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06.02.2010
 

Haushaltskrise

Goldman Sachs half Griechenland bei Schuldenkosmetik

Goldman-Sachs-Hauptsitz in New York: "Keine Stellungnahme"Zur Großansicht
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Goldman-Sachs-Hauptsitz in New York: "Keine Stellungnahme"

Im Schönen ihrer Haushaltszahlen waren die Griechen Meister - und offenbar hatten sie dabei Hilfe von echten Profis. Nach SPIEGEL-Informationen unterstützte die US-Bank Goldman Sachs den nun vor der Pleite stehenden Staat mit komplexen Finanztransaktionen.

Hamburg/Iqaluit - Die Enthüllungen dürften in der EU nicht gut ankommen: Die statistischen Angaben zur griechischen Staatsverschuldung wurden in der Vergangenheit offenbar auch mit Hilfe komplexer Finanzinstrumente geschönt. Anfang 2002 einigten sich Griechenlands Schuldenverwalter und die US-Bank Goldman Sachs nach Informationen des SPIEGEL auf ein Geschäft mit sogenannten Cross-Currency-Swaps. Damit sollten in Dollar und Yen aufgenommene Staatsschulden von rund zehn Milliarden für eine gewisse Laufzeit in Euro getauscht werden und dann wieder zurück. Im Gegensatz zu herkömmlichen Swaps wurde bei diesem Geschäft mit fiktiven Wechselkursen gearbeitet.

Griechenland erhielt dadurch nicht den aktuellen Euro-Gegenwert von zehn Milliarden Dollar oder Yen, sondern dank des viel günstigeren Wechselkurses eine deutlich höhere Summe. Goldman Sachs verschaffte den Griechen so einen zusätzlichen Kredit von schätzungsweise bis zu einer Milliarde Dollar. In der Athener Schuldenstatistik erschien der Zusatzkredit nicht. Die Melderegeln von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Union, erfassen Transaktionen mit Finanzderivaten nur unzureichend. Goldman Sachs will zu dem umstrittenen Geschäft "keine Stellungnahme" abgeben. Das griechische Finanzministerium reagierte auf eine schriftliche Anfrage nicht.

Griechenland steckt in einer schweren Haushaltskrise. Die EU-Kommission hatte dem Land deswegen am Mittwoch ein striktes Sparprogramm mit Gehaltskürzungen und Steuererhöhungen auferlegt. Der Haushalt Griechenlands wurde faktisch unter EU-Kontrolle gestellt. So will die Union sicherstellen, dass die Griechen mit der Haushaltskonsolidierung diesmal Ernst machen.

In der Vergangenheit hatte Athen der EU wiederholt geschönte Zahlen vorgelegt. Erst nach dem jüngsten Regierungswechsel im Herbst wurde das wahre Ausmaß der Schuldenmisere bekannt: Der sozialistische Ministerpräsident Georgios Papandreou meldete kurz nach seiner Wahl nach Brüssel, dass das Haushaltsdefizit 2009 bei 12,7 Prozent des BIP liege. Die Vorgängerregierung hatte ein Minus von 3,7 Prozent prognostiziert, der EU- Stabilitätspakt sieht eine Obergrenze von drei Prozent vor.

Schäuble gelassen, Oettinger besorgt

Die Finanzprobleme Griechenlands und anderer Länder der Euro-Zone bestimmten auch den Auftakt des Finanzministertreffens der sieben großen Industrieländer (G7) im arktischen Iqaluit. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zeigte sich überzeugt, dass die ernsten Probleme den Euro letztlich nicht gefährden würden. "Der Euro bleibt stabil", sagte Schäuble. Die Unruhe an den Weltkapital- und Devisenmärkten nannte er Übertreibungen. Griechenland müsse nun einen hohen Preis für die lang andauernde Verletzung von EU-Stabilitätsregeln zahlen.

Die Aktienmärkte weltweit gerieten wegen der Befürchtungen einer Destabilisierung der Euro-Zone und Spekulationen über die Möglichkeit einer umfangreichen gemeinsamen Hilfeaktion der Euroländer unter Druck. Die Kurse fielen am Freitag zeitweise auf ein Dreimonatstief, erholten sich dann aber wieder in den USA. Der Euro schwächte sich zeitweise auf unter 1,36 Dollar ab, den niedrigsten Stand seit Mai vergangenen Jahres.

Vor diesem Hintergrund äußerte sich der designierte EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) weniger gelassen als Schäuble. Im Interview mit dem Reutlinger "General-Anzeiger" sagte der scheidende baden-württembergische Ministerpräsident unmittelbar vor seinem Amtswechsel: "Der Euro ist in Gefahr, instabil zu werden." Er verwies auf die dramatisch zugespitzte Haushaltslage in mehreren Euroländern. Neben Griechenland seien zunehmend auch Spanien, Portugal, Lettland, Irland und Italien betroffen. Diese Aufgabe zu bewältigen sei vordringlich, mahnte Oettinger.

Der kanadische G-7-Gastgeber Jim Flaherty äußerte sich angesichts der Krise in Griechenland besorgt über die Gefahr von Staatspleiten. "Ich glaube, wir müssen sehr bewusst mit der Möglichkeit des Zusammenbruchs nationaler Volkswirtschaften und der anhaltenden Existenz von giftigen Anlagen in einigen Banken umgehen", sagte.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet wies Spekulationen zurück, die EZB-Führung könnte am Wochenende wegen der angespannten Lage in einigen Eurostaaten zu einem Krisentreffen zusammenkommen. Schäuble wandte sich gegen Mutmaßungen über gemeinsame Notfallpläne der Euroländer zur Unterstützung Griechenlands.

phw/Reuters/ddp/apn

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07.03.2010 von Satiro:

Da ich bisher ich keine Ahnung hatte, wer sich hinter dieser Gesellschaft für Wissenschaft und Politik verbirgt, habe ich mal etwas gegoogelt und mit zwei Mausclicks gefunden : >>>Einer der wichtigsten [...] mehr...

07.03.2010 von Satiro:

Auch dieser famose Heribert Dieter scheint nicht zu wissen, dass die wahre Wirtschaftsleistung Griechenlands auch die von keiner Statistik erfaßte Schattenwirtschaft des Landes beinhalten müßte. Und wenn man die Spekulation, [...] mehr...

07.03.2010 von werner3: Soll die EU im Notfall einspringen?

Auf gar keinen Fall. Wenn die Griechen klug sind, lassen sie sich den Radikalsparkurs nicht aufzwingen, da er zum Kollaps ihrer ohnenhin schwachen Wirtschaft führen muß. Davon würden sie sich viele Jahre nicht erholen. Es [...] mehr...

07.03.2010 von Alka Wumm:

Aha, am besten wir legalisieren ebenfalls die Korruption. Das macht die Lage mit den Parteispenden und den Sponsoring von Parteievents wesentlich einfacher. Ist wahrscheinlich schon in Arbeit. mehr...

06.03.2010 von Deutschmichel: Kann das ein Grund sein?

Dass vor einigen Tausend Jahren dort eine - damals wie heute zweifelhafte - Demokratie ihre Wiege hatte, kann doch nicht der Grund dafür sein, einem Haufen korrupter Beamter und zahlungsunwilliger Steuersünder das weiche Bett [...] mehr...

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Die Maastricht-Kriterien

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Die Teilnahme an der Europäischen Währungsunion ist nach dem Vertrag von Maastricht an fünf Kriterien geknüpft. Sie sollen sicherstellen, dass die Euro-Länder sich wirtschaftlich so angenähert haben, dass sie reif für eine gemeinsame Währung sind:

1. Die Neuverschuldung soll nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.

2. Für die Staatsverschuldung gilt ein Richtwert von 60 Prozent des BIP, den die Länder einhalten oder dem sie sich annähern sollen.

3. Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten Länder liegen.

4. Die langfristigen Zinssätze dürfen nicht mehr als zwei Prozentpunkte über dem Durchschnitt der drei preisstabilsten EU-Länder liegen.

5. Die Währung muß sich mindestens zwei Jahre spannungsfrei und ohne Abwertung im Europäischen Währungssystem bewegt haben.


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Offizieller Eigenname: Elliniki Dimokratia

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(seit März 2005)

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Außenminister: Stavros Dimas
(seit November 2011)

Staatsform: Parlamentarische Republik

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Hauptstadt: Athen

Amtssprache: Griechisch

Religionen: mehrheitlich orthodoxe Christen

Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,359 Mio. Einwohner

Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²

Bevölkerungswachstum: 0,2%

Fruchtbarkeitsrate: 1,5 Geburten/Frau

Nationalfeiertag: 25. März

Zeitzone: MEZ +1 Stunde

Kfz-Kennzeichen: GR

Telefonvorwahl: +30

Internet-TLD: .gr

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