Wirtschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
06.08.2009
 

News Corp.

Murdochs Medienimperium macht Millionenminus

Schlechtes Ergebnis für Multimilliardär Rupert Murdoch: Sein Medienkonzern News Corp. hat im vergangenen Quartal nach Steuern 203 Millionen Dollar Verlust gemacht. Vor allem die Werbeflaute und das verlustreiche Internet-Geschäft machen dem Unternehmen zu schaffen.

New York - Wirtschaftskrise, Werbeflaute, hohe Abschreibungen auf das Internet-Geschäft: Das vergangene Quartal lief für Medienimperator und Multimilliardär Rupert Murdoch alles andere als rund. Sein Konzern News Corp. verbuchte unter dem Strich im Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal ein Minus von 203 Millionen Dollar.

Unternehmer Murdoch: Verlustreiches Internetgeschäft
Zur Großansicht
AFP

Unternehmer Murdoch: Verlustreiches Internetgeschäft

Ein Jahr zuvor hatte die News Corp. noch mehr als 1,1 Milliarden Dollar Gewinn erzielt. Der Umsatz fiel um rund elf Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Dollar, so der Konzern am Mittwochabend in New York.

Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009 fiel bei der News Corp. nach bereits bekannten enormen Abschreibungen sogar ein Verlust von fast 3,4 Milliarden Dollar an. Der Umsatz schrumpfte um acht Prozent auf 30,4 Milliarden Dollar.

Zum Imperium von Medienmogul Murdoch gehören unter anderem TV-Sender (Fox), Zeitungen ("Times" und "Wall Street Journal") und das Hollywood-Studio Twentieth Century Fox. Gerade erst vergrößerte die News Corp. zudem ihren Einfluss beim Bezahlsender Sky Deutschland (früher Premiere).

Die zuletzt hohen Sonderbelastungen kamen vor allem durch das ebenfalls zum Konzern gehörende Online-Netzwerk MySpace, das gegenüber Marktführer Facebook zunehmend ins Hintertreffen gerät.

Um die Verluste im Internet einzudämmen, will Murdoch künftig sämtliche Nachrichtenangebote des Konzerns online kostenpflichtig machen. Qualitätsjournalismus sei nicht billig, begründete Murdoch die Pläne für bezahlte Nachrichten im Web. Eine Branche, die ihre Inhalte einfach weggebe, kannibalisiere ihre Fähigkeit zu gutem Journalismus.

Seine Pläne stellen eine Zäsur dar. Bei der Übernahme des Dow-Jones-Konzerns mitsamt dem Traditionsblatt "Wall Street Journal" vor zwei Jahren dachte er noch über völlig kostenlose, rein werbefinanzierte Nachrichtenseiten nach. Das Wirtschafts-Flaggschiff "Wall Street Journal" setzt im Web bereits auf ein großteils kostenpflichtiges Abo-Angebot. Auch der britische Konkurrent "Financial Times" fährt diese Strategie.

Murdoch ist mit seinem Umdenken nicht allein. Wegen der heftigen Werbe- und Medienkrise denken weltweit immer mehr Medienhäuser über eine Abkehr von Gratis-News nach. Allerdings ist umstritten, ob dieses Konzept aufgeht - oder doch die Leser in die Hände von Konkurrenten treibt, die weiterhin auf Gratis-News setzen.

Gegen Konzerne wie Google und Yahoo hegt der Medienmogul seit längerem einen unverhohlenen Groll, da diese Content seiner Angebote auf Suchmaschinenseiten aggregieren - und so das eigene Angebot mit Fremdinhalten aufwerten. Dem Branchendienst " Inquisitr" zufolge hat Murdoch im US-Rundfunk sogar die Überlegung in den Raum gestellt, rechtlich gegen Dienste à la Google News vorzugehen.

Im Geschäft mit mobilen elektronischen Lesegeräten, sogenannten E-Readern, geht Murdoch zudem zusehends auf Konfrontationskurs zum Online-Riesen Amazon und dessen Gerät Kindle. Es gebe bereits Gespräche mit dem Sony-Konzern, der als Konkurrenz zu Amazons Kindle gerade zwei neue Modelle seines Lesegeräts für digitale Bücher und Zeitungen ankündigte. Auch hier geht es um die Höhe der Einnahmen für den Medienkonzern.

Die Neuausrichtung von Murdochs Medienimperium aber dürfte Zeit in Anspruch nehmen. Für die kommenden Monate dämpfte er dann auch die Gewinnerwartungen. Das Schlimmste der Krise sei zwar offenbar vorbei. Es gebe aber keine klaren Anzeichen einer schnellen Erholung, sagte er. Die Quartalszahlen der Konkurrenz bestätigen seine These. Zuletzt hatten auch allen anderen großen US-Medienkonzernen wie Time Warner, Disney und Viacom herbe Gewinneinbrüche erlitten.

ssu/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP