Frankfurt am Main - Die Deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal wieder gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zum Vorquartal um 0,3 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Zuvor war die deutsche Wirtschaftsleistung in vier Quartalen in Folge geschrumpft.
Konjunkturforscher hatten dagegen in diesem Quartal noch einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Sie rechneten erst ab dem dritten Quartal mit einer konjunkturellen Erholung. Im Vergleich zum Vorjahr dürfte das BIP im zweiten Quartal aber noch um 6,6 Prozent niedriger gelegen haben. Dies verdeutlicht, wie stark die Wirtschaft von der globalen Krise getroffen wurde.
In den ersten drei Monaten des Jahres war die deutsche Wirtschaft mit der Rekordrate von 3,8 Prozent zum Vorquartal geschrumpft, auf Jahressicht war das BIP um 6,9 Prozent gefallen. Im vergangenen Jahr war die Wirtschaft allein im ersten Quartal gewachsen, danach war es stetig bergab gegangen.
| Bruttoinlandsprodukt in Deutschland | ||
| Veränd. in Prozent geg. Vorjahresquartal * |
Veränd. in Prozent geg. Vorquartal * |
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| 3. Quartal 2007 | +2,5 | +0,8 |
| 4. Quartal 2007 | +1,6 | +0,1 |
| 1. Quartal 2008 | +2,9 | +1,6 |
| 2. Quartal 2008 | +2,0 | -0,6 |
| 3. Quartal 2008 | +0,8 | -0,3 |
| 4. Quartal 2008 | -1,8 | -2,4 |
| 1. Quartal 2009 | -6,7 | -3,5 |
| 2. Quartal 2009 | -5,9 | +0,3 |
* kalender-, preis- und saisonbereinigt, Quelle: Stat. Bundesamt |
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Auch in Frankreich ist die Wirtschaft im zweiten Quartal erstmals seit einem Jahr wieder gewachsen. Das BIP sei im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen, teilte die französische Statistikbehörde INSEE am Donnerstag nach vorläufigen Berechnungen in Paris mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um revidierte 1,3 (zuvor 1,2) Prozent geschrumpft. Im Vergleich zum Vorjahr ging das BIP im zweiten Quartal um 2,4 Prozent.
Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone könnte nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) früher als bisher erwartet zurückkehren. "In der Tat gibt es aktuell einige Zeichen der Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivität", sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark in einem Gespräch mit der "Börsen-Zeitung". "Diese fußen nicht mehr nur auf Umfragen, sondern werden zunehmend auch von realwirtschaftlichen Daten bestätigt. Diese deuten in der Tat darauf hin, dass positive Wachstumszahlen bereits früher als bisher erwartet werden können." Bisher hatte die EZB mit einer Rückkehr des Wachstums "Mitte 2010" gerechnet.
Stark warnt jedoch vor übertriebenen Hoffnungen: "Was wir derzeit sehen, basiert im Wesentlichen auf den Stimulierungsmaßnahmen der Regierungen und dem Wiederauffüllen der Lager. Solange das so ist, können wir nicht mit einer nachhaltigen Rückkehr auf einen höheren Wachstumspfad rechnen."
Für ein Ende der Rezession spricht nach Auffassung vieler Ökonomen, dass die Weltwirtschaft wieder Fahrt aufgenommen hat - besonders in den asiatischen Schwellenländern hat das Wachstum jüngst stark angezogen - und dass die expansive Fiskal- und Geldpolitik ihre Wirkung zeigt. Zudem habe sich die globale Finanzkrise deutlich abgeschwächt, wenngleich in Deutschland weiterhin das Risiko einer Kreditklemme nicht ignoriert werden dürfe.
Positive Überraschungen gab es nicht nur von Frühindikatoren wie dem ifo-Geschäftsklimaindex, sondern auch von harten Konjunkturindikatoren wie den Exporten oder den Auftragseingängen. Die deutschen Ausfuhren verzeichneten im Juni den stärksten Anstieg seit fast drei Jahren, die Industriebestellungen legten den vierten Monat in Folge zu.
Damit dürfte die deutsche Wirtschaft inzwischen den konjunkturellen Wendepunkt erreicht haben. So erwarten viele Ökonomen auch ab dem dritten Quartal wieder positive Wachstumsraten. Die Prognosen für das zweite Halbjahr liegen bei einigen Banken schon im Bereich 0,8 bis 1,0 Prozent. Dennoch wird weiterhin davon ausgegangen, dass - angesichts des katastrophalen ersten Quartals - das BIP im Gesamtjahr 2009 um sechs Prozent fallen dürfte. Für 2010 haben die ersten Ökonomen aber damit begonnen, ihre Prognosen nach oben zu korrigieren: Einige erwarten bereits wieder ein Plus von zwei Prozent.
Der Aktienmarkt reagierte mit Kurszuwächsen auf die positiven Konjunkturnachrichten. Der Leitindex Dax stieg bis 9.15 Uhr um 0,6 Prozent auf 5381 Punkte. Der MDax legte um 0,7 Prozent auf 6423 Zähler zu, und der TecDax erhöhte sich um 1,6 Prozent auf 696 Zähler.
mik/Reuters/Dow Jones/AFP
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Ein schöner Tendenzartikel, das und nicht mehr ist es. Wie eine von der Bundesregierung bestellte Lobhudelei. Und wie so vieles von dem, was der "Spiegel" so kund tut, soll es die Leute beruhigen. Aber mehr [...] mehr...
Wäre doch mal eine ordentliche Recherche wert und bietet sicherlich genug Stoff für eine schöne Dokumentation ... mehr...
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