Essen/Hamburg - "Vier Abteilungsleiter von Karstadt Sport sind nach einer Überprüfung der internen Revision fristlos entlassen worden", bestätigte Karstadt-Sprecher Jörg Howe. Da der Vorfall jedoch arbeitsrechtliche Konsequenzen habe und Prozesse folgen, könne er zu Details nichts sagen.
Aus dem Umfeld des Unternehmens verlautete am Samstag, der Schaden durch die Korruptionsaffäre sei gering. Es gehe nur um einige tausend Euro. Die Abteilungsleiter hätten sich Urlaubsreisen bezahlen lassen.
Betroffene wollen sich gegen Vorwürfe wehren
Die Einkäufer wehren sich gegen die Vorwürfe und wollen gegen ihre fristlose Kündigung klagen. "Wir sind sicher, dass die Kündigungen Bestand haben werden, und glauben, dass der Bericht der Revision in vollem Umfang zutrifft", sagte dagegen Konzernsprecher Howe.
Die Manager des größten deutschen Sportartikelhändlers waren in Bremen, Dortmund, Essen und Hamburg für den Einkauf von jeweils mehreren Häusern zuständig. Sie sollen SPIEGEL-Informationen zufolge mit verschiedenen Lieferanten überhöhte Preise abgesprochen und Bestechungsgeschenke gefordert haben.
Aufgeflogen ist die Affäre nach SPIEGEL-Informationen durch eine Kollektion von noblen T- Shirts und Sweat-Shirts, die ein dänischer Sportartikelhersteller im Auftrag der geschassten Manager hergestellt haben soll.
Der Großauftrag, den die Karstadt-Einkäufer im vergangenen Herbst nach einem Türkei-Trip mit Managern des Herstellers vergeben haben sollen, war aber offenbar nicht ordnungsgemäß in den Büchern von Karstadt registriert. Der Konzern weigert sich nach SPIEGEL-Informationen bis heute, die Saisonware abzunehmen.
itz/dpa/Reuters/AP
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