Wirtschaft



ThemaFinanzkrise ab 2007RSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
18.07.2009
 

HSH Nordbank

Unwahre Aussagen über Bonuszahlung belasten Carstensen

Peter Harry Carstensen unter Druck: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident hat den Landtag nach SPIEGEL-Informationen im Zusammenhang mit der 2,9-Millionen-Euro-Sonderzahlung für HSH-Nordbank-Chef Dirk Jens Nonnenmacher falsch informiert.

Hamburg - In einem Brief vom 10. Juli an den Parlamentspräsidenten Martin Kayenburg (CDU) schrieb Carstensen nach SPIEGEL-Informationen: Der Präsidialausschuss der HSH Nordbank habe "mit vorherigem Einverständnis der Spitzen der Landesregierungen in Hamburg und Schleswig-Holstein und der Spitzen der die Regierungen tragenden Fraktionen" die Zahlung an den Vorstandsvorsitzenden Dirk Jens Nonnenmacher beschlossen.

Carstensen: Den Landtag falsch informiertZur Großansicht
DPA

Carstensen: Den Landtag falsch informiert

Doch ein Einverständnis der Fraktionsspitzen von CDU und SPD in Kiel hat es nie gegeben, weder vor noch nach der Sitzung des Präsidialausschusses der HSH Nordbank am 26. Juni. SPD-Fraktionschef Ralf Stegner: "Ich bin erst vier Tage später in einer Koalitionsrunde von Carstensen informiert worden."

Sein CDU-Kollege Johann Wadephul hatte bereits am vergangenen Dienstag in einer Sitzung seiner Fraktion erklärt: "Einvernehmen ist mit uns nicht erzielt worden." Erst am Nachmittag des 26. Juni - als die Millionenzahlung im Präsidialausschuss der Bank unter Mitwirkung von Finanzminister Rainer Wiegard bereits beschlossen war - informierte Wiegards persönlicher Referent per E-Mail den Vorsitzenden des Finanzausschusses, Günter Neugebauer, und die finanzpolitischen Sprecher der Fraktionen von CDU und SPD.

Hinzu kommt: Carstensens Schreiben ist in weiten Teilen verblüffend identisch mit einem Brief, den sein Hamburger Kollege Ole von Beust (CDU) am gleichen Tag an den Präsidenten der Hamburger Bürgeschaft schickte.

Beust hatte gemacht, was Carstensen versäumte - vorab die Spitzen seiner Regierungsfraktionen, CDU und GAL, eingebunden. Deshalb spricht vieles dafür, dass Carstensen den Beust-Brief ohne sorgfältige Prüfung weitgehend übernommen und mit seinem Briefkopf und seiner Unterschrift versehen hat. Man habe sich mit der schleswig-holsteinischen Regierung über die Unterrichtung der Parlamente abgestimmt, heißt es in der Hamburger Senatskanzlei.

Der Entwurf für ein entsprechendes Schreiben sei in Hamburg entstanden und den Kieler Kollegen übermittelt worden. Carstensens Sprecher Knut Peters ist der Vorgang offenbar peinlich. Sein Kommentar: Zu diesem Thema sei alles gesagt.

Carstensen hat die Koalition mit der SPD in dieser Woche aufgekündigt. Die CDU will am 27. September Neuwahlen stattfinden lassen. Im Kieler Landtag soll darüber am kommenden Donnerstag entschieden werden.

als

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 1742 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
08.02.2011 von heuss: Freiheit

Die Menschen der Neuzeit lesen Otte, er schreibt mit Blick auf "nach 2000 - Verhältnisse", der Marx konnte diesen Input nicht verfügen. Wer sich Geschichte aus beruflichen Gründen antun muss, der erkennt schnell [...] mehr...

07.02.2011 von grauer kater:

Sehr geehrter Herr Ray! So zwingt man selbst "Kenner" zumindest zum Denken, wenn sie sich Argumente überlegen müssen! Mit freundlichen Grüssen grauer kater mehr...

07.02.2011 von ray4901: Sozialismus XXIV

Sie sollten Ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Sie haben bewiesen, dass man, um den Unwert einer Theorie zu belegen, diese genau kennen muss. Und haben sich deshalb "den Marx" seriös vorgeknöpft. Dafür [...] mehr...

07.02.2011 von grauer kater:

Sie beherrschen die dt. Sprache entweder nicht oder Sie benutzen sie absichtlich falsch! Weder Marx noch ich haben je vom Proletariat als "vaterlandslose Gesellen" gesprochen! Mit diesem Slogan hat man das Proletariat [...] mehr...

07.02.2011 von grauer kater:

Es ist von der Stellung zu den Produktionsmitteln abhängig, wenn Einkommen/Vermögen in entsprechender Höhe vorhanden ist, das als Kapital zum Einsatz kommen kann, ist man Bourgeois, muß man sich das bei der Bank leihen, fungiert [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles zum Thema Finanzkrise ab 2007

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP



TOP