Wirtschaft


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24.07.2009
 

Intervention des Aufsichtsrats

Gewerkschafter bremsten Millionenzahlung an Wiedeking aus

Die 50-Millionen-Abfindung für Wendelin Wiedeking provoziert Kritik. Dabei ist sie deutlich geringer ausgefallen als erwartet - denn nach verschiedenen Medienberichten hätte der Porsche-Chef 150 Millionen Euro bekommen sollen. Doch das scheiterte an Betriebsrat und Gewerkschaft.

Hamburg - Wendelin Wiedeking wird sein Abschied mit stattlichen 50 Millionen Euro Abfindung erleichtert - doch das ist weit weniger als vorher vermutet wurde. Bis zu 250 Millionen Euro würde der Manager bekommen, hatten Medien vor dem entscheidenden Tag der Entlassung des Porsche Chart zeigen-Chefs gemeldet.

Ex-Porsche-Chef Wiedeking: 50 Millionen zum AbschiedZur Großansicht
dpa

Ex-Porsche-Chef Wiedeking: 50 Millionen zum Abschied

Dass es jetzt doch "nur" 50 Millionen Euro geworden sind, hat Wiedeking nach Informationen der "Financial Times Deutschland" den Arbeitnehmern des Stuttgarter Konzerns zu verdanken. Denn tatsächlich sollte Wiedeking eigentlich einen deutlich höheren Betrag erhalten. Im Falle des scheidenden Porsche-Chefs hätten 150 Millionen Euro zur Debatte gestanden, zitiert die Zeitung eine mit dem Vorgang vertraute Person. Allerdings sei das Vorhaben am Widerstand der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat gescheitert. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, bei der Prüfung der Ansprüche Wiedekings habe der Aufsichtsrat in der Nacht auf Donnerstag festgestellt, dass "Mr. Porsche" rechtlich sogar Anspruch auf 175 bis 260 Millionen gehabt hätte.

IG-Metall-Chef und Porsche-Aufsichtsrat Berthold Huber sagte der "FTD": "Diese Volumina haben wir auf gar keinen Fall akzeptiert." Und dem Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück, sonst treuer Mitstreiter von Wiedeking, der sogar den Medien die Schuld für dessen Scheitern zuwies, platzte sogar der Kragen. Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" soll Hück getobt haben, er werde solch hohen Zahlungen die Zustimmung verweigern. Allerdings soll sich auch Wiedeking selbst gegen die 150-Millionen-Offerte ausgesprochen haben.

Doch auch die deutlich geringere Summe, auf die sich der Aufsichtsrat verständigte, sorgt für harsche Kritik. Der Vorgang sei skandalös, kritisierte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, die Abfindung an Wiedeking. "Die Spekulationsgewinne, die seine Rieseneinkommen der vergangenen Jahre angeblich rechtfertigten, haben sich vollständig in Luft aufgelöst, und seine Firma ist am Ende", stellte Poß fest.

Auch Wiedekings Ankündigung, er wolle die Hälfte spenden, ändere nichts an der Verwerflichkeit des Prinzips, für Missmanagement Millionen zu bekommen. Porsche steht nach den Worten des SPD-Finanzexperten damit ebenso wie der ähnlich gelagerte Fall Schaeffler/Conti exemplarisch für "den Einzug der Zockermentalität des globalen Casino-Kapitalismus selbst in die vermeintlich bodenständigsten deutschen Unternehmen und Wirtschaftszweige".

Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, rechnete vor: "25 Millionen heißt, bei einem Listenpreis von 100.000 Euro, 250 Porsche 911 Targa 4. Das ist kein Sozialneid: Diese Summe ist absurd hoch und steht in keiner Relation zu irgendeiner geleisteten Arbeit." In Wiedekings Bilanz stünden Zockereien an der Börse, "die Tausende Arbeitsplätze gefährdeten und letztlich einen Schuldenberg von zehn Milliarden Euro bei Porsche hinterließen".

Wiedeking hat auch angekündigt, eine Berufsgruppe mit einer Spende zu beglücken, die in den vergangenen Wochen nicht immer zimperlich mit ihm umgegangen ist. In seiner persönlichen Erklärung zum Rücktritt kündigte er an, notleidende Journalisten zu unterstützen. Zu diesem Zweck werde er dem Sozialfonds der Landespresse Baden-Württemberg, der Stiftung der Hamburger Presse und dem Verein Kollegenhilfe niedersächsischer Journalisten je 500.000 Euro zukommen lassen.

beb

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Die neuesten Beiträge:
03.12.2009 von grauer kater:

Der 911 und seine Varianten sind ausgezeichnete Autos mit nur einen Makel: sie sind zwischen 60 bis 100 000 Euro zu teuer, je nach Typ! Was darüber hinaus unter VW mit Porsche passiert, wird die Zukunft zeigen! Man sollte schon [...] mehr...

02.12.2009 von grauer kater:

Diesmal kann man Ihnen zustimmen, wenn der Porsche nur nicht so hässlich wäre! Die Synthese das Designs ging voll daneben! mehr...

02.12.2009 von Haio Forler: .

eajYeah! Den Nagel auf den Kopf getroffen :-) Der hat wohl die E-Klasse ersetzt. Man kann jeden Satz so stehen lassen. Abstempeln. Aufhängen. mehr...

07.09.2009 von DerBlicker: den Nagel auf den Kopf getroffen

wer sowieso keine 50 000 Euro für ein Auto ausgibt und dann gegen Porsche stänkert, der ist nicht ernst zu nehmen. Porsche interssiert sich nur für die Meinung seiner potentiellen Käufer, dazu zählen sicher alle nicht, die [...] mehr...

07.09.2009 von matthias schwalbe:

Ja wenn das so ist wie Sie in Ihrem 1.Satz schreiben ("..ich verstehe nicht so viel..."),warum lassen Sie sich denn dann zu so einem Billigstatement ("...Blechbüchse..." )hinreißen ? Oder haben sie [...] mehr...

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