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Quartalsbilanz Daimler schreibt Milliardenverlust

Rote Zahlen bei Daimler: Der Autoriese muss im zweiten Quartal ein Minus von mehr als einer Milliarde Euro hinnehmen. Der Absatz ist um 31 Prozent eingebrochen - dazu drücken den Konzern hohe Kosten aus der endgültigen Trennung von Chrysler und dem Umbau des Lkw-Geschäfts.

Stuttgart - Die Zahlen sind schlecht, aber nicht so mies wie befürchtet: Daimler hat im zweiten Quartal einen Milliardenverlust eingefahren. Wie der Autobauer am Mittwoch in Stuttgart mitteilte, sackte das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr von plus 1,4 Milliarden auf minus 1,06 Milliarden Euro ab. Das operative Ergebnis ging von plus 2,05 Milliarden Euro auf minus 1,0 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz lag bei 19,6 Milliarden nach 26 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2008. Der Absatz reduzierte sich im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 391.540 Fahrzeuge.

Daimler-Chef Zetsche: Rekordverluste im ersten Halbjahr
DDP

Daimler-Chef Zetsche: Rekordverluste im ersten Halbjahr

Das Unternehmen teilte mit, der hohe Verlust sei zu einem großen Teil auf Sondereffekte zurückzuführen. In dem Ergebnis seien Belastungen in Höhe von 604 Millionen Euro für die endgültige Trennung von Chrysler und den Umbau der Lastwagensparte enthalten. Die Einigung zum Chrysler-Ausstieg sieht unter anderem vor, dass Daimler auf die Rückzahlung von Darlehen verzichtet, die Chrysler gewährt wurden, und dass Daimler hohe Pensionszahlungen leistet.

An der Börse wurden die Zahlen zunächst positiv aufgenommen - die Aktie legte deutlich zu.

Schon im ersten Quartal hatte Daimler wegen der weltweiten Rezession desaströse Zahlen vorgelegt. Im Frühjahrsquartal verbuchte der Autoriese 1,286 Milliarden Euro Verlust. Der Umsatz schrumpfte im Zeitraum von Januar bis April im Vergleich zum Vorjahresquartal um 22 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro.

Hauptgrund für die schlechten Zahlen ist die geballte Auto- und Finanzkrise. Daimler leidet neben der schwachen Nachfrage nach den hochpreisigen Pkw-Modellen massiv unter dem Einbruch der Lkw-Märkte.

Für den Rest des Jahres gibt sich der Konzern zuversichtlich. Vorstandschef Dieter Zetsche sagte zwar, er rechne auch für das Gesamtjahr mit einem deutlichen Umsatz- und Absatzrückgang. Man erwarte aber eine "schrittweise Verbesserung der operativen Ergebnissituation", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Pkw-Sparte soll im zweiten Halbjahr wieder schwarze Zahlen schreiben.

Zudem soll das Sparprogramm Wirkung entfalten, das der Konzern Ende April aufgelegt hat. In dessen Rahmen wird unter anderem Zehntausenden Beschäftigten die Arbeitszeit um knapp neun Prozent gekürzt - ohne Lohnausgleich. Betroffen sind alle Beschäftigten in Deutschland, die sich nicht in Kurzarbeit befinden. Am härtesten trifft es die Bereiche Verwaltung, Forschung, Technik und Vertrieb. Im Gegenzug erhalten alle Mitarbeiter für die Dauer der Laufzeit der Vereinbarung vom 1. Mai 2009 bis 30. Juni 2010 eine Beschäftigungsgarantie. Das Sparpaket hat einen Umfang von zwei Milliarden Euro.

ssu/AP/dpa

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insgesamt 969 Beiträge
berlin_rotrot 08.04.2009
düster düster! wenn wir endlich serienmäßig gas- und elektro autos hätten und die korrupten politiker, manager sich nicht von der Öl-Lobby schmieren lassen würden, dann hätte die Autoinidustrie auf jedenfall eine chance!
Zitat von sysopDie Autohersteller müssen sparen, die Zulieferer trifft die Krise besonders hart. Wie sieht die Zukunft der deutschen Automobilindustrie aus?
düster düster! wenn wir endlich serienmäßig gas- und elektro autos hätten und die korrupten politiker, manager sich nicht von der Öl-Lobby schmieren lassen würden, dann hätte die Autoinidustrie auf jedenfall eine chance!
Albedo4k8 08.04.2009
Mehr braucht man dazu nicht sagen. War alles schon seit Jahrzehnten absehbar.
Mehr braucht man dazu nicht sagen. War alles schon seit Jahrzehnten absehbar.
garfield53 08.04.2009
Die Autoindustrie insgesamt kann sich unter dem Deckmantel der Wirtschaftskrise von vielen, in ihren Augen unnützen Dingen entledigen: alten verfehlten Technologien, Pensionverpflichtungen, Festangestellten, [...]
Die Autoindustrie insgesamt kann sich unter dem Deckmantel der Wirtschaftskrise von vielen, in ihren Augen unnützen Dingen entledigen: alten verfehlten Technologien, Pensionverpflichtungen, Festangestellten, Arbeitnehmervertretungen, Tarifbindungen, Neue Zulieferer und Dienstleister können bei einen s.g. Neubeginn noch mehr geknebelt werden. Neue Mitarbeiter können durch die auch von den Medien unternehmerfreundlich geschaffene Situation, bei eventuellen Neueinstellungen, mit den beliebten "Ostlöhnen" erpresst werden. Was besseres, als das eigene Unvermögen und die Gier zur Reparatur an den Staat abzuschieben, kann eigentlich nicht passieren. Denn aufgrund der weitgehenden Flächendemontage des Schienennetzes in Deutschland, ist der Individual- und Güterverkehr auf der Straße nicht mehr zurück zu drängen, also Autos werden auf jeden Fall gebraucht, vielleicht anders Technik, aber da hilft bestimmt die Bundesregierung mit Milliardengeschenken. Solange an jeden verkauften Fahrzeug bis zu vierzig Prozent verdient werden. Toll!
mzwk 08.04.2009
Es sieht alles nach FEIERABEND aus. Jeder Deutsche Hersteller will PREMIUM sein. Wer baut die Autos fuer den kleinen Mann? Die Politik hat noch nicht begriffen das es sich bei dieser Krise um eine Ueberproduktionskrise [...]
Es sieht alles nach FEIERABEND aus. Jeder Deutsche Hersteller will PREMIUM sein. Wer baut die Autos fuer den kleinen Mann? Die Politik hat noch nicht begriffen das es sich bei dieser Krise um eine Ueberproduktionskrise handelt - Es stehen Massen an Fahrzeugen auf Halde die sich keiner Leisten kann. Deutsche Autos sind "over-Engineered", d.h. es ist viel zu viel ueberfluessige Technik drin, die keiner wirklich braucht. Deswegen sind alle so teuer, und das kann sich der normalverdiener nicht leisten. Deswegen wird die Autozukunft in Deutschland sehr duester aussehen. Dazu kommt noch die Abwrackpraemie, welche den Autoverkauf in .de die naechsten Jahre sehr Alt aussehen lassen wird. mfg
Rainer Eichberg 08.04.2009
Eigentlich ganz gut, denn Qualität aus Deutschland hat einen guten Ruf weltweit. Insbesondere, was Autos betrifft. Momentan halten jedoch auch ansonsten kauffreudige Menschen eher den Geldbeutel geschlossen. Schlecht für [...]
Zitat von sysopDie Autohersteller müssen sparen, die Zulieferer trifft die Krise besonders hart. Wie sieht die Zukunft der deutschen Automobilindustrie aus?
Eigentlich ganz gut, denn Qualität aus Deutschland hat einen guten Ruf weltweit. Insbesondere, was Autos betrifft. Momentan halten jedoch auch ansonsten kauffreudige Menschen eher den Geldbeutel geschlossen. Schlecht für Cabrio-Hersteller und deren Zulieferer. Reden wir in 3 Jahren nochmal drüber. Dann siehts bestimmt besser aus. Hoffentlich hält Karmann solange durch.
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