09. Februar 2005, 21:31 Uhr

Deutsche Bank

Ackermann verteidigt erneut Stellenabbau

Trotz heftiger Kritik hat Deutsche-Bank-Vorstandschef Josef Ackermann den Abbau Tausender Stellen erneut verteidigt. Es gelte, sich auf Rentabilität und einen starken Aktienkurs zu konzentrieren. Unterstützt wird er von Börsenratsmitglied Wolfgang Gerke. Der empfahl, murrende Politiker wegen Ruf- und Geschäftsschädigung zu verklagen.

Sieht sich zu unrecht kristisiert: Deutsche-Bank-Vorstandsboss Ackermann
DPA

Sieht sich zu unrecht kristisiert: Deutsche-Bank-Vorstandsboss Ackermann

Berlin - Nach einem Bericht der "Welt" bekräftigte Ackermann in einer E-Mail an die Mitarbeiter seine Strategie für den Stellenabbau. "Daran halten wir fest, dazu gibt es für uns keine Alternative", zitierte das Blatt aus dem Schreiben, das morgen an alle Angestellte der Deutschen Bank versandt werden solle.

Es gehe aber nicht darum, starr an einem bestimmten Renditeziel festzuhalten, schreibt Ackermann weiter. Vielmehr habe man "die unternehmerische Verantwortung, aus Deutschland heraus eine Bank zu führen, die im Weltkonzert vorne mitspielt". Dazu müsse die Rendite weltweit konkurrenzfähig sein.

Die Diskussion um den Arbeitsplatzabbau in Deutschland bezeichnete Ackermann als "vielfach auch unangemessen". Der Arbeitsplatzabbau sei ihm nicht leicht gefallen. Mit den weltweit betroffenen 6400 Mitarbeitern solle eine faire und sozial verträgliche Lösung gefunden werden. In Deutschland bleibe es bei dem im Dezember verkündeten Abbau von netto 1920 Stellen.

In Deutschland sollen bei der Deutschen Bank über 1900 Stellen verschwinden
DDP

In Deutschland sollen bei der Deutschen Bank über 1900 Stellen verschwinden

Unterstützung erhält Ackermann nun auch von Börsenratsmitglied Wolfgang Gerke. Der Wirtschaftsprofessor empfahl der Bank, Politiker wegen Ruf- und Geschäftsschädigung zu verklagen. "Die Politiker sollten dafür in Haftung genommen werden", sagte Gerke der Tageszeitung "News".

Die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti hatte zum Boykott der Bank aufgerufen, andere Politiker kritisierte ebenfalls die Pläne Ackermanns. Sie würden damit nur von eigenen Fehlern ablenken wollen, sagte Gerke. Der Deutsche-Bank-Chef biete ein ideales Ziel, da sein Ansehen durch den Mannesmann-Prozess bereits beschädigt sei. Außerdem schade die Debatte dem Bankenstandort Frankfurt am Main.


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