Wirtschaft



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29.04.2010
 

Umweltdesaster

USA erwägen vorübergehenden Stopp von Tiefseebohrungen

Schweißarbeiten zur Bekämpfung der Katastrophe: BP soll für Kosten aufkommenZur Großansicht
U.S. Coast Guard / Tom Atkeson

Schweißarbeiten zur Bekämpfung der Katastrophe: BP soll für Kosten aufkommen

Die Katastrophe im Golf von Mexiko wird für Öl-Konzerne zum finanziellen Fiasko: Die US-Regierung erwägt, ein vorübergehendes Bohrverbot in der See zu verhängen. Zudem soll der Energieriese BP für die Bekämpfung des Umweltdesasters aufkommen.

Washington - Ölkonzerne bekommen die Auswirkungen der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko zu spüren: Die USA schließen einen vorübergehenden Stopp von Tiefseebohrungen nicht mehr aus. "Alles ist möglich", sagte ein ranghoher Vertreter des amerikanischen Innenministeriums am Donnerstag. Ein Bohrverbot könnte solange in Kraft bleiben, bis die Förderfirmen die Fähigkeit bewiesen hätten, Lecks zu stopfen.

Wie die US-Regierung weiter mitteilte, erwartet sie, dass der britische Ölkonzern BP alles zur Bekämpfung der Katastrophe tut und die Kosten voll trägt. "BP ist...verantwortlich", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses. "BP ist verpflichtet, die Kosten für die Gegenmaßnahmen und die Säuberungsaktionen zu übernehmen, und sie tun es."

Das US-Präsidialamt warnte zugleich davor, dass der Ölteppich die Schifffahrt im Golf von Mexiko massiv behindern könnte. Schiffe könnten die Seewege dann nicht mehr befahren.

US-Regierung stuft Ölpest offiziell als Katastrophe ein

US-Präsident Barack Obama wird Heimatschutzministerin Janet Napolitano, Innenminister Ken Salazar und die Chefin der Umweltbehörde EPA, Lisa Jackson, am Freitag in die Krisenregion entsenden, teilte der Sprecher weiter mit. Sie sollen sich vor Ort über die Maßnahmen zur Eindämmung des Ölteppichs und zum Schutz der Küste informieren. Salazar hielt sich bereits am Donnerstag bei BP in Houston auf, "um harte Fragen zu stellen", sagte der stellvertretende Innenminister David Hayes.

Insgesamt sind nach US-Regierungsangaben 16 verschiedene Bundesbehörden in die Kontroll- und Schutzmaßnahmen eingeschaltet. Napolitano stufte die Katastrophe offiziell als eine Ölpest "von nationaler Bedeutung" ein. Damit können Ressourcen aus nicht betroffenen Regionen abgezogen und Unterstützungsmaßnahmen rascher und besser koordiniert werden.

Aus der explodierten und später gesunkenen Bohrinsel "Deepwater Horizon" laufen schätzungsweise täglich 5000 Barrel Öl aus, die die Lebewesen im Golf massiv bedrohen.

yes/Reuters/dpa

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