Stuttgart - Die Zahlen sind schlecht, aber nicht so mies wie befürchtet: Daimler hat im zweiten Quartal einen Milliardenverlust eingefahren. Wie der Autobauer am Mittwoch in Stuttgart mitteilte, sackte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr von plus 1,4 Milliarden auf minus 1,06 Milliarden Euro ab. Das operative Ergebnis ging von plus 2,05 Milliarden Euro auf minus 1,0 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz lag bei 19,6 Milliarden nach 26 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2008. Der Absatz reduzierte sich im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 391.540 Fahrzeuge.
Das Unternehmen teilte mit, der hohe Verlust sei zu einem großen Teil auf Sondereffekte zurückzuführen. In dem Ergebnis seien Belastungen in Höhe von 604 Millionen Euro für die endgültige Trennung von Chrysler und den Umbau der Lastwagensparte enthalten. Die Einigung zum Chrysler-Ausstieg sieht unter anderem vor, dass Daimler auf die Rückzahlung von Darlehen verzichtet, die Chrysler gewährt wurden, und dass Daimler hohe Pensionszahlungen leistet.
An der Börse wurden die Zahlen zunächst positiv aufgenommen - die Aktie legte deutlich zu.
Schon im ersten Quartal hatte Daimler wegen der weltweiten Rezession desaströse Zahlen vorgelegt. Im Frühjahrsquartal verbuchte der Autoriese 1,286 Milliarden Euro Verlust. Der Umsatz schrumpfte im Zeitraum von Januar bis April im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro.
Hauptgrund für die schlechten Zahlen ist die geballte Auto- und Finanzkrise. Daimler leidet neben der schwachen Nachfrage nach den hochpreisigen Pkw-Modellen massiv unter dem Einbruch der Lkw-Märkte.
Für den Rest des Jahres gibt sich der Konzern zuversichtlich. Vorstandschef Dieter Zetsche sagte zwar, er rechne auch für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Umsatz- und Absatzrückgang. Man erwarte aber eine "schrittweise Verbesserung der operativen Ergebnissituation", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Pkw-Sparte soll im zweiten Halbjahr wieder schwarze Zahlen schreiben.
Zudem soll das Sparprogramm Wirkung entfalten, das der Konzern Ende April aufgelegt hat. In dessen Rahmen wird unter anderem Zehntausenden Beschäftigten die Arbeitszeit um knapp neun Prozent gekürzt - ohne Lohnausgleich. Betroffen sind alle Beschäftigten in Deutschland, die sich nicht in Kurzarbeit befinden. Am härtesten trifft es die Bereiche Verwaltung, Forschung, Technik und Vertrieb. Im Gegenzug erhalten alle Mitarbeiter für die Dauer der Laufzeit der Vereinbarung vom 1. Mai 2009 bis 30. Juni 2010 eine Beschäftigungsgarantie. Das Sparpaket hat einen Umfang von zwei Milliarden Euro.
ssu/AP/dpa
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