Mainz - Die Auktion von fünf Zusatzfrequenzen für den UMTS-Mobilfunk in Deutschland ist am Freitag beim Stand von 561 Millionen Mark zu Ende gegangen. Alle fünf verbliebenen Bieter sicherten sich in der gut sechseinhalbstündigen Versteigerung ein zusätzliches Frequenzpaket für Preise zwischen 73,6 und 122,7 Millionen Mark. Am Vormittag hatte sich nur VIAG Interkom aus der Zusatz-Auktion zurückgezogen. Damit rundeten D2-Mannesmann, D1-Telekom, e-plus sowie MobilCom/France Télécom und das Konsortium Group 3 G aus der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera ihre UMTS-Frequenzspektren ab. Die Auktion um die deutschen UMTS-Lizenzen ist nun vollständig abgeschlossen. Bundesfinanzminister Eichel wird insgesamt 99,36 Milliarden Mark erhalten.
Ein Sprecher von VIAG Interkom sagte am Freitag, auf Grund der vorhandenen Ausstattung habe man kein Interesse mehr an zusätzlichen Frequenzen. Das Unternehmen äußerte sich verärgert über die Haltung der Telekom. Die Unternehmen hätten mit ihrem Bietverhalten die Preise in diese Höhe getrieben, hieß es. Obwohl der Preis für die Lizenzen "ein bisschen hoch" sei, werde sich die neue Technik langfristig rechnen. Der Stromkonzern E.ON sieht das anders. Er will seine Beteiligungen an dem deutschen Mobilfunkunternehmen an British Telecom verkaufen, die damit ihre Anteile an VIAG Interkom auf neunzig Prozent aufstockt.
E-plus verliert Partner
Der deutsche Mobilfunkbetreiber e-plus bietet trotz des Ausstiegs von Hutchison Whampoa aus dem gemeinsamen Konsortium weiter um zusätzliche Frequenzpakete mit. Der Hongkonger Mischkonzern hatte am späten Donnerstagabend bekannt gegeben, das erst vor wenigen Wochen gegründete Konsortium mit e-plus und dessen Hauptgesellschafter KPN sowie dem japanischen Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo wieder zu verlassen.
Das Konsortium hatte am Donnerstag wie alle Bieter eine so genannte kleine UMTS-Mobilfunklizenz mit zwei Blöcken Frequenzausstattung erworben und muss dafür rund 16,42 Milliarden Mark bezahlen. Hutchison ist das Frequenzspektrum nicht genug. Das Konsortium habe eine große Lizenz mit drei Frequenzblöcken präferiert, führte Hutchsion als weitere Begründung für den Rückzug an. Die erworbene Lizenz mit nur zwei Frequenzblöcken sei "nicht ausreichend". E-plus und Hutchison wollten die Lizenz zwar gemeinsam ersteigern, sie aber getrennt mit eigenen Angeboten nutzen.
KPN Mobile ließ wissen, man verstehe die Gründe für Hutchisons Rückzug in Bezug auf die Lizenzkosten. Es mache einen Unterschied, ob man wie Hutchison als neuer Anbieter auf den Markt dränge oder bereits im Markt vertreten sei, sagte KPN Mobile-Chef Diederik Karsten.
Hutchison will nach den Worten von Unternehmenschef Canning Fok der eigenen Strategie verpflichtet bleiben, ein paneuropäisches UMTS-Geschäft aufzubauen. Hutchison-Sprecherin Laura Cheung sagte am Freitag in Hongkong: "Wir sind weiterhin in Gesprächen mit der KPN über alternative Möglichkeiten, am deutschen Mobilfunkmarkt teilzunehmen. Es gebe noch andere Wege, wie das Leasing von Frequenzausstattung oder die Bereitstellung von Dienstleistungen."
Option: Virtueller Netzbetreiber
Nach ihrem Rückzug von der Auktion am vergangenen Freitag hatte auch debitel erklärt, sich nach Ende der Versteigerung nach Partnern umsehen zu wollen. Man könne als virtueller Netzbetreiber mit einem Lizenzinhaber kooperieren, hieß es.
Ein erfolgreicher Bieter, das Konsortium 3 G aus der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera, hat indes bereits seine Offenheit für eine solche Partnerschaft bekundet. Man sei auf Kooperationen auf dem deutschen Markt allerdings nicht zwingend angewiesen, sagte ein ranghoher Sonera-Vertreter am Donnerstag. Mit den Lizenzkosten von 16,45 Milliarden Mark zeigte er sich zufrieden. Die Bietergemeinschaft habe bei der Auktion wegen des Marktpotenzials in Deutschland so lange mitgehalten, das man als großen Massenmarkt betrachte. 3 G war immer als wahrscheinlicher Ausstiegskandidat gehandelt worden.
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