Von Susanne Amann
Hamburg - Katar kommt, Katar kommt nicht. Wiedeking geht, Wiedeking geht nicht. Die Eignerfamilien haben sich geeinigt - oder auch nicht: Wer die Meldungen aus Stuttgart und Wolfsburg verfolgt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Beinahe im Stundentakt werden scheinbare Nachrichten verbreitet, dementiert, abgeschwächt oder relativiert. Mit gezielt lancierten Informationen nutzen die beiden Hersteller Porsche
und Volkswagen
die Medien, um ihre Position im Kampf um die Zukunft der deutschen Autoindustrie zu festigen.
Der Streit ist in den vergangenen Tagen endgültig eskaliert. Trotz aller gegenteiligen Behauptungen aus Stuttgart deutet sich an, dass der Sieger Volkswagen und damit Ferdinand Piëch heißen könnte. Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen sich die Porsche-Eigner, die Familien Porsche und Piëch, grundsätzlich auf ein Modell für den integrierten Konzern geeinigt haben. Demnach würde Volkswagen rund 49 Prozent des Sportwagenbauers übernehmen und Porsche zur zehnten Marke im VW-Konzern machen.
Damit ginge nicht nur ein lang gehegter Traum von VW-Aufsichtsratschef und Auto-Ikone Piëch in Erfüllung - es wäre auch eine bittere Niederlage für seinen Cousin Wolfgang Porsche und dessen Unternehmenschef Wendelin Wiedeking.
In dem Ringen um die Zukunft des finanziell angeschlagenen Sportwagenherstellers geht es nicht nur um die Frage, wie sich das Unternehmen seiner Milliardenschulden entledigen kann, die durch den Versuch entstanden sind, den deutlich größeren VW-Konzern zu übernehmen.
Es geht auch um die strategische Grundausrichtung beider Konzerne, es geht um die Zukunft der deutschen Automobilindustrie - und es geht nicht zuletzt um Macht, Einfluss und Eitelkeiten.
SPIEGEL ONLINE zeigt, wer im Streit um Porsche die Strippen zieht - und wer Gewinner, wer Verlierer sein könnte.
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