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05.09.2010
 

Projekt "Stuttgart 21"

Bahnhof-Abriss soll während Krisengipfel ruhen

Polizisten vor der Abrissruine: Arbeiten sollen für einen Tag ruhenZur Großansicht
dpa

Polizisten vor der Abrissruine: Arbeiten sollen für einen Tag ruhen

Es ist der Versuch einer kleinen Geste im Streit über das Projekt "Stuttgart 21": Land und Bahn haben angekündigt, dass die Abrissarbeiten am Hauptbahnhof während des Krisengesprächs am Freitag ruhen sollen. Den Gegnern reicht das nicht.

Stuttgart - Während des Spitzengesprächs von Befürwortern und Gegnern des umstrittenen Bahn-Projekts "Stuttgart 21" am kommenden Freitag soll nun doch der Abriss des alten Hauptbahnhofs ruhen. Diese "Geste" an die Gegner hätten Bahn-Chef Rüdiger Grube und Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) ausgemacht, sagte ein Regierungssprecher am Sonntag in Stuttgart und bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag". Der Sprecher betonte, es handele sich um einen "einmaligen Baustopp". Eine solche Geste war bislang stets abgelehnt worden.

Der Ruf nach einem vorübergehenden Stopp der Abbrucharbeiten war zuvor jedoch immer lauter geworden. Baden-Württembergs SPD-Chef Nils Schmid forderte, den Abriss des Stuttgarter Hauptbahnhofs für das Spitzentreffen von Bahn, Landesregierung und Projektgegnern auszusetzen: "Diese Geste ist naheliegend und durchaus angebracht, um den ernsthaften Willen zu einer möglichen Verständigung deutlich zu machen."

Die Projektgegner von den Grünen vom "Aktionsbündnis gegen 'Stuttgart 21'" erwarten einen Baustopp und hatten dies teilweise als Bedingung genannt, um an dem geplanten Spitzengespräch teilzunehmen. Das Angebot, die Arbeiten nur am Freitag ruhen zu lassen reicht ihnen nicht. "Wir fordern einen Baustopp ab Montag", sagte Sprecher Gangolf Stocker der "Bild am Sonntag".


Am Freitagabend hatten erneut mehrere zehntausend Gegner des Bauprojekts protestiert. Mappus sagte derweil einen für diesen Sonntagabend geplanten Auftritt in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" zu dem Thema aus Termingründen ab.

Die Bahn wies indes Vorwürfe zurück, nach denen die Kosten für die im Zusammenhang mit dem umstrittenen Projekt "Stuttgart 21" geplante ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse Ulm-Wendlingen völlig aus dem Ruder laufen. Eine erst Ende Juli vorgelegte aktualisierte Kostenrechnung weise Bau- und Planungskosten von rund 2,9 Milliarden Euro aus, teilte das Unternehmen am Sonntag in Berlin mit.

Der Grünen-Verkehrspolitiker Winfried Hermann sagte dagegen dem SPIEGEL, er gehe davon aus, dass die Strecke am Ende mehr als fünf Milliarden Euro kosten werde. Dies sind zwei Milliarden mehr als die ohnehin bereits um 865 Millionen Euro gegenüber den Ursprungskosten nach oben korrigierten gegenwärtigen Bahn-Annahmen. Hermann berief sich auf einen Bericht eines Münchner Gutachterbüros, den die Grünen am Mittwoch vorstellen wollen.


Die Bahn zog die Sachkunde der Gutachter in Zweifel: Das Büro habe bereits in der Vergangenheit Kostenberechnungen angestellt, die sich als falsch erwiesen hätten, erklärte der Konzern.

phw/dpa/Reuters

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Die neuesten Beiträge:
06.09.2010 von RealSatiriker: Nur ein Gerücht?

Böse Zungen sagen ja, das sei der Bahn gar nicht so unrecht. Angebote privater Bahnbetreiber? Leider, leider nicht möglich, es sind bedauerlicherweise keine Slots frei. Doch halt, zwischen 2.30h und 3.30h könnten wir noch einen [...] mehr...

06.09.2010 von MathiasF: Teil 2

---Zitat--- Die Alternative ist offensichtlich keine, sondern lediglich eine Behelfskrücke, die dem wachsenden Verkehrsaufkommen eder nächsten Jahrzehnte nicht Rechnung trägt; ---Zitatende--- S21 ist schon jetzt "auf Kante [...] mehr...

06.09.2010 von MathiasF: Unsinn

Soll das Kindergeld abhängig vom Schulabschluß werden? Und Arbeitslose haben schließlich selbst Schuld, wer Arbeit will, bekommt auch welche? Ja, wir geben viel Geld für Alimente aus. Und? Ich kenne schlechtere Zwecke für [...] mehr...

06.09.2010 von JEW-T: Ich habe auch ein paar Antworten ...

Sinnlos ist es, Arbeitslosigkeit & Kinderzahl staatlich zu alimentieren, anstatt Arbeit und Qualität der Bildung der Kinder - leider ist immer noch ersteres der Fall und konsumiert über 40% des Haushalts; Was für den [...] mehr...

06.09.2010 von MathiasF: Warum ist eine gute Frage...

Warum muß man immer glauben, sinnlos geld zum Fenster rausschmeißen wäre Fortschritt? Warum wird nicht vernünftig in den Nahverkehr investiert, sondern nur in irgendwelchen Prestigeobjekte, sprich Schnellbahntrassen? Warum [...] mehr...

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Stuttgart 21 in Zahlen

Außer dem Projekt Deutsche Einheit mit dem Aus- und Neubau der Strecke Nürnberg-Berlin ist Stuttgart 21 samt der Trasse nach Ulm das größte Bauvorhaben der Bahn AG. Die Kennzahlen:

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Im April stellt Bahn-Chef Heinz Dürr das Projekt Stuttgart 21 mit der Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofes vor.





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