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Software-Gigant im Umbruch Microsoft kämpft um sein Tech-Imperium

2. Teil: Wie Microsoft Office modernisieren will - und warum Windows 7 den Konzern vielleicht nicht retten kann

Ein Hoffnungsschimmer für den Riesen aus Redmond ist die Qualität seiner neuen Produkte. Die viel kritisierten Mängel scheint der Konzern durch eine neue Firmenpolitik in den Griff bekommen zu haben. Nach dieser arbeiten nun immer zwei Programmierer an derselben Aufgabe: Der erste schreibt den Computercode, der zweite kontrolliert ausschließlich die Fehler seines Partners.

Die Strategie scheint zu funktionieren: Plötzlich bringt der Konzern eine Reihe von Produkten heraus, die in der Fachwelt Beifall finden, unter anderem die Suchmaschine Bing und das Betriebssystem Windows 7.

Kann Windows 7 Microsoft wirklich retten?

Vor allem in letzteres setzt Microsoft große Hoffnung: Es soll zur neuen Cash Cow werden und die Gewinneinbußen, die durch Windows Vista entstanden sind, wieder wett machen. Ob das tatsächlich funktioniert, ist allerdings zweifelhaft. Zwar war eine billige Vorabversion des Betriebssystems rasend schnell ausverkauft. Der PC-Markt aber dürfte nach der Krise nicht mehr derselbe sein.

Das größte Wachstumssegment im PC-Markt sind die sogenannten Netbooks, also abgespeckte Laptops. Die aber bieten für Windows 7 gerade keine Wachstumsperspektiven. Betrieben werden sie meist mit Windows XP oder einem System des Windows-Konkurrenten Linux. Außerdem gewinnt laut einer Studie des US-Marktforschungsinstituts National Purchase Diary am amerikanischen Edel-PC-Markt zusehends Apple die Oberhand.

Die größte Gefahr aber könnte dem neuen Windows vom Rivalen Google Chart zeigen drohen, der für nächstes Jahr ein eigenes Betriebssystem unter dem Namen Chrome OS angekündigt hat. Noch ist ungeklärt, wie schnell dieses für Microsoft zum Risikofaktor wird. Google hat angekündigt, Chorme OS zunächst nur für Netbooks herauszubringen, und die Euphorie über den gleichnamigen Browser, mit dem Google Microsofts Internet Explorer Konkurrenz macht, ist nicht zuletzt aus datenschutzrechtlichen Bedenken schnell wieder verpufft. Dennoch ist Googles Chrome OS Microsofts Betriebssystemen in zentralen Punkten überlegen: Es ist gratis und befördert die Loslösung des Nutzers von einzelnen PCs so stark wie es kein Windows bislang getan hat.

Microsoft befeuert das Internet-Office

Auch im Bereich Büro-Software hat sich Google längst zur Bedrohung entwickelt. Hier macht der Suchmaschinenriese Microsoft bereits mit Gratisversionen von Anwendungen wie Word, Excel oder Powerpoint Konkurrenz. Auch diese funktionieren PC-unabhängig in der Wolke - so können mehrere Nutzer über das Internet zusammen an demselben Dokument arbeiten. Microsofts Office-Programme verkommen durch diese Konkurrenz "zur Dutzendware", wie es Michael Cusumano, Professor am Technologiezentrum Massachusetts, ausdrückt.

Kein Wunder also, dass Microsoft jetzt eine massive Aufholjagd startet. Office 2010, geplante Veröffentlichung zur Jahresmitte, ist ein radikaler Bruch mit der Vergangenheit. Erstmals will der Softwareriese eine Gratisversion seiner Programme anbieten - werbefinanziert und mit eingeschränkten Funktionen. Und auch bei der Kaufversion von Office 2010 prüft Microsoft offenbar alternative Finanzierungsmodelle. Nach Angaben der "Business Week" sollen Nutzer die Programme mittelfristig im Monatsrhythmus pachten können.

Zudem erweitert der Konzern seine Dienste massiv in die Wolke - wie bei Google werden Word & Co endgeräteunabhängig. Das allerdings ist ein riskantes Unterfangen für den Software-Riesen. Denn noch nutzen weit mehr Kunden Office statt Googles Gratisdienste. Microsoft müsste sein Online-Office mit einer gewaltigen Infrastruktur hinterlegen - die Server-Kosten drohen da schnell aus dem Ruder zu laufen.

Schlechte Chancen im Suchmaschinenmarkt

Im immer wichtiger werdenden Online-Markt hat es Microsoft bislang nicht geschafft, Fuß zu fassen. Die Suchmaschine Bing wurde zwar von Kritikern gelobt, signifikante Marktanteile konnte sie aber bislang nicht gewinnen.

Im Kampf gegen Google verhandelt Microsoft daher noch immer mit dem Internet-Konzern Yahoo über eine Kooperation. In der Nacht zum Freitag sollte laut "Wall Street Journal" darüber die Spitze von Yahoo beraten - bislang ist dies nicht geschehen. Eine Übernahme von Yahoo durch Microsoft war im vergangenen Jahr spektakulär gescheitert.

Angesichts der vielen Unsicherheiten betrachtet die Börse Microsofts Neupositionierung derzeit mit gemischten Gefühlen. Weder Windows 7, noch die Verhandlungen mit Yahoo konnten den darbenden Aktienkurs signifikant heben auch die Ankündigung der Bing-Suchmaschine sorgte nur für ein kurzes Strohfeuer. Die schlechten Quartalszahlen drücken den Kurs nun wieder: Am Freitag brach der Aktienwert deutlich ein.

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insgesamt 46 Beiträge
FastFertig 24.07.2009
Es ist einfach albern anzunehmen, dass ein Konzern ständig um 10% wächst und sich alle paar Jahre verdoppelt. Wie dumm muss man eigentlich sein um Analyst zu werden? 3 Milliarden Gewinn ist mehr als genug. Microsoft ist groß [...]
Es ist einfach albern anzunehmen, dass ein Konzern ständig um 10% wächst und sich alle paar Jahre verdoppelt. Wie dumm muss man eigentlich sein um Analyst zu werden? 3 Milliarden Gewinn ist mehr als genug. Microsoft ist groß genug. Was wollt ihr denn noch, ihr Börsenheinis? Kontinuierliches Wachstum von 20% damit man über Aktienkurse und Dividenden Gewinne einstreichen kann ohne jemals richtig zu arbeiten? Ihr geht mir mit eurem Gesabbel mittlerweile mehr als auf den Geist. Ihr vergewaltigt die Idee der Aktien jeden Tag, das System hat sich überholt und sollte abgeschafft werden und euch Börsenspekulaten sollte man auf den Mond schießen. Dann gäbe es vermutlich keine Finanzkrise, deutlich weniger Größenwahn und man müßte nicht dauernd so einen Scheiß lesen.
silenced 24.07.2009
Auch im Softwarebereich gibt es kein EWIGES Wachstum. Es muß endlich die Ansicht weg, daß weniger Umsatz als im Vorjahr = schlechte Unternehmensführung. Also: weg von der Panikmache und dem Traum vom ewigen Wachstum, hin zu [...]
Auch im Softwarebereich gibt es kein EWIGES Wachstum. Es muß endlich die Ansicht weg, daß weniger Umsatz als im Vorjahr = schlechte Unternehmensführung. Also: weg von der Panikmache und dem Traum vom ewigen Wachstum, hin zu realistischer Betrachtung und mehr Bescheidenheit. Microsoft dürfte eine der wenigen Firmen sein, die eine Wirtschaftskrise nichtmal im Ansatz betreffen sollte. Falls doch wurden die letzten Jahre keine Reserven geschaffen, was ja eh "uncool" ist.
ewspapst 24.07.2009
Da lesen wir in grossen Lettern: Microsoft geht es schlecht. Im selben Artikel erfahren wir aber auch: Milliarden Dollar. Der operative Gewinn sank von 3,25 Milliarden auf 2,16 Milliarden. •In der Business-Sparte (Office- und [...]
Da lesen wir in grossen Lettern: Microsoft geht es schlecht. Im selben Artikel erfahren wir aber auch: Milliarden Dollar. Der operative Gewinn sank von 3,25 Milliarden auf 2,16 Milliarden. •In der Business-Sparte (Office- und Business-Software) sank der Umsatz von 5,26 auf 4,56 Milliarden, der operative Gewinn von knapp 3,36 auf 2,81 Milliarden. Wenn die Industrie Milliardengewinne macht, geht es ihr schlecht, wenn aber ein normaler Arbeiter eine Lohnerhöhung von 4 Prozent fordert, ist er "unverschämt" in der KRISE: Ich kann nur den Kopf schütteln über diese Verdummung. Günther
nasic 24.07.2009
Außer fragwürdigen Spekulationen und umdeutungen bekannter Fakten habe ich nichts neues aus Ihrem Artikel entnehmen können. Doch, teilweise sogar falsche Fakten. Ich würde das ganze als "Es ist Sommerloch, was schreibseln [...]
Außer fragwürdigen Spekulationen und umdeutungen bekannter Fakten habe ich nichts neues aus Ihrem Artikel entnehmen können. Doch, teilweise sogar falsche Fakten. Ich würde das ganze als "Es ist Sommerloch, was schreibseln wir da mal" abhaken.
Berg 24.07.2009
Ich las dort: Zitat:"Auch das gesamte Geschäftsjahr, das bei Microsoft traditionell im Juli beginnt, ist unerfreulich: Der Umsatz fiel 2009 um drei Prozent auf 58,4 Milliarden Dollar, der Gewinn sackte um fast 18 Prozent [...]
Zitat von ewspapstDa lesen wir in grossen Lettern: Microsoft geht es schlecht. Im selben Artikel erfahren wir aber auch: Milliarden Dollar. Der operative Gewinn sank von 3,25 Milliarden auf 2,16 Milliarden. •In der Business-Sparte (Office- und Business-Software) sank der Umsatz von 5,26 auf 4,56 Milliarden, der operative Gewinn von knapp 3,36 auf 2,81 Milliarden. Wenn die Industrie Milliardengewinne macht, geht es ihr schlecht, wenn aber ein normaler Arbeiter eine Lohnerhöhung von 4 Prozent fordert, ist er "unverschämt" in der KRISE: Ich kann nur den Kopf schütteln über diese Verdummung. Günther
Ich las dort: Zitat:"Auch das gesamte Geschäftsjahr, das bei Microsoft traditionell im Juli beginnt, ist unerfreulich: Der Umsatz fiel 2009 um drei Prozent auf 58,4 Milliarden Dollar, der Gewinn sackte um fast 18 Prozent auf 14,6 Milliarden Dollar ab." Der Gewinn "sackte ab". Auf 14,6 Milliarden Dollar. Damit wird wohl Microsoft noch allerhand anstellen können.
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