Wirtschaft



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22.06.2000
 

Geldwäsche

15 Länder angeprangert

Die internationale Arbeitsgruppe gegen Geldwäscherei FATF hat die 15 Länder auf eine "schwarze Liste" gesetzt, die sich gegen eine Bekämpfung der Geldwäsche sperren. Zu den schwarzen Schafen gehören auch das Fürstentum Liechtenstein, Russland und Israel.

DER SPIEGEL

Paris - Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Laurent Fabius drohte unmittelbar nach der Veröffentlichung der Liste mit dem Abbruch aller Beziehungen im Finanzbereich zu diesen Ländern, wenn sie sich nicht kooperationsbereiter zeigen sollten. Auf dem bevorstehenden Weltwirtschaftsgipfel im japanischen Okinawa will Frankreich alles in Gang setzen, um finanzielle Sanktionen gegen diese Staaten zu beschließen.

Anhand von 25 Kriterien wurde die Bereitschaft geprüft, mit internationalen Finanzkontrolleuren bei der Aufklärung dubioser Geldströme zusammenzuarbeiten. In dem Bericht tauchen auch der Libanon, die Bahamas, die Cook- und die Cayman-Inseln auf. Als weitere potenzielle Finanzparadiese für illegale Gelder aus kriminellen Machenschaften zählt der Ausschuss auf: Panama, Dominikanische Republik, die Philippinen sowie einige kleinere polynesische und karibische Inseln. Der Ausschuss hatte die Veröffentlichung der Liste seit Monaten angekündigt, um Druck auf diese Staaten auszuüben. Besonders das Fürstentum Liechtenstein hatte sich in den vergangenen Wochen bemüht, noch in letzter Minute von der schwarzen Liste gestrichen zu werden.

In einer Erklärung appelliert die Institution an "alle ihre Mitglieder, ihre Finanzeinrichtungen zu ganz besonderer Aufmerksamkeit bei Geschäftsbeziehungen und Transaktionen mit den im Bericht als nicht-kooperationswillig identifizierten Ländern aufzurufen."

Das Sekretariat der Finanzkontrolleure befindet sich am Sitz der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Ihr gehören auch die Europäische Kommission sowie der Golf-Kooperationsrat an.

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