Paris - Es ist eine skurrile Form des Arbeitskampfs, aber offenbar erfolgreich: Die Drohung mit der Sprengung ihres Werks hat den Beschäftigten des Hebebühnenbauers JLG in Tonneins zum Erfolg verholfen. JLG akzeptierte am Freitag die Forderung, 53 Mitarbeitern bei ihrer Entlassung im September jeweils 30.000 Euro Abfindung zu zahlen.
Die Mitarbeiter bekommen damit eine Prämie von 14.000 Euro auf die ohnehin vereinbarte Abfindung von 16.000 Euro. Das berichtete der Nachrichtensender France Info am Freitag.
Die insgesamt 163 JLG-Beschäftigten hatten nach drei ergebnislosen Streikwochen auf dem Werksgelände Gasflaschen aufgestellt und gedroht, sie in die Luft zu sprengen. Als am Donnerstag ein Gewitter aufzog, räumten sie die Gasflaschen weg. Widersprüchliche Angaben gab es darüber, ob die Flaschen tatsächlich gefüllt waren.
Der Staatssekretär für Beschäftigung, Laurent Wauquiez, erklärte zwar: "Eine Erpressung mit Gasflaschen wird weder Prämien bringen noch eine Umwandlung des Werks ermöglichen." Die Regierung versuchte aber, die Konflikte zu entschärfen, und ging nicht gegen die Erpresser vor.
Die Beschäftigten des Telekomausrüsters Nortel empfing Industrieminister Christian Estrosi sogar, nachdem diese ebenfalls die Sprengung ihres Werks bei Paris angedroht hatten.
Eine Radikalisierung der Konflikte sei im Gange, erklärte der Vizechef der Unternehmensberatung BPI, Olivier Labarre, der Zeitung "Libération" (Freitag). Er verwies auf den Erfolg der Mitarbeiter des hannoverschen Reifenherstellers Continental in Clairoix, die 50.000 Euro Abfindung erstritten hatten. Diese Abfindung sei zur Referenzgröße geworden, sagte Labarre.
wal/dpa-AFX
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