09. Februar 2006, 14:57 Uhr

Rente

"Wer 45 Jahre eingezahlt hat, kann mit 65 gehen"

Arbeitsminister Müntefering beruhigt die Gemüter: Auch Menschen, die mit 65 anstatt mit 67 in den Ruhestand gehen müssen, weil ihr Arbeitsvertrag es so vorsieht, müssen keine Abzüge befürchten - vorausgesetzt, sie haben 45 Jahren lang in die Rentenkasse eingezahlt.

Berlin - Vor dem Bundestag verteidigte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering heute die umstrittenen Rentenpläne der Großen Koalition. Damit wandte sich der SPD-Politiker gegen Kritik auch aus den eigenen Reihen an dem Vorhaben, das gesetzliche Renteneintrittsalter schneller als geplant auf 67 Jahre anzuheben. "Zu den großen Aufgaben gehören Arbeit und Alterssicherung für eine älter werdende Gesellschaft", sagte der Minister in einer von der Linkspartei beantragen Aktuellen Stunde. Es gehe dabei um Stabilität für die sozialen Sicherungssysteme, aber auch um mehr Beschäftigungschancen für die über 50-Jährigen.

Müntefering im Bundestag: Rentenpläne in roter Mappe
DPA

Müntefering im Bundestag: Rentenpläne in roter Mappe

Müntefering verwies darauf, dass Arbeitnehmer, die 45 Jahre lang Sozialbeiträge gezahlt haben, auch weiterhin mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen könnten. Damit bekomme etwa der Maurer, der früh seine Lehre begonnen habe, mit 65 Jahren seine Rente weiterhin unreduziert. Dies gelte für 40 bis 45 Prozent der Betroffenen. Der Minister erteilte damit auch Vorschlägen nach Sonderregeln für bestimmte Berufsgruppen eine Absage. Mögliche Zugeständnisse deutete er aber bei den Regeln für die Erwerbsminderungsrenten an. "Wir wollen das nicht zu Lasten derer machen, die aus objektiven Gründen vielleicht in ihrer Arbeitsfähigkeit gehemmt sind", sagte der Minister.

Redner von Union und SPD stellten sich hinter die Neuregelung, ebenso im Grundsatz auch die Grünen. Scharfe Kritik kam von der Linkspartei. Die Neuregelung sei in Wahrheit "ein Beschluss, die Renten zu kürzen", sagte Fraktionschef Oskar Lafontaine mit Blick auf fehlende Beschäftigungschancen für Ältere. Längere Lebensarbeitszeiten seien "schlicht schwachsinnig". Die FDP warf der Koalition ein Hin und Her in der Rentenpolitik vor.

kaz/AFP/ddp


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