Berlin - Der Porsche-Betriebsratschef hat massiven Widerstand gegen die Übernahme durch Volkswagen angekündigt. In mehreren Interviews attackierte Uwe Hück am Wochenende die Verantwortlichen des Wolfsburger Autobauers - allen voran den VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Dieser wolle sich mit Porsche einen Traum erfüllen, sagte Hück der "Bild am Sonntag", doch die "Seelen der Porsche-Mitarbeiter" könne VW niemals kaufen.
Im Südwestrundfunk bekräftigte der 47-Jährige, dass die Belegschaft für die Eigenständigkeit von Porsche kämpfen werde. Er forderte den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger auf, sich in den Konflikt einzuschalten und sich für die Arbeitsplätze in Baden-Württemberg einzusetzen.
Nach übereinstimmenden Berichten planen die Porsche-Mitarbeiter Streiks und Werksbesetzungen in Zuffenhausen und Weissach. "Die Porsche-Mitarbeiter haben in den vergangenen 14 Jahren galaktische Gewinne erzielt und werden jetzt auch galaktisch um die Eigenständigkeit von Porsche kämpfen", sagte Hück der "Bild am Sonntag". Er sehe bei Porsche 11.000 Arbeitsplätze in Gefahr und warnte: "Mit Polo-Teilen können Sie keinen Porsche bauen."
Der Betriebsratschef wies zudem Berichte zurück, am Donnerstag werde im Porsche-Aufsichtsrat über den Verkauf an Volkswagen entschieden. Der VW-Konzern plant nach SPIEGEL-Informationen die vollständige Übernahme des Sportwagenherstellers. Demnach soll Porsche in zwei Schritten an VW verkauft werden - für rund acht Milliarden Euro.
Hück, der auch stellvertretender Chef des Aufsichtsrats ist, sagte dem SWR, das Gremium werde am Donnerstag nur informiert. "Wir haben noch nicht einmal die Unterlagen, also können wir noch gar nichts beschließen und werden auch nichts beschließen. Das ist eine gezielte Falschmeldung."
VW-Aufsichtsrat Christian Wulff hatte der "Wirtschaftswoche" gesagt: "In den Aufsichtsratssitzungen der Porsche SE und der Volkswagen AG sollte am Donnerstag eine Grundsatzvereinbarung für einen integrierten Automobilkonzern eine breite Mehrheit bekommen."
Nach den VW-Plänen soll Porsche als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden. Demnach haben sich die Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch darauf verständigt, dem Volkswagen-Plan zuzustimmen. Die Entscheidung geht offenbar einher mit dem Abgang von Noch-Porsche-Chef Wiedeking. Nach SPIEGEL-Informationen wird er durch den bisherigen Produktionsvorstand Michael Macht ersetzt.
cte/Reuters/AP/AFP/dpa
Auf anderen Social Networks posten:
Da muß ich beipflichten.Allerdings war an den Kisten immer was kaput.Der Kundendienst war auch an der Unverschämtheitsgrenze(Regelmäßiger Turboladerwechsel für ca 3500DM etc.).Als ich mit mitte 30 dann die grauen Haare bekam bin [...] mehr...
Nettes Sammelsurium an Vorurteilen. Schon mal dran gedacht, dass es Leute gibt, die sich einen 911 kaufen, weil es der Inbegriff des Sportwagens ist und einfach Fahren in seiner schönsten Form vermittelt? Es macht einfach [...] mehr...
Och mit Spiesserkarre hat das wenig zu tun, eher mit dem Spiesser im Porsche. Wenn ich mir die Porschefahrer in unseren Landen so ansehe, dann sind es entweder ältliche Herren, die automatische Garagentore haben, um einmal [...] mehr...
Man darf nicht vergessen, dass Suzuki ebenfalls Motorrad-Produzent ist und in Deutschland nach BMW-Motorrad den zweitgrößten Marktanteil besitzt. Ducati-Fahrer Piëch wird wohl auch den deutschen Zweiradmarkt umkrempeln wollen. [...] mehr...
Aaah, die beliebten Totschlagargumente. Penisersatz, dass ich nicht lache. Vielleicht brauchen Sie nur eine Ausrede, um in ihre Spiesserkarre zu steigen. mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Machtkampf zwischen VW und Porsche | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH