Hongkong - Ein einziges Wort ebnete den Weg zur Einigung: Der brasilianische Außenminister Celso Amorim sagte in Hongkong, der neue Entwurf für eine Abschlusserklärung der WTO-Handelskonferenz sei "vernünftig". Er hoffe, dass alle 149 Mitgliedsstaaten der Welthandelsorganisation ihn im Verlauf des Tages annehmen würden.
Mächtiger Schutz: Polizisten im Finanzviertel von Hongkong unweit des Tageungszentrums
Laut Lamys Papier sollen die Industriestaaten alle Exportsubventionen für Baumwolle schon im Jahr 2006 abschaffen. Zum Auslaufen der besonders umstrittenen heimischen Baumwollhilfen - dies betrifft vor allem die USA - werden hingegen keine Jahreszahlen genannt.
Außerdem wird in dem Entwurf vorgeschlagen, dass die Industrieländer den am wenigsten entwickelten Staaten bis 2008 einen weitgehend zoll- und quotenfreien Marktzugang gewähren. Für 97 Prozent ihrer Produkte sollen die ärmsten Länder keine Einfuhrzölle mehr bezahlen müssen und auch keinen Quoten unterliegen.
Gewalt: 118 Menschen in Kliniken behandelt
In der strittigen Frage der Industriezölle wurden die Einwände der deutschen Bundesregierung nicht aufgegriffen. Damit ist noch völlig unklar, wie und ob die Zölle auf Industriegüter gesenkt werden. Die EU und die USA wollten in Hongkong eine Deregulierung der Märkte für Dienstleistungen in den Schwellenmärkten und einen besseren Marktzugang für ihrer Industrieprodukte durchsetzen.
Erneut versammelten heute mehr als 1000 WTO-Gegner, um gegen die Gespräche zu protestieren. Gestern war es hunderten Globalisierungskritikern gelungen, bis vor das Tagungsgebäude vorzudringen. Dort lieferten sie sich heftige Zusammenstöße mit der Polizei. 900 Protestierende wurden festgenommen. 114 Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden.
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