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23.07.2009
 

Michael Jacksons Erbe

Investorenstreit um die Beatles-Hits

Von Marc Pitzke, New York

Nach dem Tod Michael Jacksons ist ein heißer Kampf um dessen Nachlass entbrannt: Wer bekommt die Rechte an den Hits der Beatles, die der King of Pop besaß? Auch Wall-Street-Investoren haben ihr Auge darauf geworfen - und hoffen auf Milliardengeschäfte.

Es lässt ihn bis heute nicht los. "Wir hatten wirklich viel Spaß", erinnert sich Paul McCartney. "Wir machten ein paar Platten zusammen, machten ein Video und waren sehr gute Freunde." Er fügt aber gleich hinzu: "Etwas später ging das dann in die Brüche, denn er redete mit mir und fragte mich um geschäftlichen Rat, und eine der Sachen, die ich zu ihm sagte, war: Du solltest anfangen, dir Musikrechte zu sichern." Das Publikum gluckst, es ahnt, was kommt. Doch McCartneys Miene bleibt bitterernst.

McCartney sitzt auf der Couch von Talkmaster David Letterman, im New Yorker Ed-Sullivan-Theater. Es ist ein historischer Besuch: Dies ist dieselbe Bühne, auf der die Beatles 1964 ihren ersten TV-Auftritt in Amerika hatten, vor rund 73 Millionen Zuschauern. Doch McCartneys Anekdote handelt von einer etwas jüngeren Vergangenheit: seiner Zusammenarbeit mit Michael Jackson in den achtziger Jahren, mit den Hits "The Girl Is Mine" und "Say Say Say" - und dem späteren Krach der beiden Megastars.

Jackson nahm McCartneys geschäftlichen Rat damals nämlich ernst - und schnappte sich 1985 nicht irgendwelche Musikrechte, sondern die an allen Beatles-Songs, für 47,5 Millionen Dollar. McCartney, der aus Kostengründen darauf verzichtet hatte, hatte das Nachsehen.

Seither hat nicht er selbst den Löwenanteil an seinem Beatles-Erbe verdient, sondern Michael Jackson. "Das war cool, irgendwer musste es kriegen", sagt McCartney. Aber es ist ihm anzusehen, dass er sich das eigentlich anders vorgestellt hatte.

Es geht um legendäre Titel - und gigantische Summen

Zwar beehrte Paul McCartney Letterman vorige Woche in erster Linie, um für drei lange geplante Eröffnungskonzerte im Citi Field zu werben, dem neuen Baseballstadion der New York Mets. Doch das Timing entbehrte nicht einer gewissen Ironie: Jacksons Tod Ende Juni hat endloses Gezeter um dessen Nachlass ausgelöst - und vor allem um den "Beatles-Katalog", wie er in der Branche genannt wird.

Um dessen Zukunft ist hinter den Kulissen ein heißer Bieterkampf entbrannt. Und mittendrin in diesem Kampf um Millionen: die Wall Street, namentlich eine Gruppe ihrer Top-Finanzhaie.

Schließlich geht es da um legendäre Titel - und phantastische Summen. Die Rechte an den mehr als 250 Songs aus der Feder von Paul McCartney und John Lennon - Kulthits wie "Yesterday", "A Hard Day's Night" und "Yellow Submarine" - werden von einer Firma namens Sony/ATV Music Publishing verwaltet. An der hielt Michael Jackson zuletzt 50 Prozent, die andere Hälfte gehört dem Medienkonglomerat Sony.

Zum Tod von Michael Jackson

Der Songkatalog enthält fast alle Titel, die die Beatles bis zu ihrer Trennung 1970 aufgenommen haben - sowie inzwischen auch mehr als eine halbe Million Hits anderer, von Altstars wie Elvis Presley, Bob Dylan und Neil Diamond bis hin zu jüngeren Namen wie Eminem, Akon und Taylor Swift. Geschätzter Gesamtwert des Pakets: mehr als eine Milliarde Dollar. Allein die Beatles-Hits sollen heute noch Tantiemen von bis zu 45 Millionen Dollar im Jahr einspielen - "eine Lizenz zum Gelddrucken", schreibt die Agentur Reuters.

Jackson vererbte alle seine Vermögenswerte nun an die Jackson-Familienstiftung - entgegen früheren britischen Medienberichten, wonach er die Beatles-Rechte McCartney habe hinterlassen wollen, um den Streit der beiden postum beizulegen. Sony/ATV wiederum, so hieß es nach Jacksons Tod aus Firmenkreisen, habe keinerlei Absicht, die Rechte aufzugeben.

Doch so einfach ist das natürlich nicht. Der Jackson-Clan ist in Finanzfragen ziemlich gerissen. Er könnte entweder weiter von den Tantiemen leben. Oder er könnte sein Anrecht auf die Beatles-Songs meistbietend verkaufen, an Sony oder jemand anderen, um die offenbar enormen Schulden des King of Pop zu tilgen.

Und genau das hat nun die Wall-Street-Akteure auf den Plan gerufen. Wie die "New York Times" berichtete, haben eine Reihe von Investoren inzwischen "diskret angefragt", bei der Jackson-Familie wie auch bei Sony, und ihr Interesse an Sony/ATV bekundet - darunter die Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR), Plainfield und Colony Capital.

Colony war bereits zuvor mit Michael Jackson verstrickt: Die Firma besitzt die Anteile an der Neverland-Ranch, nachdem Jackson diese voriges Jahr beinahe per Zwangsversteigerung verloren hatte. Unternehmenschef Thomas Barrack habe Vertreter der Jackson-Familie kontaktiert, meldete die "Times". Plainfield wiederum war früher schon mal als Kreditgeber für Mijac aufgetreten - Jacksons Firma, die die Rechte an seinen eigenen Songs hält.

Der US-israelische Medienmogul Haim Saban, dessen Vermögen von "Forbes" auf 2,5 Milliarden Dollar geschätzt wird, habe ebenfalls ein Auge auf die Beatles-Songs geworfen, hieß es weiter. Saban - zwischenzeitlich auch Hauptaktionär bei ProSiebenSat.1 - trat demzufolge vor zwei Wochen auf der diesjährigen Medien- und Milliardärsklausur des Investmentbankers Herb Allen in Sun Valley an Sony-Chef Howard Stringer heran.

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22.10.2009 von r baron: Mozart

Jede Generation schafft ihre Stars, seinerzeit WA Mozart. Der starb auch ueberraschend, aber er hat Generationen ueberdauert. So hat Elvis und John Lennon. Nach MJ kraeht schon heute kein Hahn mehr ausser SPON und das ist gut [...] mehr...

22.10.2009 von r baron: Ronald Reagan

Ronald kam doch nur ueber den Styx, um ihn abzuholen. Weil MJ die beiden Muenzen fuer den Faehrmann nicht bei sich hatte. Die hatte die Familie vorher geklaut. mehr...

22.10.2009 von r baron:

Sicher seine musikalische Leistung wird in 100 Jahren die von W A Mozart verdraengen. mehr...

22.10.2009 von r baron: MJ Songs

Nennen Sie mir einen. Ich kenne keinen mehr...

22.10.2009 von r baron: Buehnegezappel

Die Musik von Elvis kann man hoeren. Das Gezappel von MJ nicht. Habe noch nie eine Musik von ihm gehoert. Sie geht unbeachtet unter in der Kakophonie des selbsernannten Kings of Pop. Wahrscheinlich muss man Drogen nehmen, um [...] mehr...

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