Von Andreas Lorenz, Peking
Einst war China ein Land der Erfinder. Seine Wissenschaftler haben das Papier erfunden, Druckmaschinen, den Kompass, den Seismografen. Seine Astronomen vermaßen den Himmel, zeichneten Sternenkarten.
Vor rund 500 Jahren allerdings verlor das Land seinen Drang zu Innovationen - die Kaiser waren sich selbst genug und an Neuerungen nicht interessiert.
Nun meldet sich China zurück: Seine Astronauten flitzen durchs Weltall, und in chinesischen Fabriken entstehen Airbusse, das iPhone, das iPad. Chinesische Arbeiter bauen Hochgeschwindigkeitszüge, Windparks, Atomreaktoren. Fast überall in dem Riesenreich ist es möglich, mit dem Handy zu telefonieren. Internetverbindungen per Breitband sind selbst in der tiefsten Provinz selbstverständlich.
Zwar beherrschen nach wie vor Niedriglohnfirmen für einfache Produkte die Wirtschaft; durch sie ist China in den Rang der zweitgrößten Exportnation der Welt aufgestiegen. T-Shirts, Spielzeuge, Waschmaschinen - die Billigwaren aus dem Perlfluss- oder Jangtse-Delta brachten Jobs für Millionen Städter und Wanderarbeiter. Doch jetzt will China zum Sprung zur Hightech-Nation ansetzen. "Wir sollten wissenschaftliche und technologische Innovationen als kraftvollen Motor des Wirtschaftswachstums ansehen und uns mehr auf sie stützen", sagte Premierminister Wen Jiabao kürzlich. "Wir wollen China in eine innovative Nation verwandeln."
Innovation, Innovation, Innovation. "Einheimische Innovation" lautet denn auch das offizielle Schlagwort für die chinesische Industriepolitik. Jüngst kündigte die Regierung sogar an, dass Behörden prinzipiell Produkte mit chinesischen Technologien kaufen müssten. Bei ausländischen Unternehmen löste dies Verstimmung aus.
Hinter der Haltung steckt die Erkenntnis, dass sich Chinas Boom nicht ewig auf die Herstellung billiger Produkte stützen kann:
Der Industriefunktionär Fan Chunyong klagt: "Unsere Kleidung ist italienisch, französisch, deutsch. Die Profite wandern aus China ab. Wir brauchen eigene Marken, und zwar schnell." Bisher haben sich international kaum chinesische Markennamen etablieren können, vielleicht Haier, Lenovo und Huawei - aber das reicht nicht. Die neue Devise ist: Edelprodukte schaffen.
Die chinesische Auto- und Batteriefirma BYD arbeitet an einem Elektrofahrzeug für den Weltmarkt. Hochspezialisierte Forscher in Bio-, Chemie- und Medizinlaboren tüfteln an Genstrukturen, versuchen sich an neuen Pillen. In allen großen Städten Chinas entstehen Wissenschaftsparks. Paradebeispiel ist Pekings Computerbezirk Zhongguancun mit Dutzenden von Forschungs- und Entwicklungsbüros, die dem kalifornischen Silicon Valley Konkurrenz machen wollen.
Die Universitäten entlassen Jahr für Jahr mehr Absolventen. Inzwischen veröffentlichen nur die USA noch mehr Forschungsergebnisse in internationalen wissenschaftlichen und technischen Zeitschriften. Chinas Patentfunktionäre haben schon 2008 mehr als 800.000 Anträge bearbeitet und 200.000 anerkannt - eine beeindruckende Zahl. Allerdings sind bahnbrechende Neuerungen rar, sagen ausländische Experten und Geschäftsleute. Oft handele es sich um Verfeinerungen und Verbesserungen schon bestehender Technologien.
Der ehemalige Präsident der EU-Handelskammer, Jörg Wuttke, konstatiert "ein großes Missverhältnis" zwischen den Summen, die für chinesische Universitäten ausgegeben werden, und den wenigen Produkten, die dabei herauskommen. Klar ist: China muss noch einige Probleme meistern, um zum Standort für Edelprodukte zu werden.
Selbst der Philosoph Konfuzius, den die KP heute als Vater chinesischen Lernwillens und Fleißes preist, war damals in Ungnade gefallen, weil er den revolutionären Geist des Volkes behindere. Statt zu forschen, mussten die Professoren ihre Zeit unter anderem damit verbringen, Anti-Konfuzius-Parolen zu skandieren. Davon ist heute nicht mehr die Rede. Doch unter den Folgen der Kulturrevolution leidet China noch immer.
Investoren beklagen sich außerdem immer wieder, dass es sich ihre chinesischen Partner zu einfach machen. Statt selbst zu forschen, verlangen die Behörden von ausländischen Firmen einfach, ihren größten Schatz offenzulegen, wenn sie in China produzieren wollen - das technische Know-how. Klagen der Fabrikanten und Kaufleute über Ideenklau wollen und wollen nicht abreißen.
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Danke für Deine Info. Hatte jahrelang die größte MagLight. Aber wenn ich da jetzt von was bis zu 900 Lumen lese, werden mir die Augen feucht ;) Dein Vergleich mit den Japanern ist so schlecht nicht: ich weiß noch, wie in [...] mehr...
Ausgefeilte Elektronik (diverse Schaltzustände der LED, intelligentes UI, intelligente Steuerung der Akkus und Batterien), der Reflektor (alleine das ist schon ein kleines Stück High Tech heitzutage) und natürlich auch das [...] mehr...
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