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Mini-Plus beim BIP Deutschland wankt aus der Rezession

Baustelle in Berlin: Hoffnung auf den KonjunkturfrühlingZur Großansicht
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Baustelle in Berlin: Hoffnung auf den Konjunkturfrühling

2. Teil: Lesen Sie im zweiten Teil, warum Deutschland trotz positiver Signale unsichere Zeiten durchlebt

Ob die Konjunkturprogramme ausreichen, um die deutsche Wirtschaft aus der Krise zu schieben, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Das Mini-Plus des statistischen Bundesamts sagt darüber höchstens tendenziell etwas aus. In Kombination mit weiteren harten und weichen Konjunkturfaktoren, die in den vergangenen Wochen veröffentlicht worden sind, gibt es aber Grund zur Hoffnung, dass Deutschland allmählich aus der Krise wankt:

Hafenterminal in Hamburg: Spürbarer Anstieg der ExporteZur Großansicht
REUTERS

Hafenterminal in Hamburg: Spürbarer Anstieg der Exporte

  • Die Exporte, Deutschlands Wachstumsmotor Nummer eins, sind im Juni so stark gestiegen wie seit drei Jahren nicht.
  • Die Industrie meldet einen deutlichen Anstieg ihrer Aufträge, und der für die Branche wichtige BME-Einkaufsmanagerindex ist im Juli so stark wie noch nie gestiegen. Er liegt knapp unter der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird.
  • Der Ifo-Index für den Euro-Raum legt deutlich zu.
  • In den USA ist die Arbeitslosenquote entgegen den Erwartungen im Juli leicht auf 9,4 Prozent gesunken, die Notenbank Fed spekuliert auf einen baldigen Aufschwung.

Experten sehen Deutschland dennoch eine Zeit voller Unwägbarkeiten durchleben. "Der wichtigste Wachstumsfaktor für die heimische Konjunktur ist der von der Regierung am wenigsten steuerbare", sagt DIW-Konjunkturchef Dreger. "Dass das von den Exporten stark abhängige Deutschland die Krise überwindet, hängt ganz maßgeblich davon ab, dass die Welt es ebenfalls schafft - und die Exportnachfrage an den für Deutschland relevanten Märkten deutlich steigt."

Es sei bislang noch nicht absehbar, ob das der Fall sein werde: Zwar zögen wichtige asiatische Märkte wie China und Indien schon wieder an - die Perspektiven in Europa und den mittlerweile hochverschuldeten USA seien dagegen weniger positiv. Auch sei nicht davon auszugehen, dass die wichtigen Boom-Märkte in Osteuropa und Russland schnell aus ihren tiefen Rezessionen kommen - was das deutsche Wachstum ein Stück weit bremse.

Gefährdeter Binnenkonsum

Ebenso unsicher schätzen Experten den für den Aufschwung ebenfalls wichtigen Binnenkonsum ein. Dass dieser trotz Krise bislang relativ stabil geblieben ist, liegt vor allem an der niedrigen Teuerungsrate. Seit Monaten sind die Preise kaum gestiegen - im Juli sind sie sogar erstmals seit 22 Jahren um 0,5 Prozent gefallen. "Die niedrige Inflation wirkt derzeit wie ein Konjunkturprogramm für den Binnenkonsum", sagt HWWI-Experte Hinze.

Der Härtetest für die Konsumstimmung steht allerdings erst noch an: Im Spätherbst wird ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit erwartet. Einige Politiker und Konjunkturexperten hoffen zwar, dass der Job-Verfall angesichts der anziehenden Wirtschaft nicht ganz so heftig ausfallen könnte wie befürchtet. Dennoch dürfte die Lage im Herbst angespannt bleiben. "Nach den Bundestagswahlen werden viele Wahrheiten auf den Tisch kommen, etwa höhere Sozialversicherungsbeiträge und eventuell steigende Steuern", sagte Deka-Analyst Sebastian Wanke kürzlich der Nachrichtenagentur dpa. "Dann werden wir sehen, dass das Vertrauen der Verbraucher nicht mehr trägt."

Hinzu kommt, dass die Kurzarbeit immer stärker an ihre Grenzen stößt. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Donnerstag berichtet, sind die Lohnstückkosten - also die Lohnkosten im Vergleich zur Produktionsleistung der Beschäftigten - im ersten Quartal 2009 um 8,1 Prozent gestiegen. In der Industrie schwollen sie sogar um 25 Prozent an. Der Druck auf die Firmen, Mitarbeiter zu entlassen, steigt also, da die Kosten aus dem Ruder laufen. "Die Kurzarbeit entwickelt sich für die Unternehmen zu einer immer größeren Belastung - sollten sich die Aufschwungsignale nicht bald deutlich verstärken, dürften die ersten Unternehmen beginnen, Angestellte zu entlassen", sagt Hinze.

Ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit aber würde den Binnenkonsum stark abbremsen, sagt Hinze. Und er könnte in Kombination mit auslaufenden Konjunkturprogrammen und einer Weltwirtschaft, die aus deutscher Sicht vielleicht nicht schnell genug anspringt, dazu führen, dass das deutsche BIP in einem der kommenden Quartale wieder leicht ins Minus rutscht.

Mit Material von dpa

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insgesamt 1589 Beiträge
lalito 13.08.2009
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wär schön, käme es nicht so schlimm wie befürchtet! Mal sehen wie es nach der Wahl wird, wenn die Zeche für die "systemrelevante" Rettung bei jedem einzelnen Individuum des Systems [...]
Zitat von sysopDie deutsche Wirtschaft wächst wieder, wenn auch nur leicht. Ist die Rezession jetzt vorbei? Oder muss man mit weiteren Rückschlägen rechnen - zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt?
Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wär schön, käme es nicht so schlimm wie befürchtet! Mal sehen wie es nach der Wahl wird, wenn die Zeche für die "systemrelevante" Rettung bei jedem einzelnen Individuum des Systems eingefordert wird.
Crom 13.08.2009
Der Arbeitsmarkt wird nicht so schnell nachziehen, aber eine Rezession ist auch eine Chance. Die Unternehmen rationalisieren und werden dadurch wieder profitabel, was Ausgangspunkt für neues Wachstum darstellt.
Der Arbeitsmarkt wird nicht so schnell nachziehen, aber eine Rezession ist auch eine Chance. Die Unternehmen rationalisieren und werden dadurch wieder profitabel, was Ausgangspunkt für neues Wachstum darstellt.
sinnsucher 13.08.2009
...ein Schelm, wer böses dabei denkt... wenn ich mir auch bei sonst nicht vielem mehr sicher bin, eins weiß ich genau: ich möchte nicht, dass alles einfach weiter geht wie VOR der Krise.
...ein Schelm, wer böses dabei denkt... wenn ich mir auch bei sonst nicht vielem mehr sicher bin, eins weiß ich genau: ich möchte nicht, dass alles einfach weiter geht wie VOR der Krise.
tmayer 13.08.2009
hat sich hier wohl ein gewaltiges Eigentor geschossen mit seiner ständigen Schwarzmalerei. Düstere Aussichten und ewige Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise von vor 80 Jahren. Jetzt muss man sich die Frage gefallen lassen, [...]
hat sich hier wohl ein gewaltiges Eigentor geschossen mit seiner ständigen Schwarzmalerei. Düstere Aussichten und ewige Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise von vor 80 Jahren. Jetzt muss man sich die Frage gefallen lassen, ob man mit dieser Negativpolemik nicht gewaltig übertrieben hat und ob der Spiegel nicht an Glaubwürdigkeit verloren hat.
I'm a Substitute 13.08.2009
Meinen Sie diese Frage wirklich ernst? Als Mitarbeiter des Online-Portals eines großen Nachrichtenmagazins, das doch nun wirklich jahrzehntelang deutsche Politik und Wirtschaftsgeschichte begleitet und (zeitweilig sogar [...]
Zitat von sysopDie deutsche Wirtschaft wächst wieder, wenn auch nur leicht. Ist die Rezession jetzt vorbei? Oder muss man mit weiteren Rückschlägen rechnen - zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt?
Meinen Sie diese Frage wirklich ernst? Als Mitarbeiter des Online-Portals eines großen Nachrichtenmagazins, das doch nun wirklich jahrzehntelang deutsche Politik und Wirtschaftsgeschichte begleitet und (zeitweilig sogar kritisch!) unter die Lupe genommen hat, ist Ihnen doch klar, daß ein "numerisches Wachstum" von vielleicht 2% (Containerumschlag im Hamburger Hafen) KEINEN Effekt auf den Arbeitsmarkt besitzt.
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