Stockholm - Die Wirtschaftskrise macht auch vor den klügsten und verdientesten Köpfen nicht Halt: Das Nobelpreiskomitee zieht wegen finanzieller Schwierigkeiten in Betracht, seine Preisgelder im kommenden Jahr zu kürzen. "Wir sind zwar durch den Sturm gesegelt, aber es ist etwas Wasser an Deck geschwappt", erklärte der Direktor der Nobel-Stiftung, Michael Sohlman, am Samstag.
Die diesjährigen Preisträger, darunter Barack Obama (Friedensnobelpreis) und die deutsche Schriftstellerin Hertha Müller (Literaturnobelpreis), erhalten wie in den vergangenen Jahren üblich zehn Millionen Schwedische Kronen, umgerechnet knapp einer Million Euro. Der US-Präsident hat bereits angekündigt, das Preisgeld für wohltätige Zwecke zu spenden.
Seit den fünfziger Jahren sind die Preisgelder entweder stabil geblieben oder angewachsen. Im vergangenen Jahr hätte die Stiftung durch die Finanzkrise etwa ein Fünftel seines investierten Kapitals verloren, erläuterte Sohlman. Dies habe sich in diesem Jahr nur leicht erholt. Im Dezember letzten Jahres betrug der Wert der investierten Summe 273 Millionen Euro.
Insgesamt werden jedes Jahr sechs Preise im Namen des schwedischen Geschäftsmanns und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel vergeben. Die Kosten für die diesjährige Preisverleihung - inklusive eines aufwendigen Festessens und der Zeremonie für den Friedensnobelpreis in Oslo beläuft sich auf rund zwölf Millionen Euro.
can/Reuters
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