Wirtschaft



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24.07.2009
 

Votum gegen Magna

Opel-Treuhänder brüskieren Bundesregierung

Die beiden von Bund und Ländern eingesetzten Opel-Treuhänder schießen quer. Nach Informationen von "Handelsblatt" und "Financial Times Deutschland" sperren sie sich gegen einen Verkauf an Magna. Einer will den Autobauer stattdessen in die Insolvenz führen.

Düsseldorf/Berlin - Hart hatten die Regierungsspitzen Anfang Juni um eine Rettung des angeschlagenen Autoherstellers Opel gerungen - am Ende einigte man sich: Opel soll mit Staatshilfen gestützt und verkauft werden, eine Insolvenz wurde abgelehnt. Seither gilt der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna International Chart zeigen als klarer Berliner Favorit für eine Übernahme. Doch jetzt schießen ausgerechnet die von Bund und Ländern bestellten Opel-Treuhänder quer.

Opel-Werk in Antwerpen: Treuhänder favorisieren InsolvenzZur Großansicht
REUTERS

Opel-Werk in Antwerpen: Treuhänder favorisieren Insolvenz

In einer ersten Sondierungsrunde mit Managern der Opel-Mutter General Motors (GM) Chart zeigen am Dienstag im Kanzleramt habe Ex-Conti-Chef Manfred Wennemer als Vertreter des Bundes dafür plädiert, Opel in eine Planinsolvenz zu entlassen und danach mit staatlicher Hilfe einen Neuanfang zu versuchen, schreibt das "Handelsblatt".

Dagegen habe sich der hessische FDP-Politiker Dirk Pfeil als Vertreter der vier Länder mit Opel-Standorten dafür ausgesprochen, den Traditionshersteller an den auch von GM bevorzugten Finanzinvestor RHJ zu verkaufen. Auch die "Financial Times Deutschland" schreibt, die beiden Treuhänder hätten sich gegen Magna ausgesprochen. In der Politik herrsche Unmut darüber. Wennemer und Pfeil wollten sich dem Druck jedoch nicht beugen.

Sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Außenminister und Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatten sich klar gegen eine Insolvenz von Opel ausgesprochen. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte jedoch Bedenken geltend gemacht. Zuletzt hatte die Regierung noch einmal betont, es gebe eine "gewisse Präferenz" für das Angebot des kanadisch-österreichischen Autozulieferers Magna.

Kurz vor der Insolvenz hatte General Motors die Mehrheit an Opel in die Hände der Treuhänder gelegt, um den deutschen Hersteller zu schützen. Nach dem Aus für den chinesischen Autobauer BAIC bieten jetzt noch Magna und RHJ für die Rüsselsheimer.

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) drohte indes mit Blick auf die schleppenden Verkaufsverhandlungen, die zugesagten Staatsbürgschaften für den Erhalt von Opel würden nicht an jeden Käufer gezahlt. "Wir müssen darauf achten, dass deutsche Staatsbürgschaften nur an einen Investor gehen, der den dauerhaften Fortbestand von Opel als eigenständiges Unternehmen garantiert", sagte Steinmeier der "Bild".

"Opel ist ein zukunftsfähiges Unternehmen, das zum Beispiel jedes Jahr 1,5 Milliarden Euro in Forschung investiert, das meiste in Deutschland." Er halte das Angebot des österreichisch- kanadischen Zulieferers Magna weiterhin für die vernünftigste Lösung "im Sinne der Beschäftigten und im Sinne der deutschen Steuerzahler".

beb/dpa

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11.10.2009 von schlob:

gottseidank- ich hatte schon angst,die wollen auch ein paar mrd bezahlen. mehr...

10.10.2009 von Dodol: Last Opel endlich sterben

Zuviel Überkapazität, zuviel Staatsintervention. Niemand will Opel, niemand braucht Opel. Trotz Steuergelder wird Opel Pleite gehen ob die Politiker (und Bürger) und Gewerkschaften das mögen oder nicht. Die Wahl ist vorbei, es [...] mehr...

09.10.2009 von Rainer Daeschler:

Anders ausgedrückt, sie weigern sich den Arbeitsplatzerhalt von GM und Magna in Rechnung stellen zu lassen. mehr...

09.10.2009 von pragmat: Wecke die schlafenden Hunde...

... denn sowohl Großbritannien als auch Spanien haben sich jetzt gegen den deutschen Rettungsplan ausgesprochen. Der Zirkus geht jetzt erst richtig los, wenn die Bundesregierung - sprich Merkel - versucht, ihre Vorstellungen und [...] mehr...

13.09.2009 von peterman: Opel ist nicht zu retten.

Die Politiker sind dafür das die Manager für ihre Fehler mit eigenem Geld haften. Vielleicht sollten die jetzigen Politiker mit eigenem Geld haften wenn Opel die 4,5 Milliarden versenkt hat und anschließend Pleite ist.Manches geht [...] mehr...

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