New York - Kreditausfälle und Zahlungsverzug haben die Banken bislang kaum davon abgehalten, ihr Kreditkartengeschäft offensiv voranzutreiben. Der Grund liegt auf der Hand: Das Zahlen per Karte verleitet Kunden immer wieder, ungebremst einzukaufen. Das böse Erwachen kommt beim Blick auf die monatliche Rechnung. Eine neue Dimension hat das Problem in den USA erreicht, wo viele Haushalte ohnehin überschuldet sind.
Anders als in Deutschland, wo der Händler bei Kartenzahlung die Unkosten über eine kleine Gebühr abgilt, kommen in den USA zu dem eigentlichen Kaufpreis noch satte Zinsen auf den Kunden zu. Im Durchschnitt mussten Kreditkartennutzer im zweiten Quartal 14,7 Prozent berappen, wie der Marktforscher Synovate ausgerechnet hat. Das ist der höchste Stand seit 2001. Im Vorjahreszeitraum wurden noch 13,1 Prozent fällig.
Der Hintergrund für den Sprung: Seit dem Wochenende gelten schärfere Gesetze, um die Kartennutzer davor zu bewahren, in die Schuldenfalle zu tappen. Seitdem ist es für Kreditkartenfirmen und Banken schwerer, die Zinsen im Nachhinein anzuheben. Auch müssen sich die Finanzunternehmen bescheiden, was Strafgebühren angeht, wenn ein Kunde etwa seine Rechnung zu spät bezahlt.
Um die befürchteten Einnahmeverluste auszugleichen, haben die Institute die Zinsen in den vergangenen Monaten angehoben. Bei der US-Großbank JP Morgen Chase werden bei einem Neuabschluss nun im günstigsten Falle 12,99 Prozent fällig, im schlimmsten Falle satte 22,99 Prozent. Der Konkurrent Capitol One verlangt sogar bis zu 24,90 Prozent. Wie hoch die Zinsen genau liegen, das hängt ganz von der Kreditwürdigkeit des Kunden ab.
Wer viel mir Karte bezahlt, gilt als kreditwürdig
Was jedoch genau einen Menschen kreditwürdig macht, darüber haben die amerikanischen Banken aber ihre ganz eigenen Ansichten. In den USA gilt: Nur wer viel auf Karte einkauft - also Schulden macht -, ist auch ein guter Kunde und bekommt die niedrigen Zinssätze. Punktabzüge gibt es hingegen für denjenigen, der seine Rechnungen nicht pünktlich zahlt.
Das Zauberwort lautet "Credit History". Ohne einen lupenreinen Finanz-Lebenslauf sind die Vereinigten Staaten ein teures Pflaster bei Einkäufen auf Pump. Nicht nur säumige Zahler bekommen das zu spüren, auch Neuankömmlinge. Frisch zugezogene Ausländer müssen erst mal den Höchstsatz bezahlen - sofern sie überhaupt eine Kreditkarte bekommen.
Doch obwohl es immer teurer wird, mit Karte zu bezahlen, tun es immer mehr Amerikaner. Die Rezession scheint bei vielen Menschen vergessen, stattdessen kaufen sie wieder fleißig ein. Bei American Express
kam der durchschnittliche Kunde in den USA im zweiten Quartal auf Ausgaben von 3288 Dollar. Im Vorjahreszeitraum, als die Wirtschaftskrise schwer wütete, waren es noch 2712 Dollar. Auch Branchenprimus Visa meldete zuletzt bessere Geschäfte.
Dabei liegt die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten immer noch bei rund zehn Prozent. Und so können viele Kreditkartennutzer ihre Schulden weiterhin nicht zurückzahlen. Die Ausfälle gehen in die Milliarden. Das wiederum könnte wiederum die Zinsen in die Höhe treiben, für alle Kartennutzer.
otr/dpa
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Man sollte niemals vergessen, dass die USA nur deshalb so hohe Schulden machen können, weil sie die Weltwirtschaftsordnung praktisch beherrschen; ließen sie diese doch 1945 in Potsdam mit ihrer neuen Weltordnung aufrichten, so wie [...] mehr...
Gute Darstellung, aber es fehlt der Hinweis auf das geradezu irrsinnige Volumen dieser "Kredite" - und auf die Tatsache, daß diese genau wie die Immobilienschulden nach Bonität gebündelt und gemixt (!) in zusätzlich [...] mehr...
Einige haben es schon in etwa gesagt ich versuche es aber auch nochmal: Der Artikel erklaert nicht gut, was eigentlich nun eine "Kreditkarte" hier in Amerika ist. Da gibt es recht unterschiedliche Modelle. [...] mehr...
Da ich dem Grundsatz "Was Du nicht bar bezahlen kannst, kannst Du Dir nicht leisten" folge hatte ich auch noch nie Probleme mit Kreditkarten. Und selbst die (mir unaufgefordert übersandte) maestro-Karte hat die Bank [...] mehr...
in Florida kostet die Gallone 2.49$, trotzdem findet jeder Obama Scheisse. Munitionsmangel haben wir nicht aber viele Geschaefte sind schon nach Mittag leer und bleiben es. Jedes vierte bis fuenfte Haus ist im [...] mehr...
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