Wirtschaft



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10.08.2009
 

Konjunkturpaket II

Milliardenhilfen überfordern Kommunen

Neue Farbe für Schulen, Ausbesserung von Straßen oder Dämmung für öffentliche Gebäude: Kommunen und Gemeinden haben jede Menge Möglichkeiten, um das Geld aus dem Konjunkturpaket II auszugeben - doch die Mittel werden nur zögernd abgerufen.

Berlin - Womöglich dauern die Planungen länger als es die Autoren des Gesetzes vorausgesehen hatten: Auch sechs Monate nach der Verabschiedung des Zukunftssicherungsgesetzes kommt das Konjunkturprogramm der Bundesregierung nur schleppend in Gang. Von den zehn Milliarden Euro, die der Bund bis Ende 2010 bereitstellt, haben die 16 Bundesländer zusammengenommen weniger als 200 Millionen Euro beim Bundesfinanzministerium abgerufen, wie die "Welt" unter Berufung auf eine eigene Umfrage bei den Finanz- und Innenministerien der Länder berichtet.

Baustelle in Berlin: Viele Möglichkeiten, Geld auszugebenZur Großansicht
AP

Baustelle in Berlin: Viele Möglichkeiten, Geld auszugeben

Eigentlich hätten nach dem Zukunftsinvestitionsgesetz von den zehn Milliarden Euro bis Ende des Jahres mindestens die Hälfte ausgegeben sein sollen.

So zahlte Hessen dem Bericht zufolge bis Mitte Juli immerhin 177 Millionen Euro an seine Kommunen aus, darin enthalten seien aber auch Mittel eines Sonderkonjunkturprogramms der Landesregierung gewesen. Nordrhein-Westfalen habe von den ihm zustehenden 2,1 Milliarden Euro bisher 29 Millionen beim Bundesfinanzministerium abgerechnet, in Bayern seien es 6,7 Millionen von 1,4 Milliarden Euro. Rheinland-Pfalz rief demnach 13 Millionen von knapp einer halben Milliarde Euro ab. In der Hauptstadt Berlin seien es bisher sechs Millionen von 632 Millionen Euro. Bremen und Mecklenburg-Vorpommern hätten noch überhaupt kein Geld aus dem Konjunkturpaket II abgerufen.

Das Bundesfinanzministerium habe eine Anfrage der Zeitung, wie viel Geld jedes Bundesland bisher aus dem Konjunkturprogramm II abgerufen habe und wie das Ministerium die aktuelle Umsetzung des Konjunkturpakets einschätze, nicht beantworten wollen. "Der Bund hat sich bei der Bekanntgabe von Zahlen oder Bewertungen zurückzuhalten", sagte ein Sprecher der "Welt" zufolge.

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Die Landesregierungen bezeichnen es dem Bericht zufolge als irreführend, bei der Bewertung des Konjunkturpakets nur auf die Summe der in Berlin abgerufenen Mittel zu achten. "In Nordrhein-Westfalen wird bereits an Hunderten Projekten im Wert von mehr als einer Milliarde Euro gearbeitet", sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Auch Rheinland-Pfalz, Bremen oder Niedersachsen hätten betont, trotz des geringen Mittelabrufes in Berlin hätten bereits Hunderte von Schulsanierungen und anderer Projekte begonnen.

mik/AP/ddp/Dow Jones

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