren es knapp 28 Millionen. Hintergrund sind nach laut EU-Kommission die großen Schiffsladungen, die an niederländischen Häfen wie Rotterdam umgeschlagen werden.

Unter den beschlagnahmten Produkten waren allein 80 Millionen CDs und DVDs sowie mehr als 40 Millionen Zigarettenschachteln. Auf dem dritten Platz folgten Kleidungsstücke. Hohe Zuwachsraten waren aber auch bei sensiblen Produkten wie Spielwaren, Medikamenten und Pflegeprodukten zu verzeichnen. Allein in Deutschland wurden 2,85 Millionen gefälschte Batman- und Superman-Figuren abgefangen, wie ein Kommissionsexperte mitteilte. Dies waren mehr als die Hälfte der EU-weit entdeckten fünf Millionen Spielwaren.

Die Mehrzahl der gefälschten Waren wurden von kommerziellen Anbietern in die EU geliefert, immerhin ein Viertel fand sich aber im Gepäck von Privatpersonen. Vor allem Reisende aus China, der Türkei und Bulgarien führten Nachahmerprodukte mit sich. Einige davon planten offensichtlich, die Waren weiterzuverkaufen: Bei nur 30 Kontrollen von Einzelreisenden seien 36.000 Packungen mit Rasierklingen gefunden worden, heißt es in dem Bericht.

wal/AP

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