Peking - China startet mitten in der weltweiten Wirtschaftskrise durch: Im zweiten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet und saisonbereinigt zum Vorquartal um 14,9 Prozent zu, wie die Zentralbank in Peking am Dienstag mitteilte. Damit ist die Wachstumsdynamik noch stärker als von vielen Fachleuten erwartet.
Sie sehen die kräftige Steigerung als deutliches Signal dafür, dass die Volksrepublik den konjunkturellen Wendepunkt endgültig geschafft hat. "Das Wachstumstempo wird auch in den nächsten Quartalen voraussichtlich ähnlich hoch bleiben", sagte der Deutschland-Chefvolkswirt von Unicredit, Andreas Rees.
Im Frühjahr hatte Chinas Wirtschaft das erklärte Ziel von acht Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorjahr nur knapp verfehlt. Der Einbruch im Exportgeschäft konnte durch einen Aufschwung auf dem Binnenmarkt aufgefangen werden, der durch milliardenschwere Konjunkturprogramme angeschoben wurde.
Doch inzwischen mehren sich die Anzeichen, dass der Aufschwung nachhaltig ist. So stabilisieren sich die seit Monaten bröckelnden Verbraucherpreise allmählich, wie das Statistikamt mitteilte. Sie würden voraussichtlich im dritten Quartal den Boden erreichen und dann wieder zulegen, hieß es. Es war die erste offizielle Erklärung in China, dass die Inflationsgefahr in der Volksrepublik wieder ansteigen könnte. "Das sollten wir aber nicht überbewerten. Weltweit rückt das Thema jetzt wieder stärker in den Blickpunkt - auch in China", sagte Ökonom Ting Lu von Merrill Lynch in Hongkong.
China wird damit immer stärker zum Hoffnungsträger für die lahmende Weltwirtschaft. Darauf setzen mittlerweile auch die USA: Auf dem chinesisch-amerikanischen Dialogforum in Washington ermutigte US-Finanzminister Timothy Geithner seine Gesprächspartner ausdrücklich, den Konsum der weit mehr als einer Milliarde Chinesen weiter anzuregen.
Trotz der möglichen Inflationsgefahr stimmten beide Seiten darin überein, dass die Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft "nicht zu früh" beendet werden sollten. Es müsse vermieden werden, dass sich neue Ungleichgewichte oder Blasen wie im US-Immobiliensektor bildeten, sagte ein Sprecher des US-Finanzministeriums am Ende des ersten Konferenztages.
Obwohl die Lage an den Finanzmärkten besser sei als noch vor zehn oder zwölf Monaten, gebe es bei beiden Regierungen "keine Selbstzufriedenheit". China stimme der US-Sicht zu, dass sein künftiges Wachstum zunehmend vom heimischen Konsum getragen werden müsse und weniger vom Export, sagte der Sprecher. Die USA müssten umgekehrt den Konsum zurückschrauben und verstärkt auf den Export setzen, um die massiven wirtschaftlichen Ungleichgewichte beider Länder auszugleichen.
US-Präsident Barack Obama hatte zum Auftakt des zweitägigen Forums für eine verstärkte Zusammenarbeit mit China unter anderem in der Wirtschafts- und Umweltpolitik geworben. "Das Verhältnis zwischen den USA und China wird das 21. Jahrhundert formen", sagte er.
Nach US-Angaben bestehe zwischen beiden Ländern "bemerkenswerte Übereinstimmung darin, dass sich die Welt verändert hat". Jeder Seite sei klar, dass die Zeiten vorbei seien, in denen US-Verbraucher ungezügelt chinesische Exporte konsumieren. US-Angaben zufolge hat die chinesische Seite aber Washington gedrängt, sich um eine Eindämmung des riesigen Haushaltsdefizits zu bemühen, das in diesem Jahr voraussichtlich 1,8 Billionen Dollar erreicht.
Die US- elegation wird von Außenministerin Hillary Clinton und Finanzminister Timothy Geithner geleitet, die chinesische von Vizeregierungschef Wang Qishan. Das Dialogforum sollte am Dienstag mit einer gemeinsamen Erklärung zu Ende gehen.
mik/Reuters/dpa
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Mit Geld aus China. http://articles.moneycentral.msn.com/Investing/JubaksJournal/is-china-actually-bankrupt.aspx?OCID=eml_msnnl_6004.4.5.31&REFCD=emmsnnl_6004.4.5.31 mehr...
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