Wirtschaft



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21.07.2009
 

Nach Protesten

Bundesbank weist Vorwürfe wegen Rente mit 69 zurück

Entgegen Medienberichten macht sich die Bundesbank nicht für ein Rentenbeginn mit 69 Jahren stark. Bei einer Erwähnung dieser Möglichkeit im Monatsbericht habe es sich nicht um eine Empfehlung, sondern lediglich um eine Modellrechnung gehandelt, stellte die Bank jetzt klar.

Hamburg - Viel Lärm um wenig: Die Deutsche Bundesbank hat Darstellungen zurückgewiesen, sie habe für eine Rente erst mit 69 Jahren plädiert. In ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht habe sie lediglich Zusammenhänge der demografischen Entwicklung erklärt, teilte die Bank am Dienstag nach wütenden Protesten aus Politik und Sozialverbänden mit.

Älteres Paar: "Die Darstellung ist unzutreffend"
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Getty Images

Älteres Paar: "Die Darstellung ist unzutreffend"

Nur unter ganz bestimmten Annahmen sei rechnerisch eine Anhebung des Rentenalters auf 69 Jahre bis zum Jahr 2060 notwendig, stellte die Bank nun klar. Nämlich dann, wenn das Verhältnis von Rentenbezugsdauer und Erwerbsphase näherungsweise auf dem derzeitigen Stand konstant gehalten werden und die Beiträge nicht wesentlich steigen sollen.

"Der Aufsatz im Monatsbericht stellt im Sinne einer Wenn-Dann-Aussage die rechnerischen Konsequenzen dieser Zusammenhänge dar, ohne sie politisch zu werten", erklärte die Notenbank. "Insoweit ist die Darstellung unzutreffend, dass die Bundesbank in diesem Aufsatz für ein ab dem Jahr 2060 einsetzendes Renteneintrittsalter von 69 Jahren plädiere."

PDF-Download: (optional) Zuvor waren Berichte über die angebliche Forderung der Bundesbank auf scharfe Kritik gestoßen. "Das ist Quatsch", kommentierte Bundesarbeitsminister Olaf Scholz gegenüber dem "Hamburger Abendblatt". "Es wäre schon viel gewonnen, wenn nicht ständig neue unsinnige Vorschläge das Licht der Welt erblicken würden", sagte der SPD-Politiker.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte der "Berliner Zeitung": "Die Bundesbank sollte sich lieber um eine verbesserte Bankenaufsicht kümmern, als die Bürger mit solchen Parolen zu verunsichern." Ähnlich äußerte sich Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast. "Die Bundesbank wäre gut beraten, ihr Kerngeschäft zu erledigen und sich um die Sicherheit des Bankensystems zu kümmern", sagte sie.

Auch Gewerkschaften und Sozialverbände hatten sich bereits in die Debatte eingeschaltet. "Das ist der dümmste Vorschlag, den ich in den letzten Jahren gehört habe", sagte Elke Hannack, Mitglied im Ver.di-Bundesvorstand, der "Berliner Zeitung". Eine solche Heraufsetzung des Renteneintrittsalters bis zum Jahr 2060 wäre "sozialpolitischer Raubbau an unserer Gesellschaft". Der Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, sagte, auf diese Weise würden "Jung und Alt weiter verunsichert".

yes/dpa

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