San Francisco - Time Warner will mit der Trennung von AOL die teuerste Fehlentscheidung seiner Firmengeschichte endgültig beenden. Wie aus einer Pflichtmitteilung von AOL an die Börse hervorgeht, kaufte Time Warner am 8. Juli die restlichen fünf Prozent von Google
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selbst hält 95 Prozent der AOL-Aktien - durch den Rückkauf der restliche Papiere kann der Mediengigant die Tochter nun abstoßen. Die Firma soll noch in diesem Jahr wieder eigenständig an die Börse gehen.
Beinahe ein Jahrzehnt lang hat Time Warner versucht, ein allumfassendes Medienimperium zu etablieren. Mit dem Internet-Dienstleister AOL wollte der Medienriese auch am Geschäft mit Online-Infrastrukturen teilhaben - doch das Vorhaben floppte spektakulär. Statt des Aufbruchs in eine rosige Medienzukunft als erstes voll integriertes Medien- und Kommunikationsunternehmen hatte der AOL-Erwerb Time Warner kräftige Verluste beschert. Nach dem 147-Milliarden-Dollar-Deal 2001 musste der Medienkonzern in den beiden kommenden Jahren fast hundert Milliarden Dollar abschreiben. Heute ist AOL nur noch etwa 5,6 Milliarden Dollar wert. Time Warner bezahlte für den fünfprozentigen Aktienanteil laut der Mitteilung vom Montag 283 Millionen Dollar.
AOL hatte einst das World Wide Web für Millionen von Menschen definiert. In den Anfangsjahren hatte das Unternehmen seine Einnahmen vor allem über Einwählverbindungen gemacht. 26,7 Millionen Kunden kamen 2002 so ins Internet. Der Vormarsch von Breitbandverbindungen und Flatrates ließ diese Einnahmen rapide schrumpfen: Im ersten Quartal hatte AOL noch 6,3 Millionen Dial-up-Kunden.
Der frühere Google-Werbechef Tim Armstrong soll AOL als selbständige Firma in eine bessere Zukunft führen. Er ist seit März an der AOL-Spitze. Die geplante Trennung von Time Warner war im Mai bekanntgegeben worden.
mik/ssu/AP/dpa-AFX
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