Hamburg - Die Konjunktur springt wieder an: Nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts hat die deutsche Wirtschaft den Absturz hinter sich, noch im dritten Quartal könnte sie sogar wieder wachsen. Auch die Unternehmen schätzen ihre Lage zunehmend positiv ein: Der Ifo-Index, der am Freitag veröffentlicht wurde, stieg zum vierten Mal in Folge.
Positiv auf die Wirtschaft dürften auch die staatlichen Konjunkturmaßnahmen gewirkt haben. Nach Einschätzung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) zeichnen sich dabei vor allem die deutschen Konjunkturmaßnahmen durch eine besonders hohe Wirksamkeit aus. Die Experten haben die Konjunkturprogramme von zehn wichtigen Industriestaaten und Schwellenländern verglichen - und Deutschland schneidet am besten ab.
Mit der Größe der beiden von der Bundesregierung verabschiedeten Konjunkturpakete liegt die Bundesrepublik quantitativ zwar nur im Mittelfeld - weit hinter Spitzenreiter China. Doch dafür seien die deutschen Konjunkturmaßnahmen wie etwa die Abwrackprämie für alte Pkw besonders gut geeignet, um kurzfristig die Nachfrage anzuregen, so das Urteil der BCG-Studie, die dem "manager magazin" vorliegt.
Bewertet wurde zudem, ob ein Konjunkturprogramm protektionistische Elemente vermeidet, etwa eine Bevorzugung einheimischer Produzenten bei Staatsaufträgen. Auch die Frage, ob die Maßnahmen zur Konjunkturstützung langfristig das Wachstum einer Volkswirtschaft stimulieren, zum Beispiel durch staatliche Investitionen in Bildung und Forschung, floss in die Bewertung ein.
In diesen beiden Kategorien liegt Deutschland im oberen Mittelfeld, so dass es für den Gesamtsieg reicht. Auf den Plätzen zwei und drei des Rankings folgen die USA und China.
Nach Einschätzung des Ifo-Instituts wird die Rezession noch in diesem Sommer endgültig überwunden sein. "Wir werden im dritten Quartal wieder eine positive Wachstumsrate haben", sagte Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Freitag. Das heiße aber noch nicht, dass die Wirtschaft gleich wieder stark wachse. Es werde eher langsam nach oben gehen. Die Lage sei noch immer ernst. Es gebe weiter Risiken für die Konjunktur - vor allem durch vermutlich steigende Arbeitslosenzahlen und die restriktive Kreditvergabe der Banken. Aber die Unternehmen hätten wieder Boden unter den Füßen. "Sie sind nicht mehr so unzufrieden, der Pessimismus nimmt ab."
Der an den Börsen viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte im Juli auf 87,3 Punkte. Analysten hatten nur mit einem Anstieg auf 86,5 Zähler gerechnet. Es ist der vierte Anstieg in Folge. Konjunkturexperte Abberger sprach von einer Trendwende, weil diesmal nicht nur die Erwartungen der Firmen anzogen, sondern sich auch die Einschätzung der aktuellen Lage verbesserte.
Die weltweiten Konjunkturpakete wirkten, so Abberger. Das zeige sich an den deutlich verbesserten Exporterwartungen der deutschen Firmen. Fraglich sei aber noch, wie nachhaltig die Erholung sei. Am Arbeitsmarkt sei noch mit Belastungen zu rechnen, sollte sich die Wirtschaft nicht sehr schnell erholen. Das mache den Einzelhandel vorsichtig. Zwar habe sich die Lage der Branche zuletzt stark verbessert, die geringeren Erwartungen zeigten aber eine gewisse Skepsis.
Problematisch bleibe die restriktive Kreditvergabe der Banken, sagte Abberger. Dadurch haben es Unternehmen schwer, an Geld für geplante Investitionen zu kommen. "Das wird eher noch schwieriger für die Firmen im zweiten Halbjahr." Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte die Leitzinsen, zu denen Geschäftsbanken selbst an Geld kommen, zuletzt auf ein historisch niedriges Niveau von einem Prozent gesenkt. Dies sei angemessen für die wirtschaftliche Situation, sagte Abberger.
beb/Reuters
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Sie haben natürlich Recht, das hätte ich auch erwähnen sollen: Es ist deswegen nicht haarspalterisch, *weil mit dem gesetzlichen Status auch verbunden ist, wer das Geld erschafft, die Banken oder der Staat*. (Es sei denn, [...] mehr...
Tja, "Aufschwung" auf Pump zum Zwecke des politischen Machterhalts: http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/der-geliehene-aufschwung-ist-da;2452316 Die Realität sieht anders aus: [...] mehr...
Sie gehen neoliberaler Logik auf den Leim, wenn Sie einen Widerspruch zwischen Freiheit und Sicherheit konstruieren. Im Gegenteil entstehen Freiheiten erst durch Sicherheitsnetze. mehr...
Nicht dass ich ein Fan der Nachtschwester wäre lieber EU-Austreter, aber ist das nicht ein wenig haarspalterisch ? Kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber allgemeines Tauschmittel - also de facto Zahlungsmittel statt de jure aber [...] mehr...
...... Die Lebensversicherer hatten ja 2003 ihre ganz große Krise, die der Staat heimlich still und leise mit etlichen Milliarden zustopfte. Und auch im letzten kam es zu einigen bedenklichen Nachrichten. Gleichwohl haben [...] mehr...
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