Berlin - Die Krise hinterlässt zunehmend Spuren auf dem Ausbildungsmarkt: Industrie und Handel haben bis Ende Juli für das im Herbst beginnende Lehrjahr acht Prozent weniger Lehrverträge geschlossen als 2008, berichtet das "Handelsblatt". Das gehe aus bisher unveröffentlichten Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor.
Konkret bedeutet das, dass bis Ende Juli 227.674 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden. Handel und Industrie stellen 60 Prozent aller Lehrstellen. Im Juni hatte der DIHK allerdings noch einen Rückgang der Ausbildungsplätze von mehr als neun Prozent gemeldet.
Als Ursache für das nachlassende Ausbildungsengagement gilt neben der Wirtschaftskrise jedoch auch die demografische Entwicklung. "Den vielfältigen Werbeaktionen der Kammern sind Grenzen gesetzt, wenn es an interessierten Bewerbern fehlt", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann dem "Handelsblatt". Auch beim Handwerk heißt es laut dem Bericht, vor allem im Osten gebe es vielerorts kaum noch Interessenten.
Nach den Prognosen der Kultusminister verlassen dieses Jahr noch gut 900.000 Jugendliche die Schulen - 37.000 weniger als im Vorjahr. Es fehlen vor allem Abgänger mit Haupt- und Realschulabschluss, die das entscheidende Reservoir für den Lehrstellenmarkt bilden.
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