Wirtschaft



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16.08.2009
 

Pleitekonzern

Insolvenzverwalter rügt Ex-Vorstände von Arcandor

Keine Firmenbesitztümer, verschwenderische Manager: Der Insolvenzverwalter des Arcandor-Konzerns ist entsetzt über den Zustand des Unternehmens. Rechtliche Schritte gegen ehemalige Vorstände schließt er nicht aus.

Berlin - Der Insolvenzverwalter des Handels-und Touristik-Konzerns Arcandor, Klaus Hubert Görg, hält einem Zeitungsbericht zufolge rechtliche Schritte gegen frühere Vorstände des Unternehmens für möglich: "Wir sehen einige Hinweise, die wir sammeln und zu gegebenem Zeitpunkt bewerten wollen", sagte Görg der "Welt am Sonntag". "Wir haben bis zu drei Jahre Zeit, Konsequenzen zu ziehen. Derzeit sind wir vollständig damit beschäftigt, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten, Konzepte zu erstellen und Investoren zu suchen."

Insolvenzverwalter Görg: "In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört"Zur Großansicht
AP

Insolvenzverwalter Görg: "In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört"

In dem Konzern sei trotz schlecht laufender Geschäfte viel Geld ausgegeben worden, sagte Görg. Der dienstliche Aufwand des Vorstandes sei für ein "Unternehmen in der wirtschaftlichen Verfassung" wie Arcandor "sehr hoch" gewesen. "Ein Vorstandsvorsitzender sollte Vorbild sein; ich habe sparsamere erlebt", sagte Görg.

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Auch über den Zustand des Unternehmens zeigte Görg sich entsetzt. "Wir haben mit der Lupe nach der Substanz in diesem Unternehmen gesucht, aber wir haben nichts Nennenswertes gefunden", sagte er. "In diesem Hause gibt es wirklich nichts, was nicht anderen Leuten gehört. Das habe ich in so großen Unternehmen noch nie erlebt." Es sei "dem Vorstand erstaunlich lange gelungen, den Staub aus den Ecken zu kehren und auch den noch zu Liquidität zu machen".

Der Insolvenzverwalter wertete die Aufstockung des Aktienanteils am Touristikkonzerns Thomas Cook in der Ära des Vorstandsvorsitzenden Thomas Middelhoff als Fehler. "Diese Übernahme von Thomas Cook hat dem Unternehmen weitere Substanz entzogen, die dann für die Sanierung der Handelsbereiche Karstadt und Primondo fehlte und bis heute fehlt. Ich bin sicher, dass die Sanierungschancen ohne das Thomas-Cook-Investment höher gewesen wären als jetzt", sagte er.

Sein Plan, die Warenhauskette Karstadt als Ganzes zu sanieren, müsse nicht das Ende der Bemühungen des Kaufhof-Betreibers Metro zur Übernahme einiger Häuser bedeuten: "Metro ist willkommen, aber nicht zum Kuscheln. Es wird keinen schnellen Verkauf einzelner Häuser geben. Wir wollen Karstadt als Ganzes abgeben, mutmaßlich in einem Bieterverfahren", erklärte Görg.

Zum aktuellen Geschäft bei Karstadt sagte er: "Die Umsatzentwicklungen sind mit kleinen Einbußen stabil." Den Plan von Vorstandschef Karl-Gerhard Eick, die drei Premiumhäuser Oberpollinger, KaDeWe und das Hamburger Alsterhaus zu verkaufen, gebe es nicht mehr. "Die Top-Häuser sind attraktive Bestandteile unseres Warenhausportfolios. Und nur für Attraktives zahlen Investoren."

anr/AFP/Reuters

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insgesamt 120 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.02.2010 von freiheitodertod:

Die ganze Geschichte ist so aber irgendwie noch nicht vollständig. Neben der Schickedanz ist ja auch die ehemals größte europäische Privatbank Sal. Oppenheim an Karstadt/Arcandor praktisch zu Grunde gegangen und wurde von der [...] mehr...

08.11.2009 von WarumDenn: Volle Zustimmung

150M Spenden von allen Beschäftigten. 15M Abfindung für einen. Liebe Gewerkschaften, fangt endlich wieder an die AN ggen solche Interessen zu schützen und das "NEIN" zu benutzen. mehr...

07.11.2009 von JohnnyKuster: Wozu verzichten...

Angestellte, lasst Euch nicht weiter verarschen. Wenn Ihr Euch an Karstadt beteiligen wollt, dann fordert für Euren Verzicht Anteile am Unternehmen. Wenn Ihr verzichtet und keine Gegenleistung fordert, helft Ihr nur der bekannten [...] mehr...

20.10.2009 von frankwis: sehen wir's mal so ...

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20.10.2009 von jupol: Der Markt

Ja - ich kann nur das Mantra von Sinn und seinen Mitstreitern wiederholen. Der Markt wird es schon richten. PS: Ich verwahre mich gegen Aussagen, dass ein schlechtes Management (aber guuuuuut bezahlt) und normale Leute, die [...] mehr...

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