Kann man in den nächsten Tagen noch telefonieren?
Ja. Die Leitungen sind nach wie vor frei geschaltet. Dazu ist das Unternehmen gesetzlich verpflichtet, auch die Streikenden müssen sich daran halten. Bei Störungen, neuen Aufträgen oder Fragen an das Call Center kann es allerdings zu Verzögerungen kommen.
Welche Konzernsparten werden bestreikt?
Betroffen sind zunächst nur die Call Center, der technische Kundendienst sowie die Kabelnetze aus der Festnetzsparte T-Com. Aus dieser Sparte sollen rund 50.000 Mitarbeiter ausgelagert werden, was der Grund für den Streik ist.
Welche Kunden trifft es besonders?
Weil der Druck hier am größten ist, sollen die Streiks vor allem Geschäftskunden treffen. Banken, Versicherungen und Mittelständler müssen also damit rechnen, dass neue Anlagen nicht installiert und Probleme nicht behoben werden. Indirekt könnte das auch zu Problemen bei den Kunden dieser Unternehmen führen, etwa wenn ein Defekt bei einer Bank nicht rechtzeitig behoben wird.
Was heißt das für Telekom-Privatkunden?
Die Telekom versucht zwar, den Betrieb aufrecht zu halten - zum Beispiel mit ihren Beamten, die nicht streiken dürfen, und mit Hilfe möglicher Streikbrecher. Die Kunden werden den Arbeitskampf aber auf jeden Fall bemerken, wenn sie bei der Hotline wesentlich länger als sonst in der Warteschleife hängen, wenn der Techniker, der den neuen DSL-Anschluss installieren soll, nicht kommt, oder wenn eine Störung im Kabelnetz nicht sofort beseitigt wird.
Was ändert sich für Handy-Kunden oder im T-Punkt?
Mobilfunkkunden und Besucher der T-Punkte dürften von den Streiks nichts mitbekommen, denn diese Bereiche gehören nicht zur betroffenen Festnetzsparte.
Bin ich als Kunde eines Telekom-Konkurrenten betroffen?
Weil fast alle Wettbewerber auf die Leitungen der Telekom - speziell die "letzte Meile" vom Verteiler zum Haus - angewiesen sind, könnten auch Kunden betroffen sein, die einen Vertrag mit anderen Anbietern wie Arcor, Versatel, Netcologne oder Hansenet haben. Denn bei einer Störung sind sie auf die Service-Techniker der Telekom angewiesen. Ein Streik könnte auch Kunden treffen, die einen DSL-Anschluss bei einem der Wettbewerber bestellt haben. Denn auch hier muss ein Telekom-Techniker die Leitung freischalten.
Wie will die Telekom den Betrieb aufrechterhalten?
Die bestreikte Festnetzsparte beschäftigt rund 80.000 der insgesamt 160.000 Telekom-Mitarbeiter in Deutschland. Der frühere Staatskonzern kann hier jedoch auf rund 40.000 Beamte zählen, die nicht streiken dürfen. Zum anderen sind nur rund 70 Prozent der Beschäftigten bei Ver.di organisiert. Nicht-Gewerkschafter dürfen zwar die Arbeit niederlegen. Sie bekommen aber für die Zeit keinen Lohn, während Ver.di-Mitglieder aus der Streikkasse Geld erhalten. Bei Engpässen will die Telekom auch Aufträge an Externe vergeben.
wal/AFP
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