Nürnberg - Die deutschen Verbraucher hoffen auf ein Ende der Krise - und schätzen ihre finanziellen Perspektiven besser ein. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Konsumklimaindex der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg hervor.
Für August prognostizieren die GfK-Marktforscher einen Anstieg ihres Konsumklimabarometers von 3,0 auf 3,5 Punkte. "Damit bleibt der private Konsum eine wesentliche Stütze der Konjunktur", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl zu der am Montag veröffentlichten Umfrage unter 2000 Verbrauchern. Mit dem vierten Anstieg in Folge erreichte der Index den höchsten Stand seit Juni 2008.
Gehoben wurde die Kauflaune von der niedrigen Inflation. "Den Bürgern bleibt dadurch mehr Geld im Portemonnaie", sagte Bürkl. Die Teuerungsrate fiel im Mai auf null Prozent, im Juni lag sie bei 0,1 Prozent. Für die Sommermonate prognostizierten Experten sogar fallende Preise - das hat es zuletzt 1987 gegeben. Dadurch erwarten die Befragten, mehr Geld in der Tasche zu haben. Auch die Rentenerhöhung zum 1. Juli um 2,4 Prozent sowie sinkende Krankenkassenbeiträge und Einkommensteuern wirkten sich positiv aus. Sebastian Wanke, Analyst bei der Deka Bank ergänzte: "Wir dürften auch positive Effekte durch die Rabattaktionen im Sommerschlussverkauf gesehen haben."
Die stabilen Preise erhöhten auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen. "Bei den Verbrauchern sind derzeit technische Konsumgüter wie Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte beliebt", sagte Bürkl. Der Absatz von großen Küchengeräten habe von Januar bis Mai um 8,6 Prozent zugelegt. Bei Informations- und Unterhaltungselektronik gab es Zuwächse von 5,5 und 3,3 Prozent. Die Neuzulassungen von Autos stieg wegen der staatlichen Abwrackprämie sogar zweistellig.
Befeuert wurde die Ausgabenfreude auch von den niedrigen Zinsen. "Sparen steht deshalb nicht sehr hoch im Kurs", sagte Bürkl. Die Konjunkturaussichten bewerteten die Befragten den vierten Monat in Folge optimistischer. "Offenbar gehen die Verbraucher davon aus, dass die steile Talfahrt der Konjunktur zum Stillstand gekommen ist", sagte Bürkl. Auch das steigerte die Ausgabenfreude.
Die Anzeichen für ein Ende der Rezession hatten sich zuletzt gemehrt: Die Industrie erhielt drei Mal in Folge mehr Aufträge, die Produktion legte zu und auch die Exporte stiegen. Von Reuters befragte Analysten erwarten, dass die Wirtschaft im Sommer erstmals seit Anfang 2008 wieder wächst - wenn auch nur um 0,4 Prozent.
Der Härtetest für die Konsumstimmung steht allerdings noch an: Im Spätherbst wird ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet. Einige Politiker und Konjunkturexperten hoffen allerdings, dass der Abschwung am Arbeitsmarkt angesichts der anziehenden Wirtschaft nicht ganz so heftig ausfallen könnte wie befürchtet.
Dennoch dürfte die Lage im Herbst angespannt bleiben. "Nach den Bundestagswahlen werden zudem viele Wahrheiten auf den Tisch kommen, etwa höhere Sozialversicherungsbeiträge und eventuell steigende Steuern", sagt Deka-Analyst Wanke. " Dann werden wir sehen, dass das Vertrauen der Verbraucher nicht mehr trägt."
ssu/AFP/dpa/Reuters
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Sie haben natürlich Recht, das hätte ich auch erwähnen sollen: Es ist deswegen nicht haarspalterisch, *weil mit dem gesetzlichen Status auch verbunden ist, wer das Geld erschafft, die Banken oder der Staat*. (Es sei denn, [...] mehr...
Tja, "Aufschwung" auf Pump zum Zwecke des politischen Machterhalts: http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/der-geliehene-aufschwung-ist-da;2452316 Die Realität sieht anders aus: [...] mehr...
Sie gehen neoliberaler Logik auf den Leim, wenn Sie einen Widerspruch zwischen Freiheit und Sicherheit konstruieren. Im Gegenteil entstehen Freiheiten erst durch Sicherheitsnetze. mehr...
Nicht dass ich ein Fan der Nachtschwester wäre lieber EU-Austreter, aber ist das nicht ein wenig haarspalterisch ? Kein gesetzliches Zahlungsmittel, aber allgemeines Tauschmittel - also de facto Zahlungsmittel statt de jure aber [...] mehr...
...... Die Lebensversicherer hatten ja 2003 ihre ganz große Krise, die der Staat heimlich still und leise mit etlichen Milliarden zustopfte. Und auch im letzten kam es zu einigen bedenklichen Nachrichten. Gleichwohl haben [...] mehr...
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