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16.08.2010
 

Umweltschutz

China dreht Schmutz-Fabriken den Strom ab

Industrie in China: Hohes Wachstum, große UmweltschädenZur Großansicht
Getty Images

Industrie in China: Hohes Wachstum, große Umweltschäden

So geht Umweltschutz auf Chinesisch: Die Regierung in Peking hat 500 besonders klimaschädlichen Fabriken den Strom abgestellt - und es werden weitere folgen. Bis Ende September sollen mehr als 2000 Betriebe stillgelegt werden.

Peking - Auf der einen Seite steht ein unvergleichliches Wachstum - auf der anderen enorme Umweltschäden: China ist weltweit das Land mit den höchsten Treibhausgasemissionen. Deshalb greift die Regierung in Peking jetzt hart durch. Bereits eine Woche nach der Drohung, mehr als 2000 Fabriken einfach stillzulegen, setzen die Behörden ihre Ankündigung teilweise um. Das Ministerium für Wirtschaft und Informationstechnologie habe angeordnet, 500 besonders klimaschädlichen Fabriken in der Provinz Anhui für einen Monat den Strom abzustellen, berichtet die Tageszeitung "China Daily".

Bisher hatte China den Stromverbrauch lediglich in den Hochsommermonaten beschränkt. Diese Maßnahme konnte den Energiebedarf nach Behördenangaben aber nicht genügend mindern. Die Stilllegungen sollen nun dazu beitragen, dass die Provinz ihre Energieverbrauchsziele bis Ende des Jahres erreicht. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Regierung mehr als 2000 Zementwerken, Papier- und Stahlfabriken, Kokereien und Aluminiumhütten gedroht, sie zu schließen, sollten sie ihre Produktionsanlagen nicht erneuern.

Die Aktion macht einmal mehr die dramatischen Umweltfolgen des wirtschaftlichen Aufstiegs der Volksrepublik deutlich. Die Luft- und Wasserqualität in den Städten ist teils erbärmlich, immer wieder machen Umweltskandale Schlagzeilen. Erst Ende Juli war die Millionenstadt Jilin nach einem Chemieunfall zeitweise ohne Trinkwasserversorgung, und die Hafenstadt Dalian kämpft derzeit mit den Folgen einer gewaltigen Ölpest.

Jetzt versucht die Regierung in Peking anscheinend, das Problem mit drastischen Schritten zu bekämpfen. Bis Ende September sollen 2087 "rückständige" Fabriken geschlossen werden, die besonders verschwenderisch mit Energie umgehen. Vor zwei Wochen hatten die Behörden erklärt, der Fünfjahresplan zur Verbesserung der Energieeffizienz habe einen Rückschlag erlitten: Das wieder erstarkte Wachstum nach der globalen Krise und der Boom der Bauwirtschaft hätten die Nachfrage nach Stahl, Zement und anderen energieintensiven Produkten beflügelt. Allein im ersten Quartal 2010 ist die chinesische Wirtschaft um fast 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen. Im zweiten Quartal lag der Wert bei rund zehn Prozent.

Rückschlag in Sachen Umweltschutz

Laut dem Fünfjahresplan sollte der Energieverbrauch pro Einheit produzierter Güter, auch Energieintensität genannt, bis zum Ende dieses Jahres um 20 Prozent sinken. Ende 2009 seien bereits mehr als 14 Prozent erreicht gewesen, meldete die Regierung im März. Doch in der ersten Hälfte dieses Jahres sei die Energieintensität nicht weiter gesunken, sondern um 0,09 Prozent gestiegen.

Pekings Initiative in Sachen Energieeffizienz hat nicht nur ökologische Gründe. Angesichts des enormen Wirtschaftswachstums ist die Regierung zunehmend besorgt über die wachsende Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten aus teils politisch instabilen Regionen. Allerdings bereiten auch die Verschmutzung der mancherorts ohnehin kärglichen Wasservorräte und die Vernichtung von Waldbeständen Probleme. China ist inzwischen der weltgrößte Stahlproduzent und strebt auch in anderen Bereichen eine Führungsposition an. Die neueren Fabriken sind zwar auf einem technisch modernen Stand. Zugleich aber gibt es in dem Land Tausende kleinerer Altbetriebe, die von lokalen Behörden am Leben gehalten werden - weil sie Steuereinnahmen und Arbeitsplätze garantieren. Nach der jüngsten Anweisung aus Peking würden diese Betriebe ihre Emissionsrechte Ende September verlieren. Die Elektrizitätswerke würden die betroffenen Unternehmen nicht mehr mit Strom versorgen, Banken dürften nicht mehr mit ihnen handeln, teilte das Ministerium mit.

jaw/AFP

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insgesamt 2154 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.08.2010 von rainz:

Danke! Je mehr Bürgen diese unfragbaren Fragen stellen, umso eher bekommen wir vielleicht unsere Politikdarsteller mal dazu, uns zu erzählen für wen solche Gesetze, Regelungen und Abkommen gut sein sollen (ausser sie selbst [...] mehr...

23.08.2010 von eeezy: Irgendwie verstehe ich dass mit den Importzöllen nicht so richtig...

...kann mir das mal jemand erklären? Wieso kann China auf in Europa produzierte Waren so hohe Importzölle erheben dass sich nur noch die Produktion vor Ort lohnt....und die EU darf im Gegenzug nichtmal mickrigste Importzölle auf [...] mehr...

23.08.2010 von Burkhardt1949: Eins verstehe ich nicht

Wie kann China als WTO Mitglied hohe Einfuhrzölle auf PKW erheben? Und warum werden dann keine hohen Eifuhrzölle auf Textilien , Schuhe, Spielzeuge aus China in der EG erhoben usw um unsere Arbeitsplätze zu schützen? Schlafen [...] mehr...

22.08.2010 von tao chatai:

Werter Diomedes, wie immer zwei exzellente Post an mich;ich brauche etwas Zeit zu antwarten;bei mir ist schon 8:30 abends und die Maedels rufen an.... hier noch ein guter Link der Sie auch heute Nacht beschaeftigen koennte [...] mehr...

22.08.2010 von ray4901: ich meinte

ich wollte nicht alte Kamellen aufwärmen, ich denke eher so an aktuellere Naturkatastrophen und Industrieunfääle und ähnliches. Und die Art und Weise wie diese kommuniziert und dann auch effizient bewältigt werden. Beim übrigen [...] mehr...

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Import nach Deutschland aus ausgewählten Ländern 2009
in Milliarden Euro Veränderung zum Vorjahr in Prozent
gesamt 674 -16,4
Niederlande 58 -14,6
Frankreich 55 -13,9
China 55 -8,8
Italien 40 -15,3
USA 40 -14,1
Großbritannien 33 -20,3
Russland 25 -33,0
Quelle: Statistisches Bundesamt, vorläufige Daten

Vier Risiken für Chinas Wirtschaft


Export aus Deutschland in ausgewählte Länder 2009
in Milliarden Euro Veränderung zum Vorjahr in Prozent
gesamt 808 -17,9
Frankreich 82 -12,6
USA 54 -24,6
Niederlande 54 -17,7
Großbritannien 53 -17,2
Italien 51 -17,7
China 37 +7,0
Russland 21 -36,6
Quelle: Statistisches Bundesamt, vorläufige Daten

Länderlexikon China

Fläche: 9.572.900 km²

Bevölkerung: 1341,335 Mio. Einwohner

Hauptstadt: Peking

Staatsoberhaupt: Hu Jintao

Regierungschef: Wen Jiabao

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