Stuttgart - Während des Spitzengesprächs von Befürwortern und Gegnern des umstrittenen Bahn-Projekts "Stuttgart 21" am kommenden Freitag soll nun doch der Abriss des alten Hauptbahnhofs ruhen. Diese "Geste" an die Gegner hätten Bahn-Chef Rüdiger Grube und Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) ausgemacht, sagte ein Regierungssprecher am Sonntag in Stuttgart und bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag". Der Sprecher betonte, es handele sich um einen "einmaligen Baustopp". Eine solche Geste war bislang stets abgelehnt worden.
Der Ruf nach einem vorübergehenden Stopp der Abbrucharbeiten war zuvor jedoch immer lauter geworden. Baden-Württembergs SPD-Chef Nils Schmid forderte, den Abriss des Stuttgarter Hauptbahnhofs für das Spitzentreffen von Bahn, Landesregierung und Projektgegnern auszusetzen: "Diese Geste ist naheliegend und durchaus angebracht, um den ernsthaften Willen zu einer möglichen Verständigung deutlich zu machen."
Die Projektgegner von den Grünen vom "Aktionsbündnis gegen 'Stuttgart 21'" erwarten einen Baustopp und hatten dies teilweise als Bedingung genannt, um an dem geplanten Spitzengespräch teilzunehmen. Das Angebot, die Arbeiten nur am Freitag ruhen zu lassen reicht ihnen nicht. "Wir fordern einen Baustopp ab Montag", sagte Sprecher Gangolf Stocker der "Bild am Sonntag".
Die Bahn wies indes Vorwürfe zurück, nach denen die Kosten für die im Zusammenhang mit dem umstrittenen Projekt "Stuttgart 21" geplante ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse Ulm-Wendlingen völlig aus dem Ruder laufen. Eine erst Ende Juli vorgelegte aktualisierte Kostenrechnung weise Bau- und Planungskosten von rund 2,9 Milliarden Euro aus, teilte das Unternehmen am Sonntag in Berlin mit.
Der Grünen-Verkehrspolitiker Winfried Hermann sagte dagegen dem SPIEGEL, er gehe davon aus, dass die Strecke am Ende mehr als fünf Milliarden Euro kosten werde. Dies sind zwei Milliarden mehr als die ohnehin bereits um 865 Millionen Euro gegenüber den Ursprungskosten nach oben korrigierten gegenwärtigen Bahn-Annahmen. Hermann berief sich auf einen Bericht eines Münchner Gutachterbüros, den die Grünen am Mittwoch vorstellen wollen.
phw/dpa/Reuters
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---Zitat--- Die Alternative ist offensichtlich keine, sondern lediglich eine Behelfskrücke, die dem wachsenden Verkehrsaufkommen eder nächsten Jahrzehnte nicht Rechnung trägt; ---Zitatende--- S21 ist schon jetzt "auf Kante [...] mehr...
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