Duisburg - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat eindringlich an die großen Konzerne in Deutschland appelliert, mehr Frauen in ihre Vorstände und Aufsichtsräte zu berufen. "Was sich in der deutschen Wirtschaft abspielt, gerade in den großen Unternehmen, ist aus meiner Sicht nicht hinnehmbar", sagte die CDU-Vorsitzende beim Bundesdelegiertentag der Frauen Union am Sonntag in Duisburg. Der Mittelstand sei dabei schon viel weiter als die großen Konzerne. Gerade viele familiengeführte Firmen hätten mit Blick auf Führungsaufgaben erkannt: "Auch Töchter sind manchmal besser geeignet."
In Deutschland würden Unternehmen nicht wegen Steuern abwandern, sondern weil sie nicht genügend Fachkräfte fänden, so die Kanzlerin. "Da sind Frauen ein großes Potential."
Merkel beklagte zudem, dass es noch Bereiche der Wirtschaft gebe, in denen Frauen "signifikant schlechter bezahlt" seien. Verpflichtende Frauenquoten in der Wirtschaft lehne sie zwar ab, das Beispiel Norwegens zeige aber, dass allein die Drohung damit Ergebnisse bringen könne, so die CDU-Vorsitzende. Merkels Parteikollegin Maria Böhmer, Vorsitzende der Frauen Union, indes hält solch eine Quote für möglich. "Wenn alle Appelle nichts nützen, kann das auch für Deutschland eine Option sein", sagte die Bundes- Integrationsbeauftragte und Staatsministerin im Kanzleramt.
Derweil sieht Kanzlerin Merkel gute Voraussetzungen, um die Wirtschafts- und Finanzkrise zu bewältigen. "Die Konjunkturprogramme werden gut angenommen", sagte sie. Die Möglichkeiten seien aber noch nicht ausgeschöpft. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssten alle Chancen wahrnehmen.
Die Kanzlerin fordert mehr Frauen in den Führungsetagen - dass Merkels Amtszeit als Kanzlerin etwas an der Situation der Frauen in Deutschland verbessert hat, bestreitet unterdessen die SPD-Politikerin Manuela Schwesig. Trotz der ersten Kanzlerin an der Spitze ist Deutschland nach Ansicht der Schweriner Sozialministerin in der Gleichstellungspolitik nicht vorangekommen. Für Frauen habe Merkel in ihrer vierjährigen Amtszeit nichts getan. Da habe sie "komplett versagt", erklärte Schwesig in einem am Sonntag vorab veröffentlichten Interview der Zeitschrift "Super Illu".
Zugleich stellte die im Wahlkampfteam von SPD- Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier für Familienpolitik zuständige Landesministerin von Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Forderungen wie zuvor Merkel auf und kritisierte die anhaltende Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt: Weibliche Beschäftigte würden in Deutschland mit durchschnittlich 70 Prozent des Gehalts ihrer männlichen Kollegen abgespeist, obwohl sie über gleiche Bildung, oft sogar eine höhere Qualifikation verfügten. "Ich will, dass sich das ändert. Dafür müssen gesetzliche Regelungen geschaffen werden", betonte Schwesig in dem Interview. Deshalb setzten sich die Sozialdemokraten dafür ein, dass mehr Frauen in Führungspositionen kommen, ihr Anteil in Aufsichtsräten auf mindestens 40 Prozent wächst und gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird.
Kritik übte Schwesig auch an der Familien- und Kinderpolitik der Union. CDU und CSU diskutierten nur über die Geburtenstatistik, als ob ein Kind nur eine Zahl sei. "Wir müssen uns mehr um die Kinder kümmern, die schon da sind. Und dafür brauchen wir flächendeckend gute und kostenfreie Kitas und Schulen", sagte die SPD-Politikerin. Sie forderte die Wirtschaft auf, mehr für Familien zu tun und mehr Teilzeit-Arbeitsplätze sowie flexiblere Beschäftigungszeiten anzubieten.
anr/Reuters/dpa
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Lieber nicht, den die erste Quote hatten wir schon bei "Grün". Einfach entsetzlich unfähig was dabei heraus kam.. Trittin,... der Grüne, der für seine Werte nie mals einsteht!! ..habe ich selber getestet mit [...] mehr...
Es gibt noch weitere gifige Kommentare von Frauen zum Thema, idR. sind diese nicht öffentlich quotierbar. mehr...
Eine gute Idee die SPD unterm Teppich verschwinden zu lassen, was nicht heißt, dass ich eine "Männerquote" bevorzuge. Während meiner 44jhr. Tätigkeit ging es nach "Können" nicht nach Geschlecht. Wenn ich [...] mehr...
Naja, Iris Radisch meint ja im Kölner Stadtanzeiger (http://www.ksta.de/html/artikel/1250675173362.shtml) Zitat: "die soziale Bedeutungslosigkeit der Frau jenseits der magischen Fertilitätsgrenze, hinter der die von jungen [...] mehr...
Was hier als Satire (Schwulenquote) beschrieben wird, kann schon bald Wirklichkeit werden ! Ich sage nur Wowereit mehr...
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