Berlin - Zahlreiche Kioske und kleine Läden verzichten nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe darauf, für verkaufte Dosen das Zwangspfand zu kassieren. Damit verstießen die Händler gegen die Verpackungsverordnung, die ein Pfand von 25 Cent für die Getränkeverpackungen vorschreibt.
Testkäufer hatten an 30 Imbissbuden und Kiosken Dosen bekommen, ohne den Aufpreis zahlen zu müssen. Zudem sei auf den Getränkebehälter kein Hinweis auf die Pfandpflicht aufgedruckt gewesen - das übliche Pfand-Logo fehlte. "Damit verschafften sich die Händler einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Unternehmen, die ihre Getränke ordnungsgemäß bepfanden", teilte die Deutsche Umwelthilfe am Dienstag in Berlin mit.
Doch die Organisation moniert nicht nur das Verhalten einzelner Verkäufer. "Bei den von der Umwelthilfe festgestellten Verstößen gegen die Pfandpflicht handelt es sich keineswegs um Einzelfälle oder Irrläufer, sondern um organisierte Rechtsverstöße", sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Auf Kioske und Imbissbuden spezialisierte Lebensmittel-Logistiker umgehen demnach die Pfandpflicht.
Nach eigenen Angaben machte die Umwelthilfe einen Berliner Großhändler ausfindig, der pfandfreie Dosen zum Weiterverkauf anbot. Die Organisation ließ dort selbst Dosen ordern und erhielt die abgabefreien Getränke. Das Handelsunternehmen habe laut Umwelthilfe inzwischen eine Unterlassungserklärung unterschrieben. Damit habe der Betrieb einen Verstoß gegen die Verpackungsverordnung eingeräumt.
Die meisten der pfandfreien Dosen, die die Umwelthilfe aufspürte, stammten von Coca Cola. Darunter sollen auch in Deutschland abgefüllte und für den Export bestimmte Getränke gewesen sein. Laut Umwelthilfe nimmt die Verbreitung pfandfreier Dosen wieder zu. Der Verkauf solcher Getränkeverpackungen führe dazu, dass Menschen ihre Dosen öfter achtlos wegwerfen und so die Umwelt verschmutzen.
tko/AFP
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