Wirtschaft



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22.07.2009
 

Milliardenreserven

China will Krise für Einkaufstour im Ausland nutzen

Reich, reicher, China: Die Volksrepublik sitzt auf üppigen Devisenreserven. Jetzt erklärt Premier Wen Jiabao, mit dem Geld im Ausland auf Shoppingtour gehen zu wollen: "Wir sollten die Öffnung unserer Unternehmen vorantreiben und dafür unsere Devisen nutzen."

Hamburg - Die Währungsrücklagen Chinas sind gigantisch - jetzt will Peking sie verstärkt im Ausland einsetzen. "Wir sollten die Öffnung unserer Unternehmen vorantreiben und dafür unsere Devisen nutzen", sagte Chinas Premier Wen Jiabao laut "Financial Times" vor Diplomaten. Auch sollten chinesische Unternehmen ihren Anteil an den globalen Exporten vorantreiben, so Wen.

Petro-China-Anlage: Investments im AuslandZur Großansicht
REUTERS

Petro-China-Anlage: Investments im Ausland

"Das ist das erste Mal, dass ein Regierungsmitglied öffentlich und offiziell darauf pocht, direkt im Ausland zu investieren", sagte Qu Hongbin, HSBC-Chefökonom für China, der "Financial Times".

Schon seit längerem treibt die Regierung in Peking einheimische Unternehmen dazu, verstärkt im Ausland zu investieren und sich an anderen Unternehmen zu beteiligen - darunter die großen staatseigenen Konzerne Petrochina, China Telecom und die Bank of China Chart zeigen. Durch den Ausbruch der weltweiten Wirtschaftskrise hat sich dieser Trend sogar verstärkt. So sind ausländische Unternehmen aus chinesischer Sicht momentan zum Teil zu Schnäppchenpreisen zu haben.

Daneben sind die Währungsrücklagen der Chinesen in den vergangenen Monaten gigantisch angeschwollen: Im zweiten Quartal überstiegen sie erstmals die Marke von 2000 Milliarden Dollar. Mit rund 2130 Milliarden Dollar lagen sie im ersten Halbjahr 17,8 Prozent höher als zuvor. Allein im Juni lag der Zuwachs bei 42 Milliarden Dollar. Chinas Devisenreserven sind damit inzwischen mehr als doppelt so groß wie die der Nummer Zwei, Japan.

Anstieg beim Wachstum

Auch die chinesische Wirtschaft insgesamt ist momentan wieder auf Erholungskurs. So legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Volksrepublik im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent zu - und übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die mit einem Wachstum von 7,5 Prozent gerechnet hatten.

Allerdings wächst in Peking derzeit die Sorge, dass sich der chinesische Markt wegen des enormen Zuflusses der Devisen überhitzen wird. Die Regierung sucht daher händeringend nach Auswegen aus dem Dilemma: Allerdings ließ Premier Wen am Montag offen, wie viel der staatlichen Devisenreserven er im Ausland investieren will. Auch an welchen Projekten sich das Land vornehmlich beteiligen will, ließ er ungesagt.

Beobachter rechnen jedoch damit, dass China vor allem an Investments im Bereich der erneuerbaren Energien interessiert ist. "Alle raten uns dazu, uns bei den westlichen Börsen mit ihren derzeitigen Schnäppchenpreisen einzukaufen", sagte Chen Yuan, Chef der China Development Bank. "Ich denke aber, wir sollten nicht auf die Wall Street schauen, sondern unser Augenmerk auf Energieinvestments legen."

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