Von Susanne Amann
So bedächtig er daherkommt, so mächtig mischt er sich ein: Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff wurde von Porsche-Chef Wiedeking bereits 2004 in einem Vieraugengespräch über dessen Absichten informiert, bei Volkswagen einzusteigen. Zwar begrüßte Wulff das Engagement, machte dem Manager aber gleichzeitig klar, dass Niedersachsen auf sein Mitspracherecht nicht verzichten werde - und genau das hat Wiedeking unterschätzt.
In der Hoffnung, die Sperrminorität des Landes über die EU aushebeln zu können, hat er sich Wulff zum Gegenspieler gemacht - der aber zog alle Register: Erst sorgte er für ein neues VW-Gesetz, das dem Land weiter Einfluss sicherte, dann mischte er im Hintergrund bei den VW-Verhandlungen mit. Immer wieder warfen die Stuttgarter Wulff vor, die Gespräche über den Einstieg des Golfemirats Katar bei Porsche zu torpedieren, weil der Niedersachse Berichte über das Milliardenangebot der Scheichs als Unsinn abgekanzelt hatte. Vorwürfe, die der Gescholtene stets mit Unschuldsmiene abstritt. Klar ist nur: Sollte sich Volkswagen durchsetzen, ist das auch der Sieg des smarten Polit-Managers.
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