Von Anne Seith und Severin Weiland
Die Präferenz der Ministerpräsidenten für Magna hängt offenbar auch damit zusammen, dass sich bereits die EU mit den staatlichen Beihilfen beschäftigt hat. Die Bundesländer gehen deshalb davon aus, dass diese Gelder bei einem Kauf durch Magna genehmigt werden. Falls GM jedoch RHJ den Zuschlag zum Erwerb von Opel erteilen würde, müsste das EU-Verfahren möglicherweise noch einmal neu gestartet werden.
Zunächst schien das neue Angebot deshalb keine ernsthafte Gefahr für Magna zu werden. Anfang der Woche hatte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck sich indirekt gegen RHJ gewandt. "Das ist nur Störfeuer", zitierte ihn die Agentur Reuters. Auch SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier geht weiter davon aus, dass die Gespräche zwischen Magna und GM bald zum Erfolg führen. "Ich habe keine Anhaltspunkte, dass die Verhandlungen zwischen Magna und GM scheitern", sagte er dem Magazin "auto motor und sport".
Auch der chinesische Autobauer BAIC hat immer wieder Interesse an Opel bekundet. Doch viel mehr als ein willkommenes Argument im Verhandlungspoker war dies für die staatlichen Stellen nicht.
Mit RHJ ist es etwas anderes. Denn bisher haben sich die Ministerpräsidenten mit dem Konzept der Belgier noch nicht intensiv auseinandergesetzt - in firmennahen Kreisen ist man deshalb guter Hoffnung, die Politiker noch auf die eigene Seite ziehen zu können. Das Gespräch werde gesucht.
Der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) rät schon zur Offenheit im Umgang mit den Opel-Interessenten. Sicherlich habe anfangs eine Rolle gespielt, dass es neben Magna keine anderen guten Angebote gab, sagte Posch. Ausdrücklich seien weitere Interessenten aber nicht ausgeschlossen worden - und das sollten sie auch heute nicht. "Daran kann ich prinzipiell nichts Schlimmes finden." Im übrigen gebe es auch zu Magna noch Fragen, sagte Posch.
Wer am Ende den Zuschlag erhält, entscheidet der fünfköpfige Ausschuss der Treuhandgesellschaft. Darin sitzen je ein Vertreter für den Bund und für die Länder sowie zwei GM-Vertreter und - als eine Art Schiedsrichter - der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin. In den ersten sechs Monaten muss der Ausschuss einvernehmlich entscheiden.
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