Aus Maskat berichtet Nathalie Klüver
Prinz Charles lächelt sein Prinz-von-Wales-Lächeln. Er lächelt in Sahar al-Kaabis Büro, er lächelt in ihren marmorgefliesten Verkaufsräumen. Auf sorgfältig gerahmten Fotos, die Madame Kaabi aufgehängt hat. Erinnerungen an den Ehrengast, der im vergangenen Jahr in Maskat zu Besuch war. Auch sonst kann sich die Liste ihrer Kunden sehen lassen: Das omanische Königshaus bestellt Silberteller bei ihr, die großen Hotels Tischschmuck, die Banken Visitenkartenetuis.
Sahar al-Kaabi bittet, sich an der belgischen Schokolade zu bedienen - eines der vielen Produkte, die sie unter dem Label "Sadaf" vertreibt. Mit Werbegeschenken, die sie aus den Vereinigten Arabischen Emiraten importierte, begann die Geschichte von "Sadaf". Mittlerweile sucht al-Kaabi ihr Sortiment in der ganzen Welt zusammen, lässt von ihren zwölf Angestellten auf Bestellung Blumengeschenke für Hotels, Kongresse oder Hochzeiten anfertigen und bildet in ihrem hauseigenen Institut Floristen aus. Sie verbringt fast die Hälfte des Monats auf Geschäftsreise, besucht Messen in Europa und im gesamten arabischen Raum.
1996 begann sie ihre Arbeit als One-Woman-Show von ihrem Wohnzimmer aus, mittlerweile hat sie drei Sadaf-Filialen, vor dem mit Schmetterlingen und Glitzergirlanden geschmückten Firmensitz parkt ihr Porsche Cayenne.
Kaabi ist eine der Power-Frauen, die in Oman Karriere gemacht haben. Ausgerechnet in einem arabischen Wüstenstaat, geprägt vom Islam, bisher dominiert von Männern. Doch die weibliche Konkurrenz wird immer stärker: Liberale Gesetze ermöglichen den Frauen in Oman einen beruflichen Aufstieg, wie er in den meisten orientalischen Ländern nicht denkbar wäre.
"Ich hatte keine Erfahrung im Geschäftsleben"
Ein zaghaftes Klopfen an der Tür. Ein Angestellter flüstert eine Frage, Madames Antwort ist kurz und knapp. Der Mann zieht sich leise wieder zurück. Wer hier die Chefin ist - daran besteht kein Zweifel.
Dabei war die 38-Jährige nicht immer eine erfolgreiche Karrierefrau. Ihren gut bezahlten Job bei einer omanischen Fluglinie gab Kaabi auf, weil sie ihr eigener Boss sein und sich endlich selbst den Gehaltscheck ausstellen wollte. Ihren ersten Laden für Souvenirs betrieb sie von zu Hause aus, weil das Geld für die Miete eines Ladengeschäfts nicht reichte. Nach einem Jahr gab sie auf. "Ich hatte Literatur studiert und keine Erfahrungen im Geschäftsleben", erklärt sie den Misserfolg. Sie entschied sich, ihren Master in Ägypten zu machen, ließ ihre heute 20 und 19 Jahre alten Söhne bei ihrer Mutter.
1999 versuchte sie erneut den Schritt in die Selbständigkeit - ohne einen Rial in der Tasche. Geld von ihrer Familie habe sie nicht gewollt, auch nicht von der Bank, denn sie habe ihrer Umwelt beweisen wollen, dass Frauen auch ohne Unterstützung etwas erreichen können, erzählt sie mit trotzigem Unterton. Kaabi wollte unabhängig sein. "Frei wie ein Schmetterling", wiederholt sie wie ein Mantra. Schmetterlinge zieren ihr Haus, die Wände, finden sich auf den Vasen, dem strassverzierten Modeschmuck und dem Silberbesteck in ihrem Laden.
Kaabi hat sich bewusst für ein Kopftuch entschieden
Noch gehört Sahar al-Kaabi als erwerbstätige Frau zu einer Minderheit. Nur 20 Prozent der Beschäftigten in der omanischen Privatwirtschaft sind Frauen, im öffentlichen Dienst kommt auf zwei Männer eine Frau. Wenig im Vergleich zu Deutschland, wo rund die Hälfte der Erwerbstätigen weiblich ist. Doch auf der arabischen Halbinsel steht das Sultanat vergleichsweise gut da: Im Nachbarstaat Saudi-Arabien üben laut staatlichen Angaben nur 5,5 Prozent der Frauen einen Beruf aus, sie dürfen kein Auto fahren und keine öffentlichen Ämter bekleiden, männliche Freunde nicht in der Öffentlichkeit treffen.
Ein anderes Bild in Oman: Dort sitzen selbstbewusste Frauen am Steuer, gehen allein ins Café und essen gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen in der Kantine. Auch wenn Abajas und Kopftücher das Straßenbild bestimmen, vorgeschrieben wie in Saudi-Arabien sind sie nicht. Man trifft alle Variationen: Frauen in knapper Jeans mit akkurat geföhntem Bob, Frauen im Rock mit Kopftuch, Frauen mit Abaja, und vor allem im Süden an der Grenze zum Jemen diejenigen, die sogar über den Augen einen Schleier tragen.
Sahar al-Kaabi trägt keine Abaja über ihrem langen Rock und dem maßgeschneiderten Blazer. Doch sie hat sich für ein Kopftuch entschieden. Bewusst. Um ihren Glauben zu zeigen. Als Schutzschild gegenüber männlichen Geschäftspartnern. Denn Frau Kaabi ist seit 1994 geschieden, manche Männer verstehen das falsch: "Durch mein Kopftuch zeige ich, dass ich nicht leicht zu haben bin. Die Männer behandeln mich respektvoller."
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Zur echten Gleichstellung gehört auch die Dienstpflicht. 55 Jahre lang jeweils 12 Monate Zivildienst nur für Frauen. Das wär doch ein guter Anfang. Was die Top-Positionen angeht: In der Politik haben wir das schon. Das ist [...] mehr...
ist ein schöner Artikel über Frau Ministerin von der Leyen...und unsere Kandisbunzlerin hat ja dem Wohlstand der Bürger hier wirklich Vorschub geleistet...Frau Breuel als Chefin der damaligen Treuhandmafia ist inzwischen [...] mehr...
davon habe ich auch schon gehört...*lach* leider geht bei dem ganzen Schwadronieren der Gedanke an der Teamfähigkeit von Mann mit Frau und umgedreht verloren...bei dieser blöden Debatte geht es augenscheinlich nur darum [...] mehr...
Mann und Frau sind auf jeden Fall reproduktiver. mehr...
Mann und Frau, bzw. Frau und Mann, bzw. Mannfrau und/oder Fraumann ergänzen sich...ergo als team produktiver... habe aber keine ahnung mehr wie man das mittlerweile politisch korrekt formulieren soll... mehr...
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