15. Juni 2006, 09:44 Uhr

Geheimbericht

Experten lehnen Rente mit 67 ab

Ausgerechnet bei einer von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission stoßen die Rentenpläne der Großen Koalition auf Ablehnung. Die Experten halten nichts davon, das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre zu erhöhen.

Hamburg - In dem noch unveröffentlichten, unter Verschluss gehaltenen fünften Altenbericht heißt es, die Kommission halte eine generelle Heraufsetzung des abschlagfreien Rentenalters "für nicht zielführend", schreibt die "Bild"-Zeitung. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit sei schon heute nur eine Minderheit bis zum Alter von 65 Jahren beschäftigt.

Angesichts der hohen körperlichen und gesundheitlichen Belastungen könnten zudem viele nicht bis 65 oder gar darüber hinaus arbeiten. "Die bloße Anhebung der Altersgrenzen und das damit verbundene Hoffen auf den 'Selbstlauf der Dinge' muss als reine rententechnische Lösung wirkungslos bleiben", schrieben die Experten.

Sie kritisierten dem Blatt zufolge auch die Rentenentwicklung der vergangenen Jahre. Es bestehe die Gefahr, dass die gesetzliche Rente wegen der verringerten Leistungen zunehmend an Legitimation verliere, wenn für einen Großteil der Versicherten selbst nach langer Versicherungsdauer kaum noch eine Rente zu erwarten sei, "die deutlich das Niveau armutsvermeidender Sozialleistungen" übersteigt". Wenn die zwischen 2001 und 2004 beschlossenen Reformgesetze, die stufenweise in Kraft treten sollen, schon heute voll wirksam wären, läge die Rente etwa ein Viertel niedriger.

Der 500 Seiten starke Altenbericht liegt dem Bundesfamilienministerium bereits seit August 2005 vor, wird aber bisher streng unter Verschluss gehalten, schreibt die Zeitung.

kaz/ddp/Reuters


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