Berlin - Die Auftragseingänge in der Industrie sind im Juni überraschend stark in die Höhe geschnellt. Im Vergleich zum Vormonat stiegen sie um 4,5 Prozent - und damit so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr. Volkswirte hatten lediglich mit einem Plus von 0,7 bis 0,8 Prozent gerechnet. "Die Belebung ist breit über viele Industriezweige angelegt", teilte das Wirtschaftsministerium am Donnerstag bei Vorlage der Zahlen mit.
Besonders ausgeprägt sei das Wachstum bei Vorleistungs- und Investitionsgüterproduzenten. Gefragt waren demnach vor allem Maschinen und Fahrzeuge. So stiegen bei den Herstellern von Investitionsgütern die Aufträge um 5,0 Prozent. Bei den Vorleistungsgütern lag das Plus bei 4,6 Prozent. Im Konsumgüterbereich gingen die Aufträge allerdings um 0,5 Prozent zurück.
Deutliche Impulse erhielt die Industrie zudem aus dem Ausland. Hier legten die Bestellungen um 8,3 Prozent zu, während der Zuwachs aus dem Inland bei 0,2 Prozent lag.
Damit haben sich aus Sicht des Ministeriums die Aussichten für die Industrieproduktion in den kommenden Monaten weiter verbessert. "Nach dem kräftigen Einbruch im Winterhalbjahr 2008/2009 hat sich die Bestelltätigkeit in der Industrie seit nunmehr vier Monaten in Folge nachhaltig belebt", kommentierte das Ministerium die Zahlen. Auch im Mai hatte es einen kräftigen Zuwachs von 4,4 Prozent gegeben.
| Auftragseingänge in der Industrie | ||||
| Monat | Juni 2009 | Vergleich zum Vormonat | Mai 2009 | Vergleich zum Vormonat |
| Insgesamt | 88,3 | + 4,5 | 84,5 | + 4,4 |
| Inland | 86,6 | + 0,2 | 86,4 | + 4,1 |
| Ausland | 89,8 | + 8,3 | 82,9 | + 4,9 |
| Eurozone | 86,6 | +13,2 | 76,5 | + 1,2 |
| Nicht-Eurozone | 92,4 | + 4,8 | 88,2 | + 7,8 |
| Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auf Basis vorläufiger Berechnungen des Statistischen Bundesamtes | ||||
Auch im Zweimonatsvergleich (Mai/Juni gegenüber März/April) stieg die Nachfrage deutlich um 6,8 Prozent. Auch hier legte die Auslandsnachfrage mit 8,8 Prozent kräftiger als die ebenfalls starke Inlandsnachfrage mit 4,7 Prozent zu.
Im Jahresvergleich gaben die Aufträge im Juni zwar abermals kräftig nach, der Abwärtstrend verlangsamte sich aber erneut. So lag das Minus im Juni bei 25,3 Prozent nach minus 29,4 Prozent im Vormonat.
| Entwicklung der einzelnen Industriesparten | ||||
| Sparte | Juni 2009 | Vergleich zum Vormonat | Mai 2009 | Vergleich zum Vormonat |
| Vorleistungsgüter | 93,4 | + 4,6 | 89,3 | + 3,6 |
| Investitionsgüter | 84,5 | + 5,0 | 80,5 | + 5,8 |
| Konsumgüter | 91,3 | - 0,5 | 91,8 | + 2,6 |
| Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auf Basis vorläufiger Berechnungen des Statistischen Bundesamtes | ||||
yes/dpa/Reuters
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