22. Mai 2005, 13:54 Uhr

Eichels Haushaltsrisiken

Ein schwarzes Loch namens Hartz IV

Rot-Grüns Arbeitsmarktreform Hartz IV entwickelt sich zum größten Risiko im ohnehin löchrigen Haushalt von Finanzminister Hans Eichel. Das Wirtschaftsministerium rechnet damit, dass sich die Mehrausgaben für Langzeitarbeitslose dieses und kommendes Jahr auf 20 Milliarden Euro summieren.

Protest gegen Hartz IV: Reform mit kleinen Fehlern
DDP

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Berlin - Mit den bereits bekannten Einnahmeausfällen von fünf Milliarden Euro müsste Eichel damit eine Etatlücke von knapp 15 Milliarden Euro schließen. In der Koalition wurde das absehbare Haushaltsloch bisher auf neun bis zwölf Milliarden Euro geschätzt, die Opposition geht von 15 bis 20 Milliarden aus. Rot-Grün will dennoch versuchen, die Neuverschuldung bei den angesetzten 22 Milliarden Euro zu halten. Das gilt aber als schwieriges Unterfangen. Die Einhaltung der Euro-Defizitgrenze ist ebenso fraglich.

Die Haushaltslücken und -risiken im Einzelnen:

Grafik: Arbeitslosengeld II
DER SPIEGEL

Grafik: Arbeitslosengeld II

Das Finanz- und das Wirtschaftsministerium wollte die Zahl von 15 Milliarden Euro nicht bestätigen. Beide Ressorts wiesen darauf hin, dass es für entsprechende Hochrechnungen noch viel zu früh sei. Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Stefan Giffeler, sprach von einem "Horrorszenario", das wohl "eher dem Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen geschuldet" sei. Zugleich räumte er aber ein, dass es "massive Risiken" im laufenden Haushalt gebe. Darauf hat auch Eichel schon wiederholt hingewiesen.


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