New York - Als Boomland der EU galt Irland einst, jetzt muss es um seine Kreditwürdigkeit bangen - und einen herben Schlag verkraften. Nach der Ratingagentur Moody's schätzt jetzt auch Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit von Irland schlechter ein. Damit wird es für den Inselstaat teurer, neue Kredite aufzunehmen.
Als Grund führte S&P die hohen Kosten für die Unterstützung des angeschlagenen Finanzsektors an. Die Banken hatten sich mit Krediten verhoben, die zu Boomzeiten reichlich geflossen waren. Die Hilfen der Regierung lägen noch über den Erwartungen und schränkten die finanzielle Handlungsfreiheit ein, hieß es.
S&P schätzt, dass Irland insgesamt 90 Milliarden Euro oder satte 58 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgeben muss, um die Banken vor dem Umkippen zu bewahren. Bislang war die Ratingagentur von 80 Milliarden Euro ausgegangen.
S&P senkte das wichtige Langfrist-Rating um eine Stufe von "AA" auf "AA-". Das ist zwar die vierthöchste Stufe und bedeutet, dass Irland immer noch eine gute Kreditwürdigkeit besitzt. Zwar gehört Irland zur Achse der Misswirtschaft in Europa, nämlich zu den sogenannten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien), steht aber im Vergleich zu den anderen noch relativ gut da. Nur Spanien hat eine etwas bessere Note ("AA"); Griechenland ("BB+") wird deutlich schlechter benotet; auch Italien ("A+") und Portugal ("A-") kommen bei S&P nicht so gut wie Irland weg.
Drohen weitere Herabstufungen?
Dennoch: Für die Iren ist es ein deutlicher Dämpfer; S&P sieht die Zukunft des Landes skeptisch. "Der negative Ausblick bedeutet, dass wir das Rating abermals senken könnten", warnte Analyst Trevor Cullinan. Zum einen sieht er die Gefahr, dass zusätzliche Hilfen für die Banken nötig werden, zum anderen dass sich die angeschlagene irische Wirtschaft langsamer erholt als gedacht.
Die Rendite zweijähriger irischer Staatsanleihen stieg erstmals seit langem wieder über die Marke von drei Prozent. Der Zins für zehnjährige Titel kletterte auf über 5,5 Prozent. Zum Vergleich: Für als sehr sicher geltende deutsche Staatsanleihen erhalten Anleger derzeit nur knapp 0,6 Prozent (zwei Jahre) beziehungsweise rund 2,1 Prozent (zehn Jahre). Deutschland genießt als Schuldner einen hervorragenden Ruf und gilt als Maßstab in Europa.
Moody's hatte Irland bereits vor einem Monat herabgestuft. Je schlechter Länder oder Unternehmen in ihrer Kreditwürdigkeit eingeschätzt werden, desto mehr Zinsen müssen sie zahlen, wenn sie sich am Kapitalmarkt Geld leihen. Vor allem Griechenland mit seinen überbordenden Schulden hatte die Konsequenzen schlechter Ratings in den vergangenen Monaten zu spüren bekommen.
otr/dpa/Reuters
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Ei, Irland, welches mit 400 Mrd. Euro für den Bankenschlendrian einstehen musste, bei einer Bevölkerung von gerade einmal 3 Millionen Menschen, soll nicht minder bankrott sein wie Island? Selbst Griechenland hat mit 11 Millionen [...] mehr...
Verzichten wohl nicht. Aber laut MaRisk müssen sich Kreditinstitute eine eigene Meinung zu den Emittenten bilden, sich nur auf ein externes Rating zu verlassen, ist nicht gewünscht. mehr...
der Politiker verschafft den Agenturen ihren Einfluss. Wann werden diese Wirtschaftsschädlinge verboten? mehr...
Wann stuft denn mal endlich jemand deren Glaubwürdigkeit herab? So oft, wie die sich schon gegen Bezahlung "geirrt" haben, müsste die längst bei "C" rangieren... mehr...
kann mal jemand bei diesen agenturen den stecker ziehen? mehr...
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