06. Oktober 2006, 13:26 Uhr

Hohe Strompreise

Kunden zahlen 26 Milliarden Euro zu viel

Nach den aktuellen Berechnungen des Bundes der Energieverbraucher bezahlen Stromkunden in Deutschland jährlich 26 Milliarden Euro zu viel. Der Verband rief die Verbraucher zur Zahlungsverweigerung auf.

Bonn - Diese Belastung könne nicht länger hingenommen werden, sagte Verbandschef Aribert Peters heute in Bonn. Die Berechnungen seien der Bundesnetzagentur, dem Bundeskartellamt und dem Bundeswirtschaftsministerium zugeleitet worden.

Kraftwerk von RWE: Regulierung kommt in Deutschland zu spät
REUTERS

Kraftwerk von RWE: Regulierung kommt in Deutschland zu spät

Die Stromkosten seien in Deutschland über alle Verbrauchergruppen betrachtet um etwa 5,2 Cent je Kilowattstunde (kWh) zu hoch. Eine Senkung der Strompreise um diesen Betrag würde weder die Versorgungssicherheit noch den Neubau von Kraftwerken beeinträchtigen, sagte Peters.

Die Regulierung der Netzentgelte durch die Netzagentur komme in Deutschland zu spät. Sie werde in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein, die Preise auf ein angemessenes Niveau abzusenken und damit den Wettbewerb in Gang zu bringen. "Verbraucher und Wirtschaft in Deutschland wollen und können nicht noch Jahre auf faire Strompreise warten", sagte Peters.

Den Verbrauchern empfahl er, die verlangten Strompreise um fünf Cent je Kilowattstunde zu kürzen, bis der Versorger seine höheren Kosten nachgewiesen habe. Das Energiewirtschaftsgesetz schreibe eine kostengünstige Versorgung vor. Auch dürfte bis zum gerichtlichen Nachweis höherer Kosten die Stromversorgung bei einer Zahlungskürzung nicht eingestellt werden.

mik/dpa


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