23. September 2007, 19:07 Uhr

Betrugsvorwürfe

Schweizer Bankenaufsicht droht Dresdner Bank mit Lizenzentzug

Schwere Vorwürfe gegen die Dresdner Bank Schweiz: Der "SonntagsZeitung" zufolge soll die Bank Kunden bei Aktiengeschäften abgezockt zu haben. Die Bankenaufsicht des Landes droht der Allianz-Tochter jetzt mit Lizenzentzug.

Zürich - Kein Einzelfall, sondern häufig angewandte Praxis soll es gewesen sein: Die Schweizer Bankenaufsicht wirft laut "SonntagsZeitung" der Dresdner Bank vor, Aktien immer wieder zu einem ungerechtfertigt schlechten Kurse verkauft zu haben, heißt es in dem Blatt ohne nähere Quellenangabe.

Die Bankenaufsicht drohe der Allianz-Tochter deshalb jetzt, ihr die Lizenz zu entziehen, falls sie nicht personelle Maßnahmen ergreift. Eine Stellungnahme der Bankenkommission oder der Dresdner Bank Schweiz lag bislang nicht vor.

Den brasilianischen Fußballstar Romário de Souza Faria hat die Bank dem Bericht zufolge besonders heftig betrogen. Er habe 2001 bei der Dresdner Bank in Zürich über seinen Berater fünf Millionen Franken - das sind heute rund drei Millionen Euro - auf ein Konto eingezahlt. Der Berater habe jedoch Zugang zu diesem Konto gehabt und die gesamte Summe in kleineren Tranchen abgezogen. 2005 sei es zu Vergleichsverhandlungen gekommen. Im Geschäftsbericht des Jahres 2005 sei der Betrag in Form von Rückstellungen aufgetaucht, die Bank habe aber den wahren Grund verschleiert und von "Wertberichtigungen auf Abwicklungsverlusten" gesprochen.

Untersuchungen seit Dezember

Die Dresdner Bank verwaltet in der Schweiz Vermögen in der Höhe von 14 Milliarden Franken, umgerechnet rund 8,5 Milliarden Euro. Die Bankenkommission sei im vergangenen Dezember erstmals bei der Niederlassung in Zürich vorstellig geworden. Im Zuge weiterer Abklärungen seien dann Mitglieder des Topmanagements aus Frankfurt nach Bern zitiert worden.

Beim jüngsten Besuch hätten die Bankwächter sofortige personelle Konsequenzen gefordert. Ein Lizenzentzug bedeutet, dass die Bank ihre Aktivitäten in der Schweiz einstellen müsste. Am vergangenen Montag habe der Bank-Verwaltungsrat intern über das sofortige Ausscheiden von Geschäftsführer Franz-Josef L. und des Leiters des operativen Geschäfts, Thomas L., informiert, berichtet das Blatt.

ase/dpa


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