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31.01.2010
 

Verleumdungsvorwurf

Unternehmer Christ erwägt Anzeige gegen PR-Profi

Der Unternehmer Harald Christ prüft nach SPIEGEL-Informationen eine Strafanzeige gegen seinen ehemaligen PR-Berater. Christ wirft ihm versuchte Erpressung und versuchte Nötigung vor. Der PR-Mann bestreitet das, gerät jedoch durch ein ominöses Fax unter Druck.

Hamburg - Harald Christ, Unternehmer und ehemaliges Mitglied im Wahlkampfteam der SPD, prüft eine Strafanzeige gegen seinen früheren PR-Berater Norbert Essing. Damit hat er nach SPIEGEL-Informationen nun den ehemaligen Bundesinnenminister Otto Schily beauftragt. Die Tatvorwürfe lauten: versuchte Erpressung und versuchte Nötigung.

Hintergrund: Christ wurde vor geraumer Zeit anonym der Pädophilie und des sexuellen Missbrauchs bezichtigt. All die Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage, sagte Christ. Er selbst vermutet hinter den Anschuldigungen seinen eigenen früheren PR-Berater Norbert Essing, der die Vorwürfe bestreitet. Eine der anonymen Verleumdungen ging am 26. Februar 2008 per Fax bei der Weberbank ein, dem damaligen Arbeitgeber des Managers Christ. Auf der Faxkennung war als Absender die Autobahnraststätte Nievenheim West bei Düsseldorf sowie die Uhrzeit 12.15 Uhr angegeben.

Christs Anwalt ließ daraufhin die Aufnahmen der Überwachungskameras sicherstellen - die zeigen Essing, wie er mit Papier in der Hand um 12.13 Uhr die Tankstelle betritt, zur Kasse geht und dann zum Faxgerät. Die Videos liegen mittlerweile auch dem SPIEGEL vor. Essing erklärt, er habe an dem Tag zwar tatsächlich ein Fax von der Tankstelle abgeschickt, aber nicht an die Weberbank. Er könne sich nicht mehr erinnern, an wen das Schreiben ging.

Im zurückliegenden Bundestagswahlkampf soll Essing nach SPIEGEL-Informationen versucht haben, abträgliches Material über Christ zu verbreiten. Das hätten verschiedene Journalisten von unterschiedlichen Medien bestätigt. Essing bestreitet die Vorwürfe. Christ erklärt dem SPIEGEL, Essing habe von ihm die Verlängerung eines alten Beratungsauftrags verlangt, was Essing allerdings ebenfalls bestreitet. Wie der SPIEGEL weiter berichtet, prüft auch der Essing-Kunde und frühere WestLB-Chef Thomas Fischer mittlerweile rechtliche Schritte gegen den PR-Mann.

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